08.09.2021 | Presseinfo Nr. 32

Selber ausbilden, den Fachkräftebedarf sichern und wettbewerbsfähig bleiben!

Sechs Betriebe aus dem Wirtschaftsraum Bonn/Rhein-Sieg, die sich besonders
bei der Berufsausbildung von Jugendlichen engagieren, erhielten am Mittwoch
das Zertifikat für Nachwuchsförderung der Bundesagentur für Arbeit.

„Durch Ihre enge Kooperation mit unserem Arbeitgeberservice wissen wir, dass Ihr Betrieb seit langem und regelmäßig intensiv ausbildet. Darüber hinaus geben Sie ganz gezielt auch Quereinsteigern und jungen Menschen mit Migrationshintergrund eine Chance. Für dieses vorbildliche betriebliche und soziale Engagement möchten wir Ihnen heute stellvertretend für alle Betriebe, die nach solchen Grundsätzen handeln, das Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit für herausragende Nachwuchsförderung verleihen“, sagte Stefan Krause, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg in seiner Laudatio an die Vertreter der Betriebe.

Erstmalig zertifiziert die Agentur für Arbeit Bonn mit der DRK-Schwesternschaft "Bonn" einen Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. Die DRK-Schwesternschaft e.V. ist der Dachverband von Bundesweit 31 DRK-Schwesternschaften.
Aus dem Handwerk erhielten in diesem Jahr Wilhelm Hafeneger aus Bonn, die Friseure Berger GmbH aus Troisdorf und die SMK Schlosserei Silvia Schulz aus Siegburg das Ausbildungszertifikat. Aus dem Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg wurden das Hilton Bonn und das Henrich Baustoffzentrum aus Siegburg für ihr Engagement bei der Ausbildung geehrt.

Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn sagte: "Die duale Berufsausbildung bietet eine absolut solide Grundlage für einen erfolgreichen Start ins Erwerbsleben. Der Markt bietet viele Chancen! Hilfe bei der Entscheidung und beim Bewerbungsprozess finden die jungen Menschen bei den Berufsberaterinnen und Beratern der Arbeitsagentur und bei allen weiteren Partnern der Agentur am Ausbildungsmarkt."
Mit dem Appell, "jede Möglichkeit zur Schaffung von Ausbildungsplätzen zu nutzen um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu sichern", richtete sich der Agenturchef an die Betriebe und öffentlichen Einrichtungen des Wirtschaftsraumes Bonn/Rhein-Sieg.

Dr. Frauke Hartung, Oberin der DRK-Schwesternschaft "Bonn" sagte: "Unsere Kernaufgabe ist die Ausbildung. Wir betreiben eine Akademie für Pflege, Gesundheit und Soziales in der die Nachwuchskräfte im Pflegebereich ausgebildet werden. Neben der klassischen Ausbildung haben junge Leute bspw. auch in einem freiwilligen sozialen Jahr bei uns die Möglichkeit sich auszuprobieren. Sie werden dabei von uns pädagogisch begleitet und geführt. Durch flache Hierarchien werden Berührungsängste abgebaut und der Einzelne bleibt sichtbar. Lebensbegleitung und -gestaltung wird bei uns über Landesgrenzen hinweg über England, Frankreich, Österreich bis nach Indien gelebt."

Wolfgang Berger, Inhaber von Friseure Berger GmbH berichtete: "Wir wollen Kund*innen und Mitarbeiter*innen durch gemeinsame Aktionen verbinden. Deshalb richten wir zwei Mal im Jahr soziale Projekte aus, zuletzt ging es um die Unterstützung der Opfer der Flutkatastrophe. Wir verlangen von unseren Auszubildenden Engagement und Einsatz, bieten aber auch ein intensives und strukturiertes Ausbildungskonzept. Auszubildende mit Migrationshintergrund werden bei uns intensiv begleitet und besonders mit Sprachkursen unterstützt."

