30.10.2018 | Presseinfo Nr. 54

Ausbildungsstellenmarkt im Kreis Euskirchen

Zur Jahresbilanz 2017/2018 sind Anja Daub, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Brühl, Waltraud Graefen von der IHK Aachen, Georg Stoffels von der Handwerkskammer Aachen sowie Uwe Günther der Kreishandwerkerschaft Rureifel im Unternehmen Schneider Metallbau GmbH zusammengekommen.

  • 1.398 Ausbildungsplatzbewerber
  • 780 Ausbildungsstellen
  • 719 Bewerber beginnen eine Ausbildung
  • 113 Bewerber suchen noch eine Ausbildung
  • 80 Ausbildungsstellen noch zu besetzen

Zur Jahresbilanz 2017/2018 sind Anja Daub, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Brühl, Waltraud Graefen von der IHK Aachen, Georg Stoffels von der Handwerkskammer Aachen sowie Uwe Günther der Kreishandwerkerschaft Rureifel im Unternehmen Schneider Metallbau GmbH zusammengekommen. Derzeit hat das Unternehmen zwei Auszubildende, die zu Metallbauern in der Fachrichtung Konstruktionstechnik ausgebildet werden.

Für den Zeitraum von Oktober 2017 bis September 2018 wurden im Kreis Euskirchen 1.398 BewerberInnen registriert, 73 oder 5,0 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dem gegenüber standen der Arbeitsagentur 780 Ausbildungsstellen zur Vermittlung zur Verfügung, dies sind 61 oder 8,5 Prozent mehr als im letzten Jahr. Insgesamt kamen 1,8 BewerberInnen auf eine offene Ausbildungsstelle. Rund 90 Prozent der gemeldeten Ausbildungsstellen konnten in diesem Jahr mit passenden Bewerbern besetzt werden, 80 Ausbildungsstellen blieben unbesetzt.

671 der 1.398 jungen BewerberInnen aus dem Kreis Euskirchen konnten im Berichtsjahr eine ungeförderte betriebliche Ausbildung beginnen. Insgesamt 212 junge Menschen haben sich für eine weiterführende Schule, Studium oder ein Praktikum entschieden und 116 nahmen von einer Berufsausbildung Abstand und begannen eine Erwerbstätigkeit.

Unter den TOP-10 der Ausbildungsstellen waren im Kreis Euskirchen vor allem die Stellen im Verkauf bzw. Einzelhandel, hier wurden insgesamt 114 Auszubildende gesucht. Darauf folgten die Angebote der Bäckereien, die 30 Auszubildende für den Beruf des/der Bäckerei- Fachverkäufer/in suchten. Viele Angebote gab es auch für Ausbildungsplätze zum/zur Kaufmann/frau für Büromanagement, Handelsfachwirt/in, Fachkraft für Lagerlogistik, Maschinen- und Anlagenführer/in, Medizinische/r Fachangestellte/r sowie für Friseure und Metallbauer/in in der Konstruktionstechnik.

Auch von den BewerberInnen wurden vorrangig viele dieser Berufe gesucht. Wobei bei den männlichen Bewerbern weiterhin der KFZ-Mechatroniker und bei den jungen Frauen die Kauffrau für Büromanagement hoch im Kurs standen. In den meisten Fällen passten das Angebot und die Nachfrage zusammen, dennoch blieben 80 Ausbildungsstellen unbesetzt und 113 Bewerber ohne Ausbildungsplatz.

Die potenziellen Auszubildenden sind nicht immer dort, wo die Ausbildungsplätze sind. Und nicht immer macht eine überregionale Vermittlung Sinn, beispielsweise, weil die Jugendlichen noch nicht volljährig sind. Dann passen die Berufswünsche der Jugendlichen oft nicht mit den angebotenen Berufen zusammen. So interessieren sich viele Bewerber für nur wenige “Trend-Berufe“. Hier kann die Berufsberatung zwar Möglichkeiten aufzeigen, aber keinen Jugendlichen zu einem anderen Berufswunsch zwingen. Und dann sind die Anforderungen in vielen Ausbildungsberufen gestiegen. Zwar gibt es immer mehr Ausbildungsbetriebe, die nicht nur auf die Zeugnisse schauen. Aber nicht alle haben hierzu die entsprechenden Kapazitäten bzw. nutzen ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Arbeit“, zählt Anja Daub die Gründe auf, warum Azubis und Ausbildungsbetriebe nicht zusammenfinden.

