03.12.2020 | Presseinfo Nr. 113

Am 3. Dezember „Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung“

Bremen/Bremerhaven/Osterholz: Am 3. Dezember ist der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderung“. Mehr als 10 Prozent der Bevölkerung sind von Beginn oder im Laufe ihres Lebens von einer Behinderung betroffen. Dabei kann es durch Unfall oder Krankheit jeden jederzeit treffen. Dann geht es darum, am sozialen und beruflichen Leben wieder oder überhaupt erst einmal teilnehmen zu können. Die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven hat zwei Teams für Rehabilitation mit spezialisierten Arbeitsvermittler/innen, Berater/innen und Sachbearbeiter/innen, die betroffenen Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen. 
 

Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven anlässlich des „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“: „Wer behindert ist, oder eine Behinderung im Laufe seines Lebens erleidet, hat leider mit vielen Schwierigkeiten und Vorurteilen zu kämpfen. Dabei muss sich ein bestehendes Handicap zum Beispiel keineswegs negativ auf die schulische oder berufliche Leistungsfähigkeit auswirken. Wichtig ist, jeden Menschen nach seinen individuellen Möglichkeiten zu fördern und so die jeweiligen Stärken herauszuarbeiten. Bestehende Defizite lassen sich oft durch spezielle Hilfen ausgleichen. Unsere Reha-Teams setzen genau dort an und machen vieles möglich. So betreuen wir derzeit ca. 2.000 Menschen mit Rehabilitationsbedarf als Reha-Träger und 600 arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung. Jedes Jahr geben wir für Qualifizierungsmaßnahmen und erforderliche Umbauten ca. 24 Millionen Euro aus. Gut angelegtes Geld, wie ich meine. Die CORONA-Pandemie macht die Arbeit mit den Menschen mit Behinderungen aktuell allerdings nicht leichter. Gerade die Möglichkeit, sich im Rahmen eines – auch längerfristigen – Praktikums am Arbeitsmarkt beweisen zu können und Betriebe durch das persönliche Kennenlernen von sich zu überzeugen, ist aktuell stark eingeschränkt. Ich appelliere daher an Arbeitgeber auch unter den derzeitigen Umständen immer auch vorurteilsfrei zu prüfen, ob nicht ein Mensch trotz seines Handicaps genau der Richtige für das Unternehmen ist.“

Aktuell sind bei der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven 1.744 Menschen mit einer Behinderung arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anteil von 4% an allen Arbeitslosen. Die Corona bedingt schwierige Arbeitsmarktlage geht auch an diesen Personen nicht spurlos vorbei: Im Vergleich zum Vorjahr gab es im November 169 Personen (+10,7%) mehr, die sich arbeitslos melden mussten.  

Im Rahmen der beruflichen Rehabilitation werden bei der Agentur für Arbeit Menschen mit seelischer, geistiger, körperlicher oder Lern-Behinderung durch das Team für berufliche Rehabilitation und Teilhabe betreut. Die individuelle Feststellung, ob Hilfen der beruflichen Rehabilitation angezeigt sind, erfolgt über Ärztliche und Psychologische Gutachten.

Bei den Angeboten wird unterschieden zwischen solchen für junge Menschen am Anfang ihres Erwerbslebens und Menschen, die aufgrund einer Beeinträchtigung nicht mehr in ihrem bisherigen Beruf arbeiten können.

Schüler*innen mit Behinderungen bzw. mit Förderbedarf werden erstmalig in der Abgangs- oder Vorabgangsklasse der allgemeinbildenden Schulen beraten. Es werden Ihnen und ihren Eltern Wege über die Reha-Beratung vorgestellt.

Nach Beendigung der Schulpflicht können – je nach Notwendigkeit – verschiedene Angebote unterbreitet werden; dazu gehören allgemeine und spezielle Maßnahmen zur Vorbereitung auf Ausbildung oder Arbeit oder auch Ausbildungen mit spezieller Förderung.

Für Menschen, die aufgrund einer – zumeist seelischen oder körperlichen – Beeinträchtigung nicht mehr in ihrem bisherigen Beruf arbeiten können, stehen weitere Maßnahmen zur Reintegration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, aber auch allgemeine und spezielle Fortbildungs- und Umschulungsangebote zur Verfügung.

Wenn es behinderungsbedingt notwendig ist, können einige Angebote auch außerhalb des Agenturbezirkes stattfinden; die auswärtige Unterbringung wird in diesen Fällen ebenfalls durch die Agentur für Arbeit finanziert.

Die Vermittlung in Arbeit und Ausbildung von Menschen mit einer Schwerbehinderung gehört im Regelfall – bis auf Ausnahmen -  auch zu den Aufgaben des Reha-Teams.

Arbeitgebern können zudem spezielle Zuschüsse für Menschen mit Behinderungen gezahlt und Arbeits- sowie Ausbildungsplätze behinderungsbedingt umgebaut werden.

Mehr Informationen im Internet unter:

https://www.arbeitsagentur.de/menschen-mit-behinderungen

oder Tel. 0800 4 5555 00 (kostenfrei)