05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitsmarkt: „Auswirkungen des ersten Lockdowns noch deutlich sichtbar“

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember gegenüber dem Vormonat leicht um 55 auf ins-gesamt 20.633 gestiegen. Im Jahresdurchschnitt 2020 wurden im Agenturbezirk Braun-schweig-Goslar insgesamt 20.846 Arbeitslose gezählt. Das sind 2.376 oder 12,9 Prozent mehr gegenüber 2019. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl im Jahresdurschnitt von 5.644 im Jahr 2019 auf 7.484 im Jahr 2020 gestiegen (+1.840 oder 32,6 Prozent). Bei den Job-centern von Braunschweig bis Braunlage fiel der Anstieg deutlich moderater aus. Im Jahr 2020 wurden 13.362 Arbeitslose gezählt, das waren im Jahresdurchschnitt 536 oder 4,2 Prozent mehr als noch im Jahr 2019.

Der Arbeitsmarkt im Jahr 2020 war durch Kurzarbeit geprägt. „Vorab: Kurzarbeitergeld er-möglicht eine Win-Win-Situation. Sie ist ein flexibles Instrument, um Beschäftigte am Ar-beitsplatz zu halten und Kündigungen zu vermeiden. Kurzarbeit ist immer einschränkend und doch ein gutes Zeichen in schwierigen Zeiten, denn Unternehmen wollen diese Arbeits-plätze erhalten", zieht Gerald Witt Fazit auf die historisch hohen Zahlen. „Die Bundesregie-rung hatte den erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld in einem ersten Schritt bereits ver-längert. Die Corona-Situation verschlechtert sich zusehends. Deshalb war es wichtig, dass die Unternehmen frühzeitig Klarheit haben, dass die Regelungen zum Kurzarbeitergeld ver-längert werden. Die Zeiten des pandemiebedingten Bezuges von Kurzarbeitergeld sollen verstärkt für berufliche Weiterbildung genutzt werden. Deshalb können Arbeitgeber bei einer Verbindung von Kurzarbeit und Qualifizierung die Sozialbeiträge weiterhin zu 100 Prozent erstattet bekommen."

Am 13.12.2020 ist als Reaktion auf die Corona-Entwicklungen eine deutliche Ausweitung der Einschränkungen für Wirtschaft und öffentliches Leben beschlossen worden. Die Rege-lungen sind am 16.12.2020 in Kraft getreten. Der statistische Zähltag im Dezember war der 10.12.2020. Auswirkungen des strikten Lockdowns können sich damit noch nicht in den ak-tuellen Monatswerten für Dezember 2020 zeigen.

„Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen des zweiten Lockdowns im November rea-giert – glücklicherweise aber nicht mit einer Zunahme von Entlassungen", blickt Witt auf die Entwicklungen der letzten Wochen zurück. „Die letzten Monate sind gut gelaufen und die Arbeitslosigkeit ist seit August wieder gesunken. ABER: Die Auswirkungen des Lockdowns im Frühjahr sind nach wie vor sehr deutlich sichtbar, wenn wir die Arbeitsmarktdaten vom März und nun vom Dezember vergleichen. Die Arbeitslosigkeit ist um 2.523 gestiegen und wir hatten von März bis August durchschnittlich monatlich 30.955 Kurzarbeitende."

Unterbeschäftigung.

Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im aktuellen Berichtsmonat bei 27.333 Personen, dies sind 7,9 Prozent oder 2.010 Personen mehr als vor einem Jahr.

Gemeldete Arbeitsstellen

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zurückhaltung der Betriebe bei der Arbeitskräftesuche deut-lich erkennbar. Seit Jahresbeginn wurden 1.869 Stellen weniger gemeldet als im Vorjahres-vergleich. Die Nachfrage liegt unter dem Niveau des Vormonats (-154 Stellen).

Aktuell werden 4.508 Arbeitsstellen im Bestand gezählt, das sind 637 weniger als noch vor einem Jahr (- 12,4 Prozent). Gegenüber dem Vormonat nahm die Nachfrage leicht ab (-75 gemeldete Stellen oder 1,6 Prozent).

Die TOP5 der gemeldeten Stellen finden sich bei den Fachkräften im Verkauf (170), Alten-pflegefachkräften (154 Stellen), Kranführerhelfer (137), Bauelektrik-Fachkräfte (97) sowie Fachkräften in der Gesundheits- und Krankenpflege (94).

Neue Daten zur Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

Ende Juni 2020, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik mit gesicherten Angaben, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar auf 249.930.

Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 1.619 oder 0,6%, nach +1.660 oder +0,7% im Vorquartal. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei Heimen und Sozialwesen (+459 oder +2,4%); am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung in der Arbeitnehmerüberlassung (–1.466 oder –26,3%).

Die nächste Presseinformation zur Entwicklung am Arbeitsmarkt erscheint am

Freitag, 29.01.2021.