12.06.2020 | Presseinfo Nr. 40

Neueinstellungen und Übernahme von Azubis während der Kurzarbeit - Was Arbeitgeber wissen müssen

Viele Betriebe befürchten, aufgrund beantragter Kurzarbeit, keine wichtigen Neueinstellungen oder die Übernahme von Azubis vornehmen zu können.
Diese Sorge ist unbegründet. Die Agentur für Arbeit informiert über die Voraussetzungen. 

Können neue Mitarbeiter während der Kurzarbeit eingestellt werden?

Es ist grundsätzlich möglich, sofern ein wichtiger Grund vorliegt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Fachkraft eingestellt werden muss, die für die Betriebsfortführung unentbehrlich ist.

Das kurzarbeitende Unternehmen muss sich in diesem Fall vor der Einstellung bei der Agentur für Arbeit melden, um die geplanten Personalveränderungen abzustimmen.

 

Und wie ist das mit Azubis?  Kann man während der Kurzarbeit Ausbildungsverträge abschließen? Und können Azubis auch bei Kurzarbeit im Anschluss übernommen werden?

Eins vorweg: Ausbildungsverträge können und sollen gern immer geschlossen werden! Dafür bedarf es keiner Meldung oder Zustimmung des kurzarbeitenden Betriebes bei der Arbeitsagentur.

Auszubildende, auch aus anderen Betrieben, können immer zeitnah nach Abschluss ihrer Berufsausbildung und ohne gesonderte Begründung übernommen werden.

Unternehmen geben bei der monatlichen Abrechnung von Kurzarbeit ergänzend eine kurze Erklärung ab, dass sich die Gesamtzahl der Beschäftigten erhöht hat, weil Auszubildende übernommen wurden.

Sofern es erforderlich ist, können sie sofort ab dem ersten Tag in die Kurzarbeit miteinbezogen werden.

 

Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar appelliert: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, einen „Ausbildungsjahrgang Corona“ zu verhindern. Eines ist klar: Wir werden nach der Krise wieder über den hohen Fachkräftebedarf reden. Daher sollte auch die Berufsausbildung nicht in Vergessenheit geraten. Denn die eigene Ausbildung ist eine wichtige Säule zur Fachkräftesicherung.“