29.04.2021 | Presseinfo Nr. 14

Arbeitsmarktbericht April 2021

„Im April setzt sich die leichte Frühjahrsbelebung weiter fort, der Arbeitsmarkt zeigt sich erfreulicher Weise generell robust. Auch wenn es weiter große Branchenunterschiede gibt, ist die Arbeitslosigkeit am regionalen Arbeitsmarkt leicht gesunken. Sorge bereitet mir die steigende Zahl der Langzeitarbeitslosen. Erfreulich sind die Entwicklungen beim Abgang in eine Erwerbstätigkeit. In diesem Monat haben knapp 50 Prozent mehr Menschen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen, als im April 2020. Auch die positive Entwicklung bei den jüngeren Menschen sollte Erwähnung finden. Hier ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum letzten Jahr um fast 20 Prozent gesunken. Um noch mehr junge Menschen bei Ihren beruflichen Chancen zu unterstützen, findet in diesem Jahr die traditionsreiche Hochschulmesse der Agentur für Arbeit Bonn erstmalig im digitalen Format statt. Wir bieten allen Studieninteressierten am Donnerstag, 20. Mai, von 13.30 bis 19.00 Uhr auf unserer Seite www.hochschulmesse-Bonn.de eine Messe-Plattform mit digitalen Informationsständen an.", berichtet Bernd Lohmüller, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg fällt im Vergleich zum Vormonat leicht (von 33.030 auf 32.811). Dabei ist ein Anstieg erneut nur im Grundsicherungsbereich zu verzeichnen.

Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigen die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus der Erwerbstätigkeit um +20,0 Prozent. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit steigen dabei um +4,7 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit angestiegen (+8,3 Prozent). Der Anstieg betraf fast alle Personengruppen. Die Personengruppe der Jugendlichen 15 bis unter 20 Jahre ist von keinem Anstieg betroffen. Der Anstieg kann in beiden Rechtskreisen beobachtet werden, wobei die Arbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich und hier in Bonn stärker gestiegen ist. (vgl. Gesamtbericht ab S. 8).

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im April fällt die Jugendarbeitslosigkeit leicht um insgesamt -73 Personen (-2,7 Prozent) und steigt im Vorjahresvergleich geringfügig um +5 Personen an.

Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50+) fällt ebenfalls im Vergleich zum Vormonat geringfügig um -94 Menschen (-0,8 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie stark um +1.310 Personen.

Die Langzeitarbeitslosigkeit steigt im Vorjahresvergleich im Versichertenbereich deutlich um +817 Personen (+81,5 Prozent) und im Grundsicherungsbereich stark um +2.993 Personen (+32,9 Prozent).

Die Gesamtarbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sinkt geringfügig auf einen Prozentwert von 6,5 Prozent. Sie überschreitet damit den Wert des Vorjahresstandes um +0,4 Prozentpunkte.

Situation konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den März 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im März insgesamt 225 neue Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg Kurzarbeit an. Das bedeutet, wie auch schon im Vormonat, eine Reduzierung von knapp über der Hälfte im Vergleich zum Vormonat Februar 2021. Hier waren es 453 Neuanzeigen. Im Vorjahr zeigten im Monat März 2020 787 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Agentur für Arbeit für März 2021 insgesamt 1.665 Personen genannt. Im Monat Februar 2021 waren es noch 5.670 Personen.

Für März 2021 erfasst die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im März insgesamt 192 Unternehmen Kurzarbeit an. Das sind über die Hälfte weniger als noch im Februar 2021. In den Anzeigen wurden für März voraussichtlich 1.363 Personen genannt. Zum Vergleich wurden in Februar 2021 voraussichtlich noch 5.620 Personen benannt. Das bedeutet allerdings nicht, dass dies auch der tatsächlich realisierte Kurzarbeit entsprechen wird. Wie viele Arbeitnehmer*innen im März tatsächlich kurzarbeiten und in welchem Volumen, wird sich erst noch zeigen.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat November 2020 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 2.997 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 19.322 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.

Zum Vergleich die endgültigen Zahlen zur realisierten Kurzarbeit (Stand: April 2021 nach einer Wartezeit von 5 Monaten): Im Oktober realisierten 2.314 Betriebe für 15.138 Beschäftige konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem Gastgewerbe (413 Betriebe mit 2.470 Beschäftigten, darunter alleine aus der Gastronomie: 318 Betriebe mit 1.380 Beschäftigten), dem Handel (387 Betriebe mit 1.771 Beschäftigten, darunter alleine aus dem Einzelhandel: 202 Betriebe mit 785 Beschäftigten), dem Verarbeitenden Gewerbe (255 Betriebe mit 4.811 Beschäftigte, darunter alleine aus der Metall- u. Elektro, Stahlindustrie: 150 Betriebe mit 3.127 Beschäftigten), Immobilien (244 Betriebe mit 1.062 Beschäftigten, darunter alleine aus den Reisebüros: 84 Betriebe mit 520 Beschäftigten), dem Gesundheitswesen (100 Betriebe mit 274 Beschäftigten), dem Dienstleistungsgewerbe, zum Beispiel Kunst, Unterhaltung und Erholung (69 Betriebe mit 601 Beschäftigten).

Die Kurzarbeiter-Quote stellt den Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dar. Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg lag die Kurzarbeiter-Quote ersten Hochrechnungen zufolge im November 2020 bei 5,5 Prozent. Im Vormonat Oktober 2020 lag sie ebenfalls Hochrechnungen zufolge noch bei 4,3 Prozent.

"Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt auch im April weiter. Sie erlaubt es, dass Unternehmen an ihren Fachkräften festhalten können. Und sie sichert Beschäftigung und verhindert Arbeitslosigkeit. Die dritte Corona-Welle hat der Frühjahrsbelebung einen Dämpfer verpasst. Unternehmen, die in Kurzarbeit sind, warten möglicherweise jetzt erst einmal noch etwas die Entwicklung ab, ehe sie in weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. Auszubildende investieren.“, sagt Bernd Lohmüller, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Den vollständigen Arbeitsmarktbericht finden Sie nebenstehend als pdf-Datei.