02.11.2022 | Presseinfo Nr. 61

Weiter insgesamt stabile Lage trotz des schwierigen Umfelds

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober gegenüber dem Vormonat um 307 auf insgesamt 19.580 gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,0. Das sind 0,4 Prozentpunkte über dem Wert vor einem Jahr. Die Entwicklung zum Vorjahresmonat in Zahlen: +1.344 oder 7,4 Prozent.
 

„Der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, wenngleich die Lage aktuell stagniert. Unterbrochene Lieferketten, Materialengpässe und Preissteigerungen beeinträchtigen die wirtschaftliche Entwicklung. Ich erwarte aber auch aufgrund des hohen Arbeits- und Fachkräftebedarfes keinen Einbruch auf dem Arbeitsmarkt. Bereits in vergangenen Krisen haben sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt entkoppelt.", kommentiert Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, die aktuellen Zahlen.

Unterbeschäftigung.

Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im aktuellen Berichtsmonat bei 26.329 Personen, dies sind 6,4 Prozent oder 1.585 Personen mehr als vor einem Jahr.

Ukrainische Geflüchtete

Die Menschen, die seit Februar 2022 aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet sind, werden seit 1. Juni von den Jobcentern betreut. Dies lässt die Zahl der Arbeitslosen ansteigen. Im gesamten Agenturbezirk werden aktuell 1.732 arbeitslose Ukrainer gezählt, darunter sind 1.230 Frauen. Vor einem Jahr waren es noch 35, darunter 27 Frauen.

Der überwiegende Teil ist bei den Jobcentern gemeldet: 1.711 waren es im September, davon 1.218 Frauen.

Jugendarbeitslosigkeit

Die Zahl der jungen Arbeitslosen ist erwartungsgemäß im Oktober weiter gesunken. Insgesamt werden 1.668 Arbeitslose unter 25 Jahren gezählt. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vormonat um 118 oder 6,6 Prozent.

Wie wird sich der Arbeitsmarkt im kommenden Jahr entwickeln?

Herbstprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Der Arbeitsmarkt wird durch die wirtschaftlichen Rückschläge nach Einschätzung unseres IAB beeinträchtigt, allerdings dürfte es jedoch in Anbetracht des hohen Arbeitskräftebedarfs keinen Einbruch geben. In der Herbstprognose geht unser Forscherteam für das laufende Jahr von einer Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 700 auf 254.700 Millionen Personen und für 2023 von einem leichten Minus um Mittelwert von 300 auf 254.400 Personen. Die Zahl der Arbeitslosen wird 2022 bei 19.500 Personen stagnieren und im Jahr 2023 um 700 Personen im Mittelwert auf 20.200 steigen, auch aufgrund der Registrierung ukrainischer Geflüchteter in der Grundsicherung.

Gemeldete Arbeitsstellen

Obwohl die Zugänge im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen sind (-214 oder 16,0 Prozent), liegt der Bestand mit insgesamt 6.581 noch über dem Vorjahreswert (+128 oder 2,0 Prozent). Damit werden die Besetzungsschwierigkeiten bei den Stellen sichtbar. Die durchschnittliche Vakanzzeit der gemeldeten Stellen beträgt derzeit 179 Tage.

Im Oktober 2019 lag diese noch bei 108 Tagen. Die TOP5 der gemeldeten Arbeitsstellen:

Fachkräfte im Verkauf (223 Stellen), Reinigungshelfer (185), Fachkräfte in der Gesundheits-und Krankenpflege (179), Gastronomiehelfer (162) sowie Bürofachkräfte (150)