30.09.2020 | Presseinfo Nr. 52

"Wir müssen den Markt weiter genau beobachten"

Die Zahl der Arbeitslosen ist im September gegenüber dem Vormonat gesunken. Insbeson-dere Personen unter 25 Jahren konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Im September wur-den 2.271 Arbeitslose unter 25 Jahren gezählt, das sind 424 oder 15,7 Prozent weniger als noch im August. "Wie vorausgesagt, ist die Zahl der arbeitslosen Jüngeren deutlich gesun-ken. Grund dafür ist das Ende der Sommerferien und damit verbunden die Einstellungen in Ausbildung oder Arbeit", weiß Oliver Bossow, Vize-Chef der Agentur für Arbeit Braun-schweig-Goslar.

„Auch, wenn die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat gesunken ist, so müssen wir die Entwicklung am Markt weiter genau beobachten. Es gilt nun, aus einer temporären Krise keine dauerhafte Arbeitslosigkeit entstehen zu lassen. Deshalb wird es immer wichtiger, Menschen wieder in Arbeit und Ausbildung zu bringen und auch noch stärker Qualifizierungsberatungen in den Blick zu nehmen. Vor einem Jahr hatten wir knapp 4.000 Menschen weniger in der Arbeitslosigkeit. Die Kurzarbeit stützt weiterhin stark die Beschäftigung. Auch wenn viele Branchen teilweise die Beschäftigung wiederaufgenommen haben, so wurden im September für unseren Bezirk von Braunschweig bis Braunlage weiterhin für 454 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Wir sind von einer Entspannung am Arbeitsmarkt noch weit entfernt", bewertet Oliver Bossow die aktuelle Lage.

Seit April wurden 6.446 Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für insgesamt 102.294 Personen gezählt.

 

Unterbeschäftigung.

Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im aktuellen Berichtsmonat bei 28.352 Personen, dies sind 10,2 Prozent oder 2.627 Personen mehr als vor einem Jahr.

 

Gemeldete Arbeitsstellen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften nimmt im Vergleich zum Vorjahr weiter ab. Die Stellenmeldungen nehmen jedoch im Vergleich zu den letzten Monaten sukzessive wieder zu.

Aktuell werden 4.100 Arbeitsstellen im Bestand gezählt, das sind 1.092 weniger als noch vor einem Jahr (- 21,0 Prozent). Gegenüber dem Vormonat bleibt die Nachfrage stabil (+102 gemeldete Stellen oder 2,6 Prozent).

Die TOP5 der gemeldeten Stellen finden sich bei den Altenpflegefachkräften (135 Stellen), den Fachkräften im Verkauf (128), den Reinigungshelfern (109), Helfer im Gastronomieservice (93) sowie bei den Fachkräften in der Bauelektrik (84).

 

Kurzarbeit

Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten. Nach den Anzeigen zur Kurzarbeit haben die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit, die tatsächliche Kurzarbeit mit der Agentur für Arbeit abzurechnen.

Die Statistik der realisierten Kurzarbeit basiert auf den Angaben in diesen Abrechnungslisten, die den Anträgen auf Kurzarbeitergeld beizufügen sind. Daten über realisierte Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit von fünf Monaten veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist.

Die Inanspruchnahme von konjunkturell bedingter Kurzarbeit ist ein wichtiger Frühindikator für die künftige konjunkturelle Entwicklung am Arbeitsmarkt.

 

Die ersten Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit im März 2020 zeigen detaillierte Daten für die Städte und Landkreise:

In der Stadt Braunschweig wurden im März die meisten Kurzarbeitenden gezählt (13.145). Der durchschnittliche Arbeitsausfall fiel mit 27 Prozent jedoch am geringsten aus.

Die überwiegende Anzahl der Kurzarbeitenden war in Großbetrieben beschäftigt (5.360).

Die TOP3 der meisten Kurzarbeiter waren im März in folgenden Wirtschaftsabschnitten zu finden: Verarbeitendes Gewerbe (5.079), Gastgewerbe (1.732), Handel (1.720).

In der Stadt Salzgitter war ebenfalls ein erheblicher Anteil der Kurzarbeitenden in Großbetrieben angestellt: 5.302 von 7.404 insgesamt (entspricht 71,6 Prozent). Der durchschnittliche Arbeitsausfall lag bei 34 Prozent.

Die TOP3 der meisten Kurzarbeiter waren im März in folgenden Wirtschaftsabschnitten zu finden: Verarbeitendes Gewerbe (5.733), Handel (332), Gastgewerbe (308).

Im Landkreis Wolfenbüttel zeigt sich, dass über die Hälfte (50,8 Prozent) der Kurzarbeitenden in Kleinstbetrieben bis 19 Beschäftigte beschäftigt waren. Der durchschnittliche Arbeitsausfall lag bei 33 Prozent.

Die TOP3 der meisten Kurzarbeiter waren im März in folgenden Wirtschaftsabschnitten zu finden: Handel (380), Gastgewerbe (241), sonstige Dienstleistungen/priv. Haushalte (bspw. Friseure, Fitnesscenter) (221).

Der Landkreis Goslar zeigt, dass im März 84,8 Prozent der Kurzarbeitenden aus Kleinst-und Kleinbetrieben bis 99 Beschäftigte stammen. Der durchschnittliche Arbeitsausfall lag bei 34 Prozent.

Die TOP3 der meisten Kurzarbeiter waren im März in folgenden Wirtschaftsabschnitten zu finden: Gastgewerbe (1.249), Handel (648), Verarbeitendes Gewerbe (563).

Die erste Hochrechnung für den April 2020 liegt nun ebenfalls auf Ebene der Städte und Landkreise vor. Demnach wurde konjunkturelles Kurzarbeitergeld wie folgt im April in Anspruch genommen:

Stadt Braunschweig    2.045 Betriebe mit 25.172 Kurzarbeitenden

Stadt Salzgitter             558 Betriebe mit 12.240 Kurzarbeitenden

Landkreis Goslar        1.117 Betriebe mit 7.855 Kurzarbeitenden

Landkreis Wolfenbüttel 548 Betriebe mit 3.663 Kurzarbeitenden

 

 

Neue Daten zur sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Ende März 2020, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar auf 252.726.

Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Zunahme um 1.660 oder 0,7%, nach +2.620 oder +1,0% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Heimen und Sozialwesen (+599 oder +3,1%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–829 oder –15,4%).

Von März 2019 zu März 2020 konnten insbesondere Frauen in (sozialversicherungspflichtiger) Teilzeit profitieren. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen ist um 1.076 innerhalb eines Jahres gestiegen. Die Teilzeitbeschäftigung, die einen Anteil von 29,9 Prozent an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat, ist um 2.356 oder 3,2 Prozent gestiegen.

 

Die nächste Presseinformation zur Entwicklung am Arbeitsmarkt erscheint am 29. Oktober 2020.