30.10.2018 | Presseinfo Nr. 53

Ausbildungsstellenmarkt im Rhein-Erft-Kreis

„Ich freue mich, dass wir auch die diesjährige Bilanz zum Ausbildungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis in einem interessanten Unternehmen ziehen können“, läutete Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, das gemeinsam mit den Kammern organisierte Pressegespräch ein, das in diesem Jahr bei der Ribbex GmbH in Wesseling stattfand.

•           2.870 Ausbildungsplatzbewerber  
•           3.094 Ausbildungsstellen  
•           1.274 Bewerber beginnen eine ungeförderte betriebliche Ausbildung
•           118 Bewerber suchen noch eine Ausbildung
•           213 Ausbildungsstellen noch zu besetzen

„Ich freue mich, dass wir auch die diesjährige Bilanz zum Ausbildungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis in einem interessanten Unternehmen ziehen können“, läutete Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, das gemeinsam mit den Kammern organisierte Pressegespräch ein, das in diesem Jahr bei der Ribbex GmbH in Wesseling stattfand. Gemeinsam mit Dr. Markus Eickhoff von der Handwerkskammer zu Köln, Vera Lange der Industrie- und Handelskammer Köln sowie Heribert Ropertz, der Kreishandwerkerschaft, stellte er die Ergebnisse des Beratungsjahres 2017/2018 vor.

Für den Zeitraum von Oktober 2017 bis September 2018 wurden im Rhein-Erft-Kreis 2.870 Bewerber registriert, 132 oder 4,4 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dem gegenüber standen der Arbeitsagentur 3.094 Ausbildungsstellen im Rhein-Erft-Kreis zur Vermittlung zur Verfügung, dies sind 1.056 oder 51,8 Prozent mehr als im letzten Jahr. „Hier ist aber wichtig zu wissen, dass dieser Anstieg hauptsächlich durch ein größeres Angebot an außerbetrieblichen Berufsausbildungsstellen zustande kam. Das Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen sank um 34 oder 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, erklärt Imkamp.  

Rund 68 Prozent der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen konnten in diesem Jahr mit passenden Bewerbern besetzt werden, 1.274 der 2.870 jungen BewerberInnen aus dem Rhein-Erft-Kreis konnten im Berichtsjahr eine ungeförderte betriebliche Ausbildung beginnen. Insgesamt 454 junge Menschen haben sich für eine weiterführende Schule, Studium oder ein Praktikum entschieden und 250 nahmen von einer Berufsausbildung Abstand und begannen eine Erwerbstätigkeit.

Unter den TOP-10 der Ausbildungsstellen waren im Rhein-Erft-Kreis vor allem die Stellen im Verkauf bzw. Einzelhandel, hier wurden insgesamt 313 Auszubildende gesucht. Darauf folgten die Angebote der Lagerlogistik, die 125 Auszubildende suchten. Viele Angebote gab es auch für Ausbildungsplätze zum/zur Kaufmann/frau für Büromanagement, Chemikanten/in, Zerspanungsmechaniker/in, Medizinische/r Fachangestellte/r und Zahnmedizinische Fachangestellte als auch für den Friseurberuf.

Auch von den Bewerberinnen und Bewerber wurden vorrangig viele dieser Berufe gesucht. Wobei bei den männlichen Bewerbern weiterhin der KFZ-Mechatroniker und der Chemikant und bei den jungen Frauen die Medizinische Fachangestellte oder die Kauffrau für Büromanagement hoch im Kurs standen. In den meisten Fällen passten das Angebot und die Nachfrage zusammen, dennoch blieben 213 Ausbildungsstellen unbesetzt und 118 Bewerber fanden bis Ende September keine passende Ausbildungsstelle. „Rein rechnerisch müsste man hier doch schnell Abhilfe schaffen können“, stellte Imkamp in Frage. „Wer den Ausbildungsmarkt kennt, weiß aber, dass es so leider nicht funktioniert. Zu unterschiedlich sind Erwartungen und Anforderungen der Betriebe auf der einen und die Wunschvorstellungen der Jugendlichen auf der anderen Seite.“
Imkamp unterstreicht die wichtige Funktion der Berufsberatung für Ausbildungssuchende: „Insgesamt erhöhen die Schülerinnen und Schüler ihre Chancen auf den gewünschten Traumberuf, wenn sie sich frühestmöglich orientieren und informieren und so zu einer fundierten Berufswahl gelangen. Es gibt neben diesen üblichen Wunschberufen noch so viele spannenden Ausbildungsmöglichkeiten!“
Jährlich suchen eine große Anzahl junger Menschen die Beratungsfachkräfte der Brühler Arbeitsagentur auf und lassen sich zu unterschiedlichsten Themen beraten. Fragen zum Ausbildungsmarkt, zur Berufs- und Studienwahl, zu Seminaren und Bewerbungstrainings werden beantwortet. Informationen zu Messen, Jobbörsen, Auslandspraktika, zum sozialen Jahr, Au-Pair und vieles mehr bilden die fachlichen Inhalte ab. Die Palette ist breit gefächert!
„Auch der Psychologische Dienst der Agentur für Arbeit Brühl stützt den Berufs- und Studienwahlprozess durch Tests und fachliche Beratung“, ergänzt der Ausbildungsmarkt-Experte.

