01.09.2020 | Presseinfo Nr. 87

Im August mehr Arbeitslose als im Vormonat


Arbeitslosenzahl:  46.664

Veränderung gegenüber Vormonat: +987 bzw.     +2,2 %

Veränderung gegenüber Vorjahresmonat: +7.404, bzw. +18,9%
Arbeitslosenquote (Vorjahreswert): 10,9%   (9,3%)

 

 

Arbeitslosigkeit

Im Berichtsmonat August ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat erneut angestiegen. Der Anstieg erfolgte zu einem großen Anteil durch die Arbeitslosmeldung Jugendlicher unter 20 Jahre nach Schulabschluss. Mit 46.664 arbeitslos gemeldeten Personen liegt die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven im Berichtsmonat um 987 Personen oder +2,2 Prozent höher als im Vormonat Juli. Gegenüber dem August 2019 gab es eine Zunahme um 7.404 Personen oder +18,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug   im August 10,9%. (Vormonat: 10,7%, Vorjahresmonat: 9,3%).

Stadt Bremen:  Mit 35.148 arbeitslos gemeldeten Personen hat die Arbeitslosigkeit in der Stadt Bremen im Berichtsmonat August um 769 Personen oder +2,2 Prozent zugenommen. Gegenüber dem Vorjahresmonat August waren 5.395 Personen mehr arbeitslos gemeldet (+18,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug im August 11,5% (Vormonat 11,2%, Vorjahresmonat 9,9%).                                                                                                        

Stadt Bremerhaven: In der Stadt Bremerhaven hat die Arbeitslosigkeit im August zugenommen. Mit 9.009 Personen gab es 176 gemeldete Arbeitslose mehr als im Juli (+2,0%). Gegenüber dem Vorjahr befanden sich im aktuellen Monat 1.591 Person mehr in der Arbeitslosigkeit (+21,4%). Die Arbeitslosenquote betrug im August 14,9% (Vormonat 14,6%, Vorjahr 12,3 %).

Landkreis Osterholz: Im Berichtsmonat August hat die Arbeitslosigkeit im Landkreis Osterholz   zugenommen.  Mit 2.507 arbeitslos gemeldeten Personen ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 42 Personen oder +1,7 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr gab es eine Zunahme um 418 Personen oder +20,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug im August 4,1% (Vormonat 4,0%, Vorjahresmonat 3,5%).

Statement 

Armin Zubrägel, Stellv. Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Im August wurde von 102 Unternehmen für weitere 2.057 Personen Kurzarbeit angezeigt.  Seit Beginn der Corona-Pandemie im März haben bis Ende August damit insgesamt 8.168 Betriebe für 166.819 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven angezeigt. Die Kurzarbeit hat weiterhin nahezu alle Branchen erfasst. Schwerpunkte sind aber besonders die Automobilherstellung, die Stahlindustrie, der Groß- und Einzelhandel, die Logistik, die Zeitarbeit und das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die tatsächliche Inanspruchnahme zeigt sich erst nach und nach, weil Unternehmen drei Monate Zeit für die Abrechnung haben. Die Unternehmen versuchen durch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit, ihr Personal vor Entlassung zu bewahren. Dieser Schutz hat bisher gewirkt. Im August hat es zwar einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit gegeben. Die Ursachen dafür liegen aber hauptsächlich im saisonalen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 20-Jährigen zwischen Schulabschluss und Beginn von Ausbildung und Studium, sowie dem im Urlaubsmonat August geringeren Zahl der Teilnehmer/innen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Das Niveau der Arbeitslosigkeit liegt aktuell knapp 19 Prozent über dem des Vorjahres. Der Zugang in Arbeitslosigkeit aus Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt ist auf exakt dem gleichen Niveau wie im Vormonat. Erfreulich ist, dass die Zahl der Menschen, die die Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme beenden konnten im Vergleich zum Vormonat weiter gestiegen ist. Die Zahl der Arbeitsaufnahmen liegt gut 18 Prozent über dem Vormonat, aber noch knapp 17 Prozent unter dem Vorjahres-August.

Die Zahl der zur Besetzung gemeldeten Stellen hat im Urlaubsmonat August abgenommen und liegt gut 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Mehr Vermittlungsaufträge gab es aus dem Gastgewerbe.“

Arbeitskräftenachfrage

Im August wurden der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven von den Betrieben 1.224 Stellen zur Besetzung aufgegeben. Das waren 315 Stellen oder -20,5 Prozent weniger als im Vormonat. Gegenüber dem August 2019 hat die der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven gemeldete Arbeitskräftenachfrage um -594 Stellen oder -32,7 Prozent abgenommen.  Insgesamt befanden sich im August 6.105 offene Stellen im Bestand. Das waren 35 Stellen oder -0,6% weniger als im Vormonat und 2.103 Stellen oder -25,6% weniger als im August 2019.

Kurzarbeit

Seit Beginn der Corona-Krise haben 8.168 Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven bis Ende August für insgesamt voraussichtlich 166.819 Personen Kurzarbeit angezeigt.

In der Stadt Bremen haben dies 6.160 Unternehmen für 129.980 voraussichtlich betroffene Mitarbeiter/innen getan.

In Bremerhaven zeigten 1.088 Unternehmen von April bis August für voraussichtlich 23.854   Personen Kurzarbeit an.

