30.01.2020 | Presseinfo Nr. 11

Neues Jahr startet mit saisonalem Anstieg der Arbeitslosigkeit

Trotz stabiler Konjunkturdaten startete der Arbeitsmarkt im Januar mit einem saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat. Das Jahresende ist ein typisches Datum für die Befristung von Verträgen. Außerdem kommt es dort, wo witterungsbedingt Außenarbeiten nicht ausgeführt werden können, in den Wintermonaten zu
Beschäftigungsunterbrechungen.

Dementsprechend stieg die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Braunschweig-Goslar von Dezember auf Januar um 1.256 auf 18.707. Gegenüber dem Vorjahresmonat unterstreicht der regionale Arbeitsmarkt seine gute Verfassung. Die Zahl hat sich um 1.148 Menschen ohne Arbeit verringert. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 5,7 Prozent und liegt damit 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.

 

Im Blick: Langzeitarbeitslosigkeit

„Im Agenturbezirk Braunschweig-Goslar sind rund zwei Drittel aller Arbeitslosen in den Job-centern gemeldet, rund 5.500 davon gelten als langzeitarbeitslos. Die größte Hürde bei der Arbeitsaufnahme von langzeitarbeitslosen Menschen ist die Qualifikation. Über die Hälfte der Langzeitarbeitslosen ist formal nicht qualifiziert. Arbeitgeber suchen dagegen qualifizierte Fachkräfte. Nur knapp jede Fünfte Stelle richtet sich an Helfer. Qualifikation wird also in Zukunft einer der Schlüssel für weitere Erfolge sein. Eine Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit wird davon abhängen, inwieweit es uns gelingt über Beratung, Vermittlung und Qualifizierung präventiv Langzeitarbeitslosigkeit durch die Aktivitäten der Jobcenter und der Agentur für Arbeit zu vermeiden. Daneben spielt natürlich die weitere konjunkturelle Entwicklung eine große Rolle. Diese wirkt sich zeitverzögert auch auf die Zahl der

Langzeitarbeitslosen aus", schaut Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar auf die aktuellen Arbeitslosenzahlen.

 

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen,

lag im aktuellen Berichtsmonat bei 26.217 Personen, dies sind 2,6 Prozent oder 702 Personen weniger als vor einem Jahr.

 

Arbeitskräftenachfrage

Die Anzahl der gemeldeten Stellen ist weiterhin auf einem hohen Niveau. 4.981 freie Stellen sind aktuell gemeldet. 4.678 davon sind sofort zu besetzten und 1.030 länger als sechs Monate vakant. Die durchschnittliche Vakanzzeit, also die Zeit vom frühestmöglichem Besetzungstermin bis zum Abmelden der Arbeitsstellen, liegt aktuell bei 126 Tagen. Im Januar 2018 wurden 119 Tage bis zur Stellenabmeldung gezählt.

Die TOP5 der gemeldeten Stellen sind aktuell: Fachkraft im Verkauf (199 Stellen), Fachkraft in der Altenpflege (169 Stellen), Gastronomiehelfer (139 Stellen), Reinigungshelfer (133 Stellen) sowie Fachkräfte in der Kinderbetreuung und –Erziehung (112 Stellen).