01.06.2021 | Presseinfo Nr. 20

Arbeitsmarktbericht Mai 2021

"Nach einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Mai 2020 geht die Arbeitslosigkeit weiter leicht zurück. Von der fallenden Arbeitslosigkeit profitieren fast alle Personengruppen. Jedoch ist die Zahl der ausländischen Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Erfreulich ist die Entwicklung bei den Jüngeren 15-19-Jährigen. Gegenüber Mai 2020 ist die Arbeitslosigkeit in dieser Personengruppe deutlich gesunken. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Versichertenbereich sinkt ebenfalls weiter. Diesem Rückgang steht jedoch ein Zugang an Langzeitarbeitslosen im Grundsicherungsbereich gegenüber. Der Bestand an gemeldete Arbeitsstellen ist in diesem Monat erstmals seit Februar wieder leicht gesunken. Unsere Bemühungen am Arbeitsmarkt konzentrieren sich weiter auf die Verhinderung und Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit. Dabei liegt unser Augenmerk insbesondere auf der Beschäftigtenqualifizierung und Förderung von Weiterbildungen", berichtet Bernd Lohmüller, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg fällt im Vergleich zum Vormonat leicht (von 32.811 auf 32.504). Dabei ist ein Anstieg erneut nur im Grundsicherungsbereich zu verzeichnen. Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg fallen die Zugänge in Arbeitslosigkeit aus der Erwerbstätigkeit um -14,5 Prozent. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit fallen geringfügig um -1,1 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit leicht angestiegen (+1,3 Prozent). Der Anstieg betraf fast alle Personengruppen. Die Personengruppe der Jüngeren 15 bis unter 25 Jahre ist von keinem Anstieg betroffen. Die Arbeitslosigkeit ist insbesondere im Grundsicherungsbereich und hier in Bonn stärker gestiegen. (vgl. Details ab S. 9).

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im Mai fällt die Jugendarbeitslosigkeit leicht um insgesamt -46 Personen (-1,7 Prozent). Im Vorjahresvergleich fällt sie ebenfalls merklich um -244 Personen (-8,6 Prozent). Grund ist, das vor allem gut ausgebildete Fachkräfte weiterhin gesucht werden.
Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50+) fällt ebenfalls im Vergleich zum Vormonat geringfügig um -62 Menschen (-0,6 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um +798 Personen (+7,8 Prozent).
Die Langzeitarbeitslosigkeit fällt im Vormonatsvergleich im Versichertenbereich leicht um -54 Personen (-3,0 Prozent) und steigt im Grundsicherungsbereich um +169 Personen (+1,4 Prozent).
Die Gesamtarbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, bleibt konstant auf einem Prozentwert von 6,5 Prozent. Sie überschreitet damit den Wert des Vorjahresstandes um +0,1 Prozentpunkte.

Situation konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den April 2021 legt die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im April insgesamt 116 neue Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg Kurzarbeit an. Das bedeutet, wie auch schon im Vormonat, eine Reduzierung von knapp der Hälfte im Vergleich zum Vormonat März 2021. Hier waren es 225 Neuanzeigen. Im Vorjahr zeigten im Monat April 2020 7.124 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Agentur für Arbeit für April 2021 insgesamt 911 Personen genannt. Im Monat März 2021 waren es noch 1.665 Personen.
Für Mai 2021 erfasst die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im Mai insgesamt 91 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Mai voraussichtlich 1.178 Personen genannt. Das bedeutet allerdings nicht, dass dies auch der tatsächlich realisierten Kurzarbeit entsprechen wird. Wie viele Arbeitnehmer*innen im Mai tatsächlich kurzarbeiten und in welchem Volumen, wird sich erst noch zeigen.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat Dezember 2020 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 3.541 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 20.489 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.