Im Landkreis Osterholz waren das 920 Unternehmen, die für bis zu 12.973 Personen Kurzarbeit anzeigt haben.

Für den jeweiligen Monat können die Betriebe die Anzeige auf Kurzarbeit bis zum Monatsende einreichen. Die Zahlung des Kurzarbeitergeldes durch die Agenturen für Arbeit erfolgt anhand der Abrechnungslisten aus den Betrieben. Diese müssen für jeden Kalendermonat mit Kurzarbeit innerhalb von drei Monaten nach Beendigung dieses Monats eingereicht werden. Daher liegen valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor. Weitere Daten finden Sie im Anhang auf der letzten Seite.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Betrachtet man die besonderen Personengruppen am Arbeitsmarkt, so gab es im August folgende Entwicklungen: Einen prozentual deutlich höheren Anstieg als den der allg. Arbeitslosigkeit von +2,2% verzeichnete die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe 15 - unter 20 Jahre mit +36,6%, (+260 Personen) gefolgt von den Langzeitarbeitslosen mit +2,5% (+432 Personen) und der Arbeitslosigkeit der Gruppe der Älteren (55 Jahre und älter) mit +2,5% (183 Personen).  Durchschnittlich angestiegen ist die Arbeitslosigkeit der Ausländer (+2,3 %, +409 Personen). Leicht unterdurchschnittlich stieg die Arbeitslosigkeit der schwerbehinderten Menschen (+1,8%, +33 Personen).

Unterbeschäftigung                  

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden[1].

Nach dieser Definition waren nach vorläufigen Angaben im August 59.157 Personen im Agenturbezirk Bremen-Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren 417 Personen mehr als im Vormonat (+0,7%) und 5.358 Personen oder +10,0 Prozent mehr als vor einem Jahr.

In der Stadt Bremen waren 44.240 Personen unterbeschäftigt, 304 Personen (+0,7%) mehr als im Vormonat und 4.003 Personen (+9,9%) mehr als im Vorjahr. Mit 11.444 Personen waren in Bremerhaven 107 Personen oder +0,9% mehr unterbeschäftigt als im Vormonat und 993 Personen (+9,5%) mehr als im August 2019. Die Zahl der Unterbeschäftigten im Landkreis Osterholz lag mit 3.473 Personen um 6 Personen (+0,2%) höher als im Vormonat und um 362 Personen (+11,6%) höher als gegenüber dem Vorjahresmonat August.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

8.815 Personen haben im August im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik teilgenommen. Das waren 686 Personen (-7,2%) weniger als im Vormonat und 1.173 Personen (-11,7%) weniger als im Vorjahr. An beruflicher Weiterbildung haben im August 2.093 Personen teilgenommen. Das waren 150 Personen weniger (-6,7%) als im Juli und 48 Teilnehmer weniger (-2,2%) als im August 2019. Mit 1.975 Personen hat es 72 Teilnehmer weniger an Beschäftigung schaffenden Maßnahmen gegeben als im Vormonat (-3,5%) und 75 Teilnehmer weniger (-3,7%) als im Vorjahresmonat August.

Ausbildungsmarkt

Im August gab es 4.908 gemeldete Ausbildungsplatzbewerber/innen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven. Das waren 27 Bewerber/innen oder -0,5% weniger als im August des Vorjahres   Den Ausbildungsplatzbewerber/innen standen im August 5.122 von den Unternehmen seit Beginn des Berufsberatungsgeschäftsjahres zur Besetzung aufgegebenen Ausbildungsplätze gegenüber. Zum Vorjahresmonat August sind von den Unternehmen 645 Ausbildungsplätze weniger gemeldet worden (-11,2 Prozent).

Als noch unversorgt waren im August 1.488 Ausbildungsplatzbewerber/innen registriert. Das waren 263 Personen oder +21,5% mehr als im Vorjahr. 1.237 Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt gewesen (+84 Ausbildungsstellen, +7,3%).

Auf der Ebene der Einzelberufe gibt es jedoch erhebliche Ungleichgewichte zwischen Ausbildungsplatzangebot und Ausbildungsplatznachfrage.

Armin Zubrägel: „Auf dem Ausbildungsmarkt ist auch nach dem ersten Ausbildungsstarttermin im August noch Bewegung. Unternehmen haben noch neue Ausbildungsplätze gemeldet und durch unsere Anrufaktion in den Sommerferien sind auch noch neue Ausbildungsplatzbewerber aufgenommen worden. Wir wollen allen Jugendlichen, die noch unversorgt sind helfen und führen mit den Kammern in Bremen und Bremerhaven Anfang September zwei große telefonische Nachvermittlungsaktionen durch. Auch in den ersten Wochen der Ausbildung ergeben sich durch Ausbildungsabbrüche in der Probezeit noch Möglichkeiten und in diesem Jahr ist der Ausbildungsstart ohnehin durch die Corona-Pandemie auch später noch möglich. Kontakt halten zur Berufsberatung ist daher extrem wichtig. Wer Fragen hat, kann sich gerne an die extra dafür eingerichtete lokale Service-Telefonnummer der Berufsberatung* wenden.“

* Berufsberatungshotline: 0421 178 1245 (kostenpflichtig). Montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 16.30 Uhr erreichbar.

 

 

[1] Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Gründungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.