Für einen Beruf mit Zukunft haben sich auch die Auszubildenden der Ribbex GmbH entschieden, denn hier kann man beispielsweise eine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann/frau oder zum/zur Fachinformatiker/in in der Systemintegration machen. „Beide Berufe werden in der digitalen Arbeitswelt von morgen an Bedeutung gewinnen“, erläutert Christian Meinel, Geschäftsführer der Ribbex GmbH.

Imkamp bedankt sich ausdrücklich bei den Ausbildungsbetrieben an Rhein und Erft und für das Engagement der Industrie- und Handelskammer Köln und der Handwerkskammer Köln: „Die Zahl der gemeldeten Stellen für betriebliche und außerbetriebliche Ausbildungsstellen ist beachtlich. Nicht in Vergessenheit geraten darf die Zahl an Ausbildungsverhältnissen, die zusätzlich aufgrund von Initiativbewerbungen, ohne unser Zutun zustande gekommen sind. Uns ist wichtig, dass die Ausbildungsstellen schnell und mit den passenden Bewerbern besetzt werden. Dabei unterstützen wir aktiv die Ausbildungsbetriebe nach ihren Vorgaben und können so gezielt - von uns ausgewählte - Bewerber vorschlagen. Dies gelingt leider nicht immer. Bei abnehmendem Bewerberpotenzial brauchen wir dringend mehr Bereitschaft der heimischen Betriebe, auch den vermeintlich schwächeren Jugendlichen in ihrem Hause eine realistische Chance zu geben.“

Damit die Ausbildung trotzdem erfolgreich verläuft, kann die Agentur für Arbeit Brühl auch hierbei unterstützen:

Die assistierte Ausbildung – eines von vielen guten Angeboten

Die „assistierte Ausbildung“, kurz AsA, ist eines der unterstützenden Angebote - sowohl für die Jugendlichen als auch für die Unternehmen. Hierbei wird der Jugendliche - während seiner dualen Ausbildung in einem Betrieb - sowohl vor als auch während der Ausbildung intensiv betreut. Dieses Angebot richtet sich vor allem an die Jugendlichen mit nicht so guten Noten oder die aus anderen Gründen einen schwierigen Start in die Ausbildung haben. Dem oder der Jugendlichen wird ein Ausbildungsbegleiter zur Seite gestellt, der in Absprache mit ihr oder ihm, dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule feststellt, wo und in welcher Form Unterstützung nötig ist und diese dann auch gibt.

Auch mit einer Einstiegsqualifizierung (EQ) kann der Brückenschlag in die Berufsausbildung noch gelingen. Diese Langzeitpraktika richten sich an bislang unvermittelte Bewerber und Bewerberinnen. Fast 65 Prozent der Jugendlichen wechseln nach einer Einstiegsqualifizierung in eine betriebliche Ausbildung oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Bislang erhielten 11 Jugendliche die Chance zu einer EQ.
Die Agentur für Arbeit bietet zudem weitere Alternativen zum direkten Ausbildungseinstieg an. So nehmen bislang 36 Jugendliche zunächst an Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teil, die durch die Berufsberatung finanziert werden.

„Die 118 unversorgten Jugendlichen werden in den kommenden Wochen im Rahmen der sogenannten Nachvermittlungsaktion eingeladen und von den Beraterteams der Kammern und der Berufsberatung zielgerichtet betreut“, so Imkamp abschließend.