Leider kennen viele BewerberInnen nicht die große Bandbreite der Ausbildungsmöglichkeiten und ihnen entgehen gute Alternativen zum Wunschberuf. Eine interessante Alternative für BewerberInnen, die sich für einen Beruf im Handwerk interessieren, könnte doch der Metallbauer in der Fachrichtung Konstruktionstechnik sein, den man beispielsweise bei der Schneider Metallbau GmbH in 3,5 Jahren erlernen kann. „Dieser Beruf ist sehr vielfältig und umfasst unter anderem die Planung, Herstellung, Lieferung und Montage von Fenstern, Türen, Fassaden oder auch Wintergärten. Wer Interesse für Werken und Technik hat, handwerkliches Geschick und Kenntnisse in Mathematik und Physik mitbringt, ist in diesem Beruf genau richtig“, erläutert Wilfried Schneider, Geschäftsführer bei der Schneider Metallbau GmbH den Ausbildungsberuf.

Auf der Angebotsseite merken bereits viele Unternehmen, dass der Wind auf dem Lehrstellenmarkt rauer und die Wunschkandidaten weniger werden. „Es ist wichtig, das Thema Ausbildung im Fokus zu behalten“, appelliert Anja Daub. „Etliche Betriebe klagen über die geringe Zahl von Bewerbungen auf ihre Lehrstellen und deren abnehmende Qualität. Andere überlassen die Ausbildung der Konkurrenz. Das ist definitiv der falsche Weg! Der Druck, geeignetes Personal zu finden, wird im Laufe der nächsten Jahre deutlich zunehmen. Da ist es besser, junge Leute frühzeitig an sich zu binden und sich so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen“.

Auch die auf den ersten Blick nicht so gut geeignet erscheinenden BewerberInnen können sich zu hervorragenden Fachkräften entwickeln, wenn ihnen die Chance dazu gegeben wird. Unterstützung können ausbildungsbereite Unternehmen von der Agentur für Arbeit erhalten: „Wir unterstützen mit Ausbildungsbegleitenden Hilfen und Assistierter Ausbildung jedes Unternehmen, dass Jugendliche in Ausbildung nimmt, die auf den ersten Blick vielleicht nicht hundertprozentig passen. Wir würden uns freuen, wenn Ausbilder in Zukunft weniger auf die formale Qualifikation als vielmehr darauf achten, ob diese jungen Menschen grundsätzlich für ein Berufsbild geeignet sind“, so die Ausbildungsmarkt-Expertin.

Die assistierte Ausbildung – eines von vielen guten Angeboten

Die „assistierte Ausbildung“, kurz AsA, ist eines der unterstützenden Angebote - sowohl für die Jugendlichen als auch für die Unternehmen. Hierbei wird der Jugendliche - während seiner dualen Ausbildung in einem Betrieb - sowohl vor als auch während der Ausbildung intensiv betreut. Dieses Angebot richtet sich vor allem an die Jugendlichen mit nicht so guten Noten oder die aus anderen Gründen einen schwierigen Start in die Ausbildung haben. Dem oder der Jugendlichen wird ein Ausbildungsbegleiter zur Seite gestellt, der in Absprache mit ihr oder ihm, dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule feststellt, wo und in welcher Form Unterstützung nötig ist und diese dann auch gibt.

Auch mit einer Einstiegsqualifizierung (EQ) kann der Brückenschlag in die Berufsausbildung noch gelingen. Diese Langzeitpraktika richten sich an bislang unvermittelte BewerberInnen. Fast 65 Prozent der Jugendlichen wechseln nach einer Einstiegsqualifizierung in eine betriebliche Ausbildung oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Bislang erhielten 4 Jugendliche die Chance zu einer EQ.

Die Agentur für Arbeit bietet zudem weitere Alternativen zum direkten Ausbildungseinstieg an. So können bislang 13 Jugendliche an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teilnehmen, die durch die Berufsberatung finanziert werden.

Die 113 unversorgten Jugendlichen werden in den kommenden Wochen im Rahmen der sogenannten Nachvermittlungsaktion eingeladen und von den Beraterteams der Kammern und der Berufsberatung zielgerichtet betreut.

Offene Ausbildungsstellen für sofort stehen noch in den folgenden Berufen zur Verfügung:

-Verkäufer/in

-Handelsfachwirt/in

-Metallbauer/in Konstruktionstechnik

-Koch/Köchin

-Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk

-Gerüstbauer/in

-Fachkraft Lagerlogistik

-Fachkraft Gastgewerbe

-Fachmann/-frau Systemgastronomie

-Kaufmann/-frau Büromanagement

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen, können sich unbürokratisch unter folgender kostenloser Rufnummer: 0800 4 5555 00 melden.

Arbeitgeber, die eine Ausbildungsstelle anbieten möchten, können sich unter folgender Rufnummer: 0800 4 5555 20 oder per E-Mail: bruehl.arbeitgeber@arbeitsagentur.de mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen.