02.03.2021 | Presseinfo Nr. 20

Bremerhaven: Arbeitslosigkeit steigt nur leicht an im Februar

Arbeitslosenzahl (Februar 2021, Bremerhaven): 8.380

Veränderung gegenüber Vormonat: +152 bzw.  +1,8 %

Veränderung gegenüber Vorjahresmonat: +597 bzw. +7,7%
Arbeitslosenquote (Vorjahreswert):  13,8 %    (12,9%)

 

Bremerhaven: Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, sagt zur aktuellen Entwicklung des Arbeitsmarktes: „In diesem Februar ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen etwas stärker als üblich angestiegen. Allerdings fiel erfreulicherweise der Anstieg vor dem Hintergrund des laufenden Lock-down erheblich geringer aus als befürchtet. Im Vergleich zum letzten Jahr zeigt der Markt in Bremerhaven eine deutlich verringerte Dynamik. Weniger Menschen verloren ihre Arbeit und meldeten sich arbeitslos, genauer gesagt 16,5 Prozent weniger. Andererseits konnten aber auch deutlich weniger Arbeitslose in eine Beschäftigung wechseln als vor zwölf Monaten (-28,6 Prozent).  Diese Starrheit am Arbeitsmarkt macht sich nun auch mit einem Anstieg der Zahl der Langzeitarbeitslosen bemerkbar. Hier gab es ein Plus von 30,4% zum Vorjahr. Immerhin liegt die Arbeitslosigkeit insgesamt nur 7,7% über dem Vorjahresniveau, das ist angesichts der anhaltenden Krise ein wirklich guter Wert.

Der Einsatz von Kurzarbeit in den Betrieben hat den Anstieg der Arbeitslosigkeit über die saisonal übliche Entwicklung hinaus weiterhin in großem Ausmaß verhindert. Das Niveau ist weiterhin hoch, neue Anzeigen gab es im Februar aber nur halb so viele wie im Januar. Davon wären auch weniger Menschen betroffen als im Vormonat. Im Februar gab es 62 neue Anzeigen für weitere 584 Personen. Im Januar waren es noch 122 neue Anzeigen für voraussichtlich 1.407 Kurzarbeitende.  Die Personalnachfrage hat erfreulicherweise nun angezogen um 16,8 Prozent, aber sie liegt noch weit unter dem Niveau vor zwölf Monaten

(-34,6%). Neue Stellen meldete insbesondere das Verarbeitende Gewerbe sowie die Öffentliche Verwaltung.“

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

Im Februar befanden sich in Bremerhaven 8.380 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit stieg binnen Monatsfrist um 1,8 Prozent (+152 gemeldete Arbeitslose).

Im Vergleich zum Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit um 597 Personen (+7,7 Prozent) höher. Die Quote der Arbeitslosigkeit stieg im Februar auf 13,8 Prozent an (Vormonat: 13,6%,

Februar 2020: 12,9%).

Im Vorjahresvergleich stieg die Arbeitslosigkeit in den betrachteten separaten Personengruppen unterschiedlich an. Die Spanne der Veränderungen reichte im Februar von +5,6% bei den 15 bis unter 25-Jährigen bis zum Anstieg von +9,5% in der Gruppe der 50-Jährigen und Älteren.

Stellenangebot im Februar wieder umfangreicher

Im Berichtsmonat meldeten die Betriebe in der Stadt Bremerhaven 257 neue Stellen an die Arbeitsagentur zur Besetzung. Das waren 37 Stellen (+16,8 Prozent) mehr als im Januar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es allerdings einen Rückgang um 136 neu gemeldete Stellen (-34,6%). Der Bestand insgesamt an freien Stellen lag mit 1.105 Arbeitsangeboten leicht über dem Vormonatsniveau (+27 Stellen oder +2,5%), aber unter dem Niveau des Vorjahres (-138 Stellen oder -11,1%).

Den deutlichsten Anstieg an gemeldeten Stellen gab es binnen Monatsfrist im Verarbeitenden Gewerbe (+22 Stellen) sowie der Öffentlichen Verwaltung (+14 Stellen). Weniger Stellen meldete insbesondere die Arbeitnehmerüberlassung (-23 Stellen) und das Gastgewerbe (-13 Stellen). 

Neue Anzeigen von Kurzarbeit

Die Betriebe müssen gemäß § 99 SGB III grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit eine Anzeige erstatten. Diese werden dann geprüft und zum Beispiel um doppelte Anzeigen bereinigt. Valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen insgesamt erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor.

Aktuell liegen Zahlen für geprüfte Anzeigen bis zum Stichtag 24. Februar vor. In Bremerhaven wurden im Februar 62 neue Anzeigen für Kurzarbeitergeld gestellt, betroffen davon wären maximal 584 Personen. In Bremerhaven zeigten seit Beginn der Corona-Krise im März bis zum Berichtsmonat insgesamt 1.496 Unternehmen für maximal 28.469 Personen Kurzarbeit an.

Wie hoch die tatsächliche Inanspruchnahme der Kurzarbeit ist, zeigt sich erst in den folgenden Monaten. Daher liegen valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor. Derzeit liegen die Daten für Augst 2020 vor. Damals lag die tatsächlich realisierte, konjunkturelle Kurzarbeit in der Seestadt bei 362 Betrieben für 4.522 betroffene Mitarbeitende.

Weniger Arbeitslose in der Arbeitsagentur, mehr im Jobcenter:

Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen   

Jobcenter (Sozialgesetzbuch II): Beim Jobcenter in der Stadt Bremerhaven waren im Februar 6.197 Arbeitslose gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl derjenigen, die auf die Grundsicherung angewiesen sind, um 2,9 Prozent (oder +174 Personen). Gegenüber dem Vorjahr waren 484 Personen (oder +8,5%) mehr beim Jobcenter arbeitslos gemeldet.

Agentur für Arbeit (Sozialgesetzbuch III):  In der Stadt Bremerhaven waren im Februar mit 2.183 Arbeitslosen weniger Menschen im Rechtskreis SGB III bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet als im Vormonat (-22 Personen oder -1,0%). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen dagegen an (+113 Personen oder +5,5%). Dieser Abstand zum Vorjahresniveau war zum Jahresende hin allerdings noch deutlich ungünstiger (November +30,1%, Dezember +18,3%).

Maßnahmeangebot bleibt unter dem Umfang des Vorjahres

2.124 Personen nahmen im Februar in Bremerhaven an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters teil. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Teilnehmenden um 2,7 Prozent (-58 Personen).

Die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie wirken sich weiterhinauf die Jahresentwicklung aus. Anders als im Vorjahr waren -14,0% Teilnehmende weniger (oder

-347 Personen) in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik als vor zwölf Monaten.

Umfang der Unterbeschäftigung auf Vorjahresniveau  

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nach der gesetzlichen Statistik nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden*.

Nach dieser Definition waren nach vorläufigen Angaben im Februar 10.935 Personen im Agenturbezirk Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren 194 Personen mehr als im Vormonat (+1,8%) und 35 Personen mehr (+0,3 Prozent) als vor einem Jahr.

* Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Grün-dungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.