30.09.2022 | Presseinfo Nr. 35

Arbeitsmarktbericht September 2022

Der Arbeitsmarkt im September: Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg bleibt im September stabil. Der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe, Preiserhöhungen und insbesondere die unsichere Energieversorgung in den kommenden Monaten belasten jedoch weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung. Ein Einbruch am Arbeitsmarkt wird aber nicht erwartet.

  • Arbeitslosenquote sinkt im Vormonatsvergleich um -0,2 Prozentpunkte auf einem Prozentwert von 5,6.
  • Im Vergleich zum Vormonat sinkt die Arbeitslosigkeit insgesamt um -1.121 Personen (-3,8 Prozent) auf 28.322 Menschen.
  • Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt die Arbeitslosigkeit um -2.589 Personen oder -8,4 Prozent.
  • Im Versichertenbereich (SGB III) fällt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um -6,9 Prozent.
  • Im Grundsicherungsbereich (SGB II) sinkt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um -2,5 Prozent.
  • Die Zugänge in Arbeitslosigkeit fallen im Vormonatsvergleich um -5,0 Prozent.
  • Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit steigen im Vormonatsvergleich um +18,2 Prozent.

"Saisonüblich setzt die Herbstbelebung auch in diesem September ein. Alle Personengruppen und beide Rechtskreise können von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren. Mit -6,9 Prozent erreicht der Versichertenbereich ein Rekordniveau beim Rückgang. Bei den Jobcentern reduziert sich die Zahl der Arbeitslosen erstmals wieder seit Mai 2022. Den regionalen Jobcentern ist es gelungen, die Aufnahme der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer bis Mitte August größtenteils abzuschließen. Dadurch werden die saisonalen Entwicklungen, die seit Juni, mit der Überführung ukrainischer Geflüchteter ins SGB II überlagert wurden, wieder abgebildet. Besonders erfreulich ist auch der Rückgang von Langzeitarbeitslosen im Versicherten- und im Grundsicherungsbereich. Die positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt sind auf eine starke Arbeitskräftenachfrage zurückzuführen. In diesem Monat haben Arbeitgeber vermehrt Perso-nal eingestellt. Gleichzeitig sind weniger Menschen arbeitslos geworden", sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg.

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg fällt im Vergleich zum Vormonat (von 29.443 auf 28.322). Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg fallen die Zugänge in Arbeitslosigkeit um -5,0 Prozent. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit steigen dabei um +18,2 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um -8,4 Prozent gefallen (vgl. Details ab S. 9). Von einem Anstieg ist die Personengruppen der Jugendlichen 15 bis unter 20 Jahre (+37,2 Prozent) und die der Ausländer (+3,4 Prozent) betroffen.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im September fällt die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) im Vergleich zum Vormonat um insgesamt -167 Personen (-7,0 Prozent). Im Vorjahresvergleich fällt sie um -164 Personen (-6,9 Prozent).
Nach drei Monaten des Anstiegs, fällt die Arbeitslosigkeit der Älteren (50+) im Ver-gleich zum Vormonat um -259 Menschen (-2,6 Prozent). Im Vorjahresvergleich fällt sie um -984 Menschen (-9,2 Prozent).
Die Langzeitarbeitslosigkeit fällt im Grundsicherungsbereich im Vormonatsvergleich um -260 Personen (-2,4 Prozent). Auch im Versichertenbereich fällt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um -104 Personen (-8,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Langzeitarbeitslosigkeit im Versichertenbereich um -561 Personen (-31,9 Prozent) gefallen und auch im Grundsicherungsbereich um -1.701 Personen (-13,8 Prozent) gefallen.
Die Gesamtarbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sinkt um -0,2 Prozentpunkte auf einem Wert von 5,6 Prozent. Sie unterschreitet damit den Wert des Vorjahresstandes um -0,5 Prozentpunkte.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Neuer Quartalsstichtag: 31.03.2022)