Offene Ausbildungsstellen für sofort stehen noch in den folgenden Berufen zur Verfügung:

-Verkäufer/in

-Zahnmedizinische Fachangestellte

-Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk

-Handelsfachwirt/in

-Kaufmann/frau im Einzelhandel

-Kaufmann/frau Büromanagement

-Friseur/in

-Fachkraft Lagerlogistik

-Fachmann/-frau Systemgastronomie

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen, können sich unbürokratisch unter folgender kostenloser Rufnummer: 0800 4 5555 00 melden.

Arbeitgeber, die eine Ausbildungsstelle anbieten möchten, können sich unter folgender Rufnummer: 0800 4 5555 20 oder per E-Mail: bruehl.arbeitgeber@arbeitsagentur.de mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen.


Ausbildungsmarkt im Bezirk der IHK Köln stabil, aber mit Luft nach oben

Vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen können freie Lehrstellen nicht besetzen

Wesseling, 30. Oktober 2018. Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer zu Köln ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt „stabil, aber nicht zufriedenstellend“. Wie Vera Lange, Leiterin des Bereichs Fortbildung der IHK Köln berichtete, wurden in den vergangenen zwölf Monaten im Bezirk der IHK Köln insgesamt 8.396 Ausbildungsverträge in über 160 Ausbildungsberufen registriert. Das entspricht einem leichten Plus von 0,3 Prozent oder 24 Plätzen im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Regional betrachtet wurden in der Stadt Köln (4.586 neue Verträge, minus 1,1 Prozent) und im Rheinisch-Bergischen Kreis (624 neue Verträge, minus 3,3 Prozent) etwas weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen, während die Stadt Leverkusen (767 neue Verträge, plus 2,4 Prozent), der Rhein-Erft-Kreis (1.336 neue Verträge, plus 4,7 Prozent) und der Oberbergische Kreis (1.083 neue Verträge, plus 1,6 Prozent) jeweils Zuwächse verbuchten.

In fast allen Regionen haben Ausbildungsberufe aus dem gewerblich-technischen Bereich teils deutlich zugelegt. Gleichzeitig ging die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge in den kaufmännischen Berufen zurück. Als eine mögliche Erklärung hierfür verwies die IHK-Expertin auf „den ungebrochenen Zulauf zu den wirtschaftswissenschaftlichen Bachelor-Studiengängen an Hochschulen aller Form in unserer Region.“

Generell ist der Trend zur akademischen Berufsbildung ungebrochen: Die Wirtschaft stellt „die Neigung der jungen Generation zum Abitur und zum anschließenden Hochschulstudium vor eine echte Herausforderung“, so Vera Lange. Natürlich würden in Zukunft viele Akademikerinnen und Akademiker gebraucht. Gleichzeitig bildeten jedoch „die Facharbeiterinnen und Facharbeiter mit Berufsausbildung das Fundament unserer Wirtschaft. Diese werden in Zukunft sehr rar sein." Die Landesstatistik für NRW belegt die Entwicklung: Während die Zahl der Studierenden seit 2010 um 52 Prozent zulegte, sank im gleichen Zeitraum die Zahl der jungen Leute in der Berufsausbildung um mehr als zehn Prozent (Quelle IT.NRW). Damit übersteigt die Anzahl an Studentinnen und Studenten die der Auszubildenden mittlerweile um das Zweieinhalbfache.

Nach wie vor seien die Unternehmen in der Region Köln aber darauf angewiesen, ihren Fachkräftebedarf aus dem eigenen Nachwuchs zu rekrutieren, unterstrich IHK-Bildungsexpertin Vera Lange. Das Angebot einer Berufsausbildung im eigenen Haus sei für die Betriebe immer noch das beste Mittel, um sich gegen den Akademisierungstrend und den demografischen Wandel zu stemmen. Dabei sei es vor allem für kleine und mittelgroße Unternehmen schwer, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Die entsprechenden Stellen blieben somit frei. „Die Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln hat ganzjährig einige hundert attraktive Ausbildungsplätze in der ganzen Region zu besetzen, die nur auf einen passenden Bewerber oder eine Bewerberin warten“, berichtete Vera Lange.

Der Fachkräftemangel ist aktuell das größte wirtschaftliche und gesellschaftliche Risiko, welches Unternehmen in den Umfragen der IHKs nennen. „Also werden wir uns auch im nächsten Jahr dafür einsetzen, dass Jugendliche – aber auch Eltern und Lehrer – wieder stärker eine Karriere mit Lehre für den Start ins Berufsleben in Betracht ziehen“, so Vera Lange weiter. Die IHK-Ausbildungskampagne „#ichwerdewas“ soll in den nächsten Monaten noch ausgeweitet werden, um junge Leute für eine Berufsausbildung zu gewinnen. Parallel dazu intensiviert die IHK ihr Beratungs- und Ausbildungsstellenvermittlungsangebot für Studienabbrecher, die in eine Berufsausbildung umsteigen möchten.

Infos zur Ausbildungsstellenvermittlung und das Beratungsangebot der IHK Köln sind zu finden auf www.ihk-koeln.de/150 und auf www.ihk-koeln.de/93784 .


 

 

Entwicklung am Ausbildungsmarkt im Handwerk

Die Entwicklung am Lehrstellenmarkt verläuft derzeit uneinheitlich. Während sich beispielsweise in Köln die Zahl der in den vergangenen zwölf Monaten von den Handwerksunternehmen abgeschlossenen Ausbildungsverträge um fünf Prozent erhöht hat, ermittelt die Statistik für das Handwerk des Rhein-Erft-Kreises einen Rückgang: Vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. September dieses Jahres haben die Handwerksunternehmen im Rhein-Erft-Kreis 640 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, das ist ein Minus von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im Handwerk der Region Köln-Bonn insgesamt hat sich der Aufwärtstrend am Lehrstellenmarkt, wenn auch etwas abgeschwächt, fortgesetzt. Nachdem bereits in den beiden Vorjahren Zuwächse erreicht worden waren, ist im Berufsberatungsjahr 2017/2018 die Zahl der neuen Ausbildungsverträge um 20 auf insgesamt 5.012 gestiegen (Plus von 0,4 Prozent). „Erstmals nach längerer Zeit liegen wir über der Schwelle von 5.000 Ausbildungsverträgen“, zieht Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, ein zufriedenstellendes Fazit. Besonders erfreulich ist, dass in Branchen, die bereits heute den Fachkräftemangel spüren und dem Berufsnachwuchs gute Perspektiven bieten, mehr Jugendliche für eine Ausbildung gewonnen werden konnten. So erhöhte sich die Zahl der für die Ausbildung zum Elektroniker neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von 493 auf 572 (Plus von 16 Prozent), beim Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik von 547 auf 573 (Plus von 4,8 Prozent).

Trotz der steigenden Zahl von Auszubildenden gibt es in vielen Handwerksberufen weiterhin freie Ausbildungsplätze, nicht alle der von den Handwerksunternehmen angebotenen Ausbildungsplätze konnten bisher besetzt werden. Daher intensiviert die Handwerkskammer ihre Bemühungen um Lehrstellenvermittlung, die Ausbildungsvermittlung der Kammer kann sowohl von Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, als auch von Handwerksbetrieben, die Berufsnachwuchs suchen, in Anspruch genommen werden. Die für den Rhein-Erft-Kreis zuständige Ausbildungsvermittlerin der Handwerkskammer ist Juana Packmohr (Telefon 0221/ 20 22 -244, E-Mail: packmohr@hwk-koeln.de).

„Um junge Menschen über die Chancen einer Berufsausbildung im dualen System zu informieren, nehmen Mitarbeiter der Handwerkskammer jährlich an rund 200 Ausbildungsmessen, Ausbildungsbörsen und Schulveranstaltungen teil“, erläutert Eickhoff. Fest etabliert und von den Jugendlichen und den Ausbildungsbetrieben gut angenommen sind inzwischen die Azubi-Speeddatings, die jedes Jahr in Köln und in Bonn stattfinden. Darüber hinaus gehen seit rund zwei Jahren Lehrlinge aus dem zweiten und dritten Ausbildungsjahr, die von der Handwerkskammer zu „Ausbildungsbotschaftern“ geschult wurden, in die allgemein bildenden Schulen, um im Gespräch mit Jugendlichen die Vorteile einer Berufsausbildung zu verdeutlichen.