29.03.2019 | Presseinfo Nr. 31

Arbeitsmarkt nimmt (wieder) Fahrt auf.

• Frühjahrsbelebung hat eingesetzt
• Neue Daten: Beschäftigungsentwicklung setzt sich im Niedersachsenvergleich überdurchschnittlich fort
• Arbeitslosigkeit verringert sich im Vorjahresvergleich um 8,5 Prozent
• Über 10.000 Menschen weniger ohne Arbeit als vor neun Jahren
 

Mit einem spürbaren Rückgang der Arbeitslosenzahlen endete das erste Quartal des Jahres auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahl ist im März saisonal deutlich gesunken. 633 Personen weniger als im Vormonat und damit insgesamt 19.062 Menschen sind im Agenturbezirk Braunschweig-Goslar, zudem auch Salzgitter und Wolfenbüttel gehören, ohne Arbeit. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 5,9%. Diese liegt damit 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.

„Die Zeichen am regionalen Arbeitsmarkt stehen weiter auf Wachstum. Die Beschäftigung ist deutlich gestiegen, die Arbeitslosigkeit nimmt stetig ab und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiter auf einem sehr hohen Niveau", meint Oliver Bossow, Vize-Chef der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar.

 

Gemeldete Arbeitsstellen
Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich in der Region auf einem konstant hohen Niveau. Im ersten Quartal gingen insgesamt 3.775 Arbeitsofferten ein, 558 weniger als im Vorjahreszeitraum (-12,9%). Dennoch können sich Arbeitsuchende derzeit auf insgesamt 4.936 Stellen bewerben, 96% der Stellenangebote sind sozialversicherungspflichtig.
Die TOP3 der gemeldeten Stellen finden sich im Verkauf, im Büro sowie in der Altenpflege.
Als Folge von Besetzungsproblemen bei Stellen für Fachkräfte verlängern sich die Laufzeiten von Stellenangeboten. Das erhöht den Durchschnittsbestand der gemeldeten Stellen.

Die durchschnittliche Vakanzzeit, also die Zeit vom Besetzungstermin bis zur Abmeldung einer Stelle, erhöht sich stetig. Im aktuellen Monat liegt diese bei 118 Tagen. Vor fünf Jahren (März 2014) sind durchschnittlich 80 Tage bis Stellenbesetzung vergangen.

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Neue Daten zur Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung liegen vor. Ende September 2018, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar auf 252.877. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 4.501 oder 1,8%, nach +4.190 oder +1,7% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen ohne Arbeitnehmerüberlassung (+1.806 oder +17,3%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–1.578 oder –22,5%).

 

Auffällige Entwicklung der Zeitarbeit in den Beschäftigtenzahlen

„Wir sehen in der Tat seit einiger Zeit Rückgänge der Beschäftigung in der Zeitarbeit. Dahinter sehen wir jedoch keine Vorboten einer Krise, sondern unterschiedliche Entwicklungen," beschreibt Bossow die Entwicklung.
Zum einen könne aufgrund der anhaltend guten Lage am Arbeitsmarkt vermutet werden, dass Arbeitgeber ihre Mitarbeiter fest einstellen und die Möglichkeit des flexiblen Personaleinsatzes mittels Arbeitnehmerüberlassung in den Hintergrund rückt. Dadurch haben auch Zeitarbeitnehmer größere Chancen (durch Übernahme) auf dem regulären Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Andererseits dürfte der stärkere Rückgang der Beschäftigung in der Zeitarbeit mit dem Erreichen der Höchstüberlassungsdauer zusammenhängen. Sofern es keine abweichenden tarifvertraglichen Vereinbarungen gibt, wurde die Höchstüberlassungsgrenze von 18 Monaten ab 1. Oktober 2018 erstmals erreicht.

 

Unterbeschäftigung.
Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im März bei 26.817 Personen, dies sind
5,7 Prozent oder 1.606 Personen weniger als vor einem Jahr.

 

Prognose für 2019

Wie geht es auf dem Arbeitsmarkt weiter? Oliver Bossow fasst es so zusammen: „Das Beschäftigungswachstum setzt sich auch in diesem Jahr, wenn auch etwas abgeschwächt, fort. Auch der Abbau der Arbeitslosigkeit wird sich weiter positiv entwickeln." Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit, rechnet mit einem Mittelwert von rund 18.600 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2019. Der Mittelwert im Jahr 2018 lag noch bei 19.900 Menschen ohne Arbeit. Dies würde einen Rückgang von 6,5 Prozent für den Agenturbezirk Braunschweig-Goslar bedeuten.