Gegenüber dem Vorquartal Dezember 2021 ist die Zahl der Beschäftigten in der AA Bonn nahezu konstant geblieben. Die Agentur liegt damit im unteren Drittel der Agenturen in NRW. Die Agenturen in NRW streuen zwischen -0,5% und +0,8%.
Gegenüber dem Vorjahresquartal März 2021 ist die Zahl der Beschäftigten in der AA Bonn um 2,8% gestiegen. Die Agentur liegt damit im oberen Drittel der Agenturen in NRW. Die Agenturen in NRW streuen zwischen +0,8% und +5,7%.

Situation konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den August 2022 legt die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im August 2022 insgesamt 19 neue Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg Kurzarbeit an. Im Vormonat Juli 2022 waren es 18 Neuanzeigen. Im Vorjahr zeigten im Monat August 2021 88 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Agentur für Arbeit für August 2022 insgesamt 127 Personen genannt.
Für September 2022 erfasst die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im September insgesamt 17 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für September voraussichtlich 105 Personen genannt. Das bedeutet allerdings nicht, dass dies auch der tatsächlich realisierten Kurzarbeit entsprechen wird. Wie viele Arbeitnehmer*innen im September tatsächlich kurzarbeiten und in welchem Volumen, wird sich erst noch zeigen.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat April 2022 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 593 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 2.721 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.
Zum Vergleich die endgültigen Zahlen zur realisierten Kurzarbeit im Monat März 2022 (Stand: September 2022 nach einer Wartezeit von 5 Monaten): Im März 2022 realisierten 922 Betriebe für 4.805 Beschäftige konjunkturelles Kurzarbeitergeld.
Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem Gastgewerbe (239 Betriebe mit 1.510 Beschäftigten, darunter alleine aus der Gastronomie: 168 Betriebe mit 677 Beschäftigten), dem Handel (151 Betriebe mit 508 Beschäftigten, darunter alleine aus dem Einzelhandel: 83 Betriebe mit 275 Beschäftigten), Immobilien (82 Betriebe mit 215 Beschäftigten), dem Verarbeitenden Gewerbe (83 Betriebe mit 1.093 Beschäftigte, darunter alleine aus der Metall- u. Elektro, Stahlindustrie: 38 Betriebe mit 695 Beschäftigten), dem Dienstleistungsgewerbe, zum Beispiel Kunst, Unterhaltung und Erholung (28 Be-triebe mit 140 Beschäftigten) und dem Gesundheitswesen (17 Betriebe mit 27 Beschäftigten).

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

"Auch wenn im September keine Statistiken zum Ausbildungsmarkt vorliegen, möchten wir auf die sogenannte Nachvermittlungsphase hinweisen, in die wir in diesem Monat eingemündet sind. Nur, weil sich das Jahr schon wieder dem Ende zuneigt, ist es noch nicht zu spät. Es lohnt auch noch jetzt, sich beraten zu lassen und auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben. Jungen Menschen, die noch keine Ausbildung in Sicht haben, raten wir: Viele Wege führen zum Ziel. Deine Berufs-beratung begleitet dich auf dem Weg zu deiner Ausbildung und unterstützt dich durch zusätzliche Förderangebote.
Auch Unternehmen können in der Nachvermittlungsphase noch Auszubildende einstellen und sich so zukünftige Fachkräfte sichern! Die Fördermöglichkeiten der BA unterstützen Sie und Ihren Betrieb!“, so Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn.

Pressekontakt der Agentur für Arbeit Bonn

Frau Elline Köckritz


Weitere Kontaktmöglichkeiten:

Arbeitgeber*innen:
Freie Ausbildungs- und Praktikumsplätze nimmt die Agentur für Arbeit unter der Arbeitgeber-Hotline 0800 / 4 5555 20 entgegen.

Jugendliche:
Jugendliche, die bisher noch keinen Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit hatten, erreichen die Kolleginnen und Kollegen unter: