29.01.2021 | Presseinfo Nr. 7

Agenturchef: "Wir blicken aufmerksam auf das Ausbildungsgeschehen am Markt."

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar gegenüber dem Vormonat weiter um 1.309 auf insgesamt 21.942 gestiegen. Das sind 3.235 oder 17,3 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,7, das ist sind 1,0 Prozentpunkte über dem Wert vor einem Jahr.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Folge der Pandemie geht nicht nur auf Entlassungen zurück. „Neben den Menschen, die ihre Beschäftigung, Ausbildung oder auch Selbständigkeit coronabedingt verloren haben, erhöht sich die Zahl der Arbeitslosen, weil es für Arbeitslose seit April zum Teil schwerer war als im vergangenen Jahr, einen neuen Job finden. Aber auch die Beschäftigungsaufnahmen aus Maßnahmen fallen deutlich niedriger aus. Es sind damit einige Bausteine, die die Arbeitslosenzahlen steigen lassen", erläutert Gerald Witt, Chef der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar.

Die konjunkturelle Krise in Folge der Pandemie hat – wie jede Krise – besonders große Auswirkungen auf Menschen die schlecht qualifiziert sind oder deren Sprachkenntnisse unzureichend sind. Der Anteil der Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung liegt bei 56,2 Prozent und ist in den letzten zwölf Monaten um 1.850 (17,6 %) auf insgesamt 12.341 gestiegen. „Schlagworte wie Digitalisierung und Automatisierung wandeln unter anderem den Arbeitsmarkt. Wir werden weiterhin mit Qualifizierung und Weiterbildung von Arbeitslosen, Wiedereinsteigern aber auch Beschäftigten, diesen Anforderungen der Zukunft begegnen. Wer sich dafür interessiert, sollte mit uns Kontakt aufnehmen."

Unterbeschäftigung.

Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im aktuellen Berichtsmonat bei 28.329 Personen, dies sind 8,0 Prozent oder 2.102 Personen mehr als vor einem Jahr.

Gemeldete Arbeitsstellen

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zurückhaltung der Betriebe bei der Arbeitskräftesuche deutlich erkennbar. Im Januar 2021 wurden 150 Stellen weniger gemeldet als im Vorjahresvergleich. Aktuell werden 4.367 Arbeitsstellen im Bestand gezählt, das sind 614 weniger als noch vor einem Jahr (- 12,3 Prozent). Gegenüber dem Dezember nahm die Nachfrage weiter ab (-141 gemeldete Stellen oder 3,1 Prozent).

Die TOP5 der gemeldeten Stellen finden sich beiden Fachkräften im Verkauf (167), Altenpflegefachkräften (142 Stellen), Kranführerhelfer (142), Bauelektrik-Fachkräfte (99) sowie Fachkräften in der Gesundheits- und Krankenpflege (94).

Ein erster Blick auf die aktuelle Situation am Ausbildungsmarkt

„Wir blicken aufmerksam auf das Ausbildungsgeschehen. Die Pandemiebedingungen sind wird für alle Beteiligten ein großer Kraftakt. Wir tun alles, um junge Menschen zu beraten und Bewerber und Arbeitgeber zusammenzuführen", blickt Gerald Witt auf die kommende Zeit. Erste Daten zum Ausbildungsmarkt zeigen ein unterschiedliches Bild.

Die Unternehmen haben bereits 196 Ausbildungsstellen mehr als im Vorjahr bei der Agentur für Arbeit gemeldet (+9,1 %) und damit stehen insgesamt aktuell 2.343 gemeldete Stellen zur Verfügung. Die eigene Ausbildung ist, neben der Rekrutierung von Fachkräften über den externen Arbeitsmarkt, die wichtigste Möglichkeit für Betriebe, ihren Fachkräftebedarf zu decken. „Ich bin froh, dass die Betriebe den Blick in die Zukunft machen und ihre mittelfristigen Fachkräftebedarfe über die betriebliche Ausbildung decken," so Witt.

Dem gegenüber stehen derzeit 1.931 gemeldete Bewerber (-406 oder 17,4 %). „Wir sind weiterhin für junge Menschen da. Wir beraten telefonisch, im Videochat und wir sind auch online präsent. Es zeigt sich deutlich, dass der persönliche Kontakt zur Berufsberatung in den Schulen fehlt und bitten die Schülerinnen und Schüler, die neuen Wege zur Kontaktaufnahme zu nutzen. Es ist nicht immer eine gute Idee, ein weiteres Jahr zur Schule zu gehen", weiß Witt.

Die Berufsberatung steht neben terminierten telefonischen- oder Videoberatungen auch an den Beratungstagen am Dienstag und Donnerstag von 8 Uhr bis 16 Uhr ohne Termin unter der Telefonnummer 0531 207 - 1199 für Antworten rund um die Berufswahl bereit. Auch online unter www.arbeitsagentur.de/kannsteklicken können Terminwünsche entgegen genommen werden.

Die nächste Presseinformation zur Entwicklung am Arbeitsmarkt erscheint am 2. März.