03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitsmarkt geht stabil ins nächste Jahr

Arbeitslosigkeit sinkt im Agenturbezirk im Jahresdurchschnitt erstmals auf unter 19.000
 
Neue Daten zur Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung: weiterer Anstieg

Auch im Dezember präsentierte sich der Arbeitsmarkt in stabiler Verfassung.

Dem erwarteten saisonalen Verlauf in der Region entsprechend, ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember jedoch leicht gestiegen. Konkret waren im zurückliegenden Monat 17.451 Menschen bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern arbeitslos gemeldet, 133 mehr als im November. Die stabile und positive Entwicklung zeigt sich abermals im Vorjahresvergleich: Dort werden 1.087 Menschen (-5,9 Prozent) weniger gezählt.

Die aktuelle Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Braunschweig-Goslar beträgt 5,3%. Sie liegt damit 0,4 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat.

Der Arbeitsmarkt im Jahr 2019: Rückblick und Ausblick

„Insgesamt war es wieder ein gutes Jahr für den regionalen Arbeitsmarkt. Die positive Entwicklung setzte sich auch 2019 fort. So konnten abermals Rekordtiefs seit der Wiedervereinigung vermeldet werden. Die Arbeitslosigkeit sank auf einen Jahresdurchschnitt von 18.469 Arbeitslosen. In der zweiten Jahreshälfte hat die Konjunktur bundesweit leicht an Dynamik verloren. Der Arbeitsmarkt reagiert jedoch mit Zeitverzögerung auf konjunkturelle Veränderungen. Gravierende Einflüsse auf den regionalen Arbeitsmarkt hatte dies noch nicht zur Folge. Die Beschäftigung ist weiter leicht auf insgesamt 251.549 (Stand Juni 2019) gestiegen und die Arbeitskräftenachfrage ist mit über 5.000 gemeldeten Stellen weiter ungebrochen", bilanziert Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar das vergangene Jahr. Der geschärfte Blick der Arbeitsagenturen auf qualifizierungsfähige Beschäftigte in den Unternehmen seit Januar 2019 zeigt erste positive Wirkungen.

Ebenfalls seit Januar 2019 ist es noch leichter, Langzeitarbeitslose in den eigenen Betrieb zu integrieren: Das Teilhabechancengesetz fördert Arbeitgeber mit hohen Zuschüssen und Coachingmaßnahen und ist damit ein Paradigmenwechsel in der Politik zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Erstmals können Menschen, die lange Zeit arbeitslos waren und viele Jahre Grundsicherung beziehen, eine reguläre Beschäftigung zum Tariflohn antreten.

„Auch im Jahr 2020 wird die Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt durch das Fehlen von regionalen Fachkräften in vielen Branchen mit negativen Folgen für ein Ansteigen sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung einerseits und einer weiter zunehmenden Zahl von Kundinnen und Kunden mit erschwerten Integrationschancen am Markt andererseits geprägt sein", so Witt.

Für den regionalen Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar wird im Jahr 2020 mit einer leicht steigenden Beschäftigungsentwicklung gerechnet. Im Mittelwert 2019 werden rund 252.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Agenturbezirk erwartet. Die Agentur für Arbeit rechnet mit einer weiter leicht sinkenden Arbeitslosigkeit, wenn auch nicht mehr in der Ausprägung der vergangenen Jahre.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im aktuellen Berichtsmonat bei 25.357 Personen, dies sind 2,9 Prozent oder 765 Personen weniger als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage

Die Anzahl der gemeldeten Stellen ist weiterhin auf einem hohen Niveau.

5.145 freie Stellen sind aktuell gemeldet. 947 davon sind länger als sechs Monate vakant.

Die durchschnittliche Vakanzzeit, also die Zeit vom frühestmöglichem Besetzungstermin bis zum Abmelden der Arbeitsstellen, liegt aktuell bei 115 Tagen. Im Dezember 2018 wurden 121 Tage bis zur Stellenabmeldung gezählt.

Die TOP5 der gemeldeten Stellen sind aktuell: Fachkräfte im Verkauf (227 Stellen), Alten-pflege-Fachkräfte (182 Stellen), Reinigungshelfer (146 Stellen), Fachkräfte in der Gastronomie (140 Stellen) sowie Helfer als Kranführer/Bediener von Hebeeinrichtungen (127 Stellen).