Nicolai Lunova, Ausbildungsleiter des Hilton Bonn gab Einblicke: "Unsere Azubis werden durch Ausbildungsleiter in ihren verschiedenen Stationen und Abteilungen stetig begleitet. Besonders wichtig ist es uns, auf Augenhöhe ansprechbar zu sein und eine offene Feedback-Kultur zu leben. Unsere Azubis können und sollen sich auch bei persönlichen Problemen und Nöten an uns wenden können. Durch die Pandemie mussten wir auch im Bereich der Ausbildung kreativ werden und umdenken. Da einige praktische Tätigkeiten durch die wenigen Kunden weggefallen sind, haben wir diese Lücken durch Trainingstage kompensiert. 'Azubi Level Up – Jahrgangspezifische Trainingstage' hieß unser erfolgreiches Konzept zur Überbrückung der ausgefallenen praktischen Arbeiten."

Silvia Schulz, Geschäftsführerin der SMK Schlosserei sagte: "Unsere Auszubildenden finden wir zumeist über die Agentur für Arbeit Bonn oder die Kammern. Dabei stehen nicht die Noten, sondern das Gesamtbild, der Mensch im Vordergrund. Für uns ist es besonders wichtig, dass der Auszubildende ins Team passt. Wir haben ein großes Herz für Menschen mit Vermittlungshemmnissen."

Rolf Löbbert und Jasmin Jacay vom Henrich Baustoffzentrum berichteten: "Der Mensch ist das wichtigste Gut das wir haben! Um neue Auszubildende anzuwerben haben wir aktive Kooperationen mit Schulen. Auch über Praktika kommen neue Auszubildende zu uns. Wir haben uns dieses Netzwerk über lange Jahre aufgebaut und pflegen es stetig. Persönliche Betreuung und Orientierung wird bei uns von Beginn an großgeschrieben. Azubis sollen bei uns ihren Weg entdecken und werden aktiv unterstützt, ihre Ideen einzubringen und in Eigenverantwortung zu agieren. Ein Bonussystem, interne Interessengemeinschaften sowie Weiterbildungen und Seminare bieten wir als zusätzliche Motivation."

Mit Oliver Krämer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg, Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Berufsbildung und Fachkräftesicherung der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und Dr. Markus Eickhoff, stv. Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln nahmen traditionell auch drei wichtige Partner der Arbeitsagentur an der Verleihung teil.

Oliver Krämer erklärte: "Ausbildung ist und bleibt das Instrument Nr.1 gegen den Fachkräftemangel! Im Handwerk wird Ausbildung daher traditionell großgeschrieben. Hier werden ein sicherer Arbeitsplatz und vielfältige berufliche Perspektiven geboten. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels bietet Ausbildung den Unternehmen die Chance, ganz gezielt den eigenen Nachwuchs zu spezialisieren. Damit erhöhen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit und damit die Zukunftschancen."

„Die sechs ausgezeichneten Betriebe zeigen, dass Ausbildung der konsequente Weg zur Fachkräfte-Sicherung ist. Egal, welcher Schulabschluss – das duale System bietet Chancen für alle. Die höhere berufliche Bildung oder ein Studium bieten alle Aufstiegsmöglichkeiten. Bei den vielen Ausbildungsplätzen, die noch frei sind, freut sich die IHK, dass die ausgezeichneten Betriebe seit vielen Jahren engagiert für die Ausbildung werben“, sagte Jürgen Hindenberg.

„Die Handwerkskammer zu Köln gratuliert allen Betrieben, die heute für ihr vorbildliches Engagement in der Nachwuchssicherung mit dem Ausbildungszertifikat geehrt werden. Besonders freuen wir uns, dass in diesem Jahr gleich drei Handwerksbetriebe Berücksichtigung finden. Wir danken der Agentur für Arbeit, die mit dieser Auszeichnung Jahr für Jahr eines der wichtigsten Zukunftshemen in den Fokus der Öffentlichkeit rückt.“, äußerte sich Dr. Markus Eickhoff.

Kontaktmöglichkeiten:

Arbeitgeber*innen:
Freie oder wieder frei gewordene Ausbildungsstellen nimmt die Agentur für Arbeit unter der Arbeitgeber-Hotline 0800 / 4 5555 20 entgegen.

Jugendliche:
Jugendliche, die bisher noch keinen Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit hatten, erreichen die Kolleginnen und Kollegen unter:

Bonn: Telefon (02 28) 924 8000
E-Mail: Bonn.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Siegburg: Telefon (0 22 41) 300 800
E-Mail: Siegburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de