30.04.2019 | Presseinfo Nr. 39

Gute Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort

- Arbeitslosigkeit in der Region reduziert sich weiter
- Rund 2.000 Menschen weniger arbeitslos als vor einem Jahr

Mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen startet das zweite Quartal des Jahres auf dem regionalen Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenzahl ist im April saisonal weiter gesunken. 497 Personen weniger als im Vormonat und damit insgesamt 18.565 Menschen sind im Agenturbezirk Braunschweig-Goslar, zudem auch Salzgitter und Wolfenbüttel gehören, ohne Arbeit. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist der Rückgang mit 1.981 weniger Arbeitslosen noch deutlicher spürbar. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 5,7%. Diese liegt damit 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.
Im April konnten besonders die Männer am Arbeitsmarkt profitieren. Dies ist laut Gerald Witt eine übliche Entwicklung. „Im Winter sind überwiegend Männer arbeitslos. Das Frühlingswetter lockt beispielsweise viele witterungsabhängige Handwerksbetriebe wieder vor die Tür und damit zusammen hängen entsprechende Personaleinstellungen."

Seit einigen Monaten würde die Agentur für Arbeit auch eine erhöhte Nachfrage nach Arbeitskräften für Helfertätigkeiten registrieren. „Der Grund dafür ist einfach: Der Fachkräftemarkt ist in einigen Branchen nahezu leergefegt. Um die Aufträge dennoch abzuarbeiten, wird zunächst auf der Helferebene eingestellt, um diese dann eventuell zu qualifizieren. Das ist ein Baustein, um Talente zu entdecken und Fachkräfte zu sichern."

„Eine Eintrübung der positiven Signale am Arbeitsmarkt sehe ich nicht. Der Arbeitsmarkt reagiert jedoch mit Zeitverzögerung auf konjunkturelle Veränderungen", meint Gerald Witt, Chef der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar. „Auch, wenn die Konjunkturprognosen an Schwung verlieren, werden Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter steigen. Der Abbau der Arbeitslosigkeit wird sich gegebenenfalls verlangsamen, sich aber dennoch positiv entwickeln."

Gemeldete Arbeitsstellen
Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich in der Region auf einem konstant hohen Niveau. Seit Jahresbeginn gingen insgesamt 4.983 Arbeitsofferten ein, 606 weniger als im Vorjahreszeitraum (-10,8%). Dennoch können sich Arbeitsuchende derzeit auf insgesamt 4.910 Stellen bewerben, 93 Prozent der Stellenangebote sind sofort zu besetzen.

Die TOP3 der gemeldeten Stellen finden sich im Verkauf, im Büro sowie in der Altenpflege.

Die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt
Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt verschärft sich – zumindest aus Sicht der Unternehmen. „Der Ausbildungsmarkt hat sich gedreht. Haben wir vor einigen Jahren immer mit Sorgen auf die Situation der Bewerber geschaut, so sprechen wir jetzt mit den Personalverantwortlichen über die angespannte Situation. Auch die Konkurrenz um Bewerberinnen und Bewerber mit Abitur ist noch nicht bei allen Unternehmen angekommen. Denn diese wird in einem Jahr besonders groß sein, da es im Sommer 2020 keinen Abiturjahrgang an allgemeinbildenden Gymnasien in Niedersachsen geben wird." Eine Beratung zu allen Themen rund um Arbeit und Ausbildung erhalten Unternehmen bei ihrem Arbeitgeberservice vor Ort oder unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 20.

Aktuell sind bei der Berufsberatung 3.210 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Das sind 182 oder 5,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Bei den gemeldeten Ausbildungsstellen findet sich ein ähnliches Bild: 2.751 und damit 179 weniger als im Vorjahresmonat.

Qualifizierungschancengesetz seit Januar 2019
Mit dem Qualifizierungschancengesetz, welches im Januar in Kraft getreten ist, wurde der Beratungsauftrag der Bundesagentur für Arbeit geschärft sowie die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße ermöglicht und damit weiter geöffnet.
Das Gesetz ist auch eine Antwort auf die Strukturentwicklung am Arbeitsmarkt und von daher auf Dauer angelegt. „Uns haben bereits Arbeitgeber Interesse signalisiert und es gibt Gespräche. Wir stellen aber auch fest, dass bei vielen Unternehmen die Auftragsbücher offensichtlich voll sind, und alle Beschäftigten gebraucht werden. Dadurch wird die Qualifizierung dann manchmal etwas geschoben. Das ist aber kein Problem, weil das Gesetz ja bewusst langfristig angelegt ist",
kommentiert Gerald Witt die ersten drei Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes.

Interessierte Unternehmen können sich jederzeit kostenfrei an den Arbeitgeberservice unter der Telefonnummer 0800 4 5555 20 wenden.

 

Unterbeschäftigung.
Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im April bei 26.491 Personen, dies sind 5,5 Prozent oder 1.551 Personen weniger als vor einem Jahr.