31.03.2020 | Presseinfo Nr. 30

"Die Auszahlung der Geldleistungen hat oberste Priorität"

Unternehmen versuchen aktuell, wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, ihre Beschäftigten zu halten. Kurzarbeit ist das Instrument der Bundesagentur für Arbeit (BA), die bereits damals viele Beschäftigten vor der Arbeitslosigkeit bewahren konnte.

Damals hat insbesondere die Industrie von Kurzarbeit gebraucht gemacht. Aktuell stehen jedoch nicht nur die Förderbänder still. Durch den weitgehenden Shut-Down und damit verbunden die Schließung von Läden, Cafés, Hotels, Gastronomie- und Dienstleistungsbetrieben erwartet die BA in der Spitze eine erheblich höhere Zahl an Kurzarbeitern als vor zwölf Jahren.

„Eine stabile Datenbasis, auf der wir die aktuelle Lage in der Kurzarbeit abschätzen können, haben wir noch nicht", leitet Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit, die Bewertung ein.

Dies sei dem Prozessablauf geschuldet, so Witt. Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, so müssen sie dieses bei der Agentur für Arbeit zunächst anzeigen. Ohne Anzeige ist später keine Zahlung möglich. Wenn tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann der Betrieb innerhalb von drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach stehen somit valide Daten zur Verfügung, wie viele Personen genau kurzgearbeitet haben, in welcher Branche und wie groß der Arbeitsausfall war.

„Wir verstehen aber, dass angesichts der Dynamik jetzt eine Antwort drängend und notwendig ist", so Witt. „Daher haben wir nun Hochrechnungen für den Agenturbezirk Braunschweig-Goslar vorliegen. Wir gehen davon aus, dass bislang insgesamt 2.900 Anzeigen zu Kurzarbeit eingegangen sind. Diese sind teils bereits geprüft und erfasst, teils aber eben noch nicht." Genaue Informationen zu Anzeigen würden erst vorliegen, wenn diese vollständig erfasst seien.

Im März 2019 wurden lediglich 9 Betriebe mit 73 Kurzarbeitern gezählt.

„Aktuell tun wir alles dafür, alle Anzeigen und Anträge schnell und unbürokratisch aufzunehmen und abzuarbeiten". Um dies zu verdeutlichen, macht der Agenturchef die Mitarbeiterzahlen für die Bearbeitung des Kurzarbeitergeldes deutlich. Noch vor ein paar Wochen standen 14 Mitarbeitende in diesem Team für die Beratung und Bearbeitung von Kurzarbeit zur Verfügung. Aktuell sind es rund 240 – Tendenz steigend.

Auch die Mitarbeitenden in der Servicehotline wurden bundesweit von rund 4.000 auf aktuell über 18.000 ausgebaut. „Diese Kolleginnen und Kollegen müssen innerhalb kürzester Zeit geschult werden, da wir diesen Kraftakt der Umorganisation im laufendem Betrieb stemmen müssen."

Abschließend unterstreicht der Agenturchef deutlich:

„Die Auszahlung von Geldleistungen steht für uns an erster Stelle. Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld sind eine Pflichtleistung: Wer einen Anspruch hat, erhält diese Leistung. Ohne Wenn und Aber."

 

Informationen dazu auch unter:

www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit

www.arbeitsagentur.de/corona-virus-aktuelle-informationen

www.arbeitsagentur.de/corona-grundsicherung

oder auf www.arbeitsagentur.de mit den diversen Corona-Direkteinstiegen.

 

Servicenummer für Arbeitnehmer 0800 4 5555 00

Servicenummer für Unternehmen 0800 4 5555 20

Servicenummer für Corona-Grundsicherung 0800 4 5555 23

Kostenlose Servicenummern von Montag bis Freitag, 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr

 

Zusätzlich ist die regionale Sammelrufnummer für den gesamten Agenturbezirk

Braunschweig-Goslar unter 0531 207 – 3913 von 8 Uhr bis 18 Uhr erreichbar.