Zum Vergleich die endgültigen Zahlen zur realisierten Kurzarbeit (Stand: Mai 2021 nach einer Wartezeit von 5 Monaten): Im November realisierten 2.970 Betriebe für 19.151 Beschäftige konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem Gastgewerbe (759 Betriebe mit 4.920 Beschäftigten, darunter alleine aus der Gastronomie: 630 Betriebe mit 3.109 Beschäftigten), dem Handel (445 Betriebe mit 2.348 Beschäftigten, darunter alleine aus dem Einzelhandel: 250 Betriebe mit 997 Beschäftigten), dem Verarbeitenden Gewerbe (250 Betriebe mit 4.542 Beschäftigte, darunter alleine aus der Metall- u. Elektro, Stahlindustrie: 145 Betriebe mit 2.892 Beschäftigten), Immobilien (254 Betriebe mit 1.072 Beschäftigten, darunter alleine aus den Reisebüros: 83 Betriebe mit 515 Beschäftigten), dem Gesundheitswesen (113 Betriebe mit 278 Beschäftigten), dem Dienstleistungsgewerbe, zum Beispiel Kunst, Unterhaltung und Erholung (161 Betriebe mit 1.234 Beschäftigten).
Die Kurzarbeiter-Quote stellt den Anteil der Kurzarbeiter an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dar. Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg lag die Kurzarbeiter-Quote ersten Hochrechnungen zufolge im Dezember 2020 bei 5,8 Prozent. Im Vormonat November 2020 lag sie ebenfalls Hochrechnungen zufolge noch bei 5,5 Prozent.
"Kurzarbeit hat auch im Mai den Arbeitsmarkt stabilisiert. Sie erlaubt es, dass Unternehmen größtenteils an ihren Fachkräften festhalten können. Sie sichert Beschäftigung und verhindert Arbeitslosigkeit. Die positiven Erwartungen vieler Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind auf der Grundlage der erfolgreichen Sicherungsmaßnahmen am Arbeitsmarkt, vor allem der Kurzarbeit zu sehen.“, sagt Bernd Lohmüller, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Bis zum aktuellen Berichtsmonat haben 4.005 Jugendliche die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein- Sieg um Mithilfe bei der Ausbildungsplatzsuche gebeten. Das sind -310 Personen oder -7,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Die Unternehmen und Verwaltungen der Region meldeten der Arbeitsagentur im gleichen Zeitraum 4.040 Ausbildungsstellen, -210 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (-4,9 Prozent). Ende Mai gab es noch 1.914 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, denen 2.054 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüberstanden.
Am Ausbildungsmarkt zeigt sich weiter deutlich ein Fehlen von Bewerber*innen. Gerade jetzt gibt es viele Chancen auf eine gute Ausbildung, in vielen Branchen gibt es mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als unversorgte Jugendliche. Bernd Lohmüller, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, rät Jugendlichen, die Zeit bis zu den Sommerferien aktiv zu nutzen und ihre Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bonn anzusprechen. "Die Kolleginnen und Kollegen helfen bei der Orientierung und suchen mit euch auch noch kurzfristig Praktikumsstellen.", so Bernd Lohmüller.
Mit Blick auf die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Bonn/ Rhein-Sieg lautet die Botschaft, Hand in Hand zu gehen und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. "Wer jetzt in die Ausbildung investiert, der investiert zugleich in seine Fachkräfte von morgen. Lassen Sie uns ins Gespräch kommen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Es gibt so viele Möglichkeiten.", sagt Bernd Lohmüller.

Weitere Informationen:
Gebündelt findet man alle Angebote auf #AusbildungKlarmachen.
Auch unsere Beratungsfachkräfte sind weiter per Video oder Telefon erreichbar:

Bonn: Telefon (02 28) 924 8000
E-Mail: Bonn.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Siegburg: Telefon (0 22 41) 300 800
E-Mail: Siegburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Um den vollständigen Arbeitsmarktbericht des Wirtschaftsraumes Bonn/Rhein-Sieg als Pdf-Dokument zu erhalten, kontaktieren Sie bitte die Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Bonn.

Pressekontakt der Agentur für Arbeit Bonn

Frau Elline Köckritz