31.01.2019 | Presseinfo Nr. 3

Arbeitslosenzahlen im Januar erwartungsgemäß gestiegen

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar saisonbedingt gestiegen. Insgesamt waren 14.639 Menschen arbeitslos, das sind 429 oder 3,0 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Minus von 1.759 oder 10,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen im Januar erwartungsgemäß gestiegen
    Plus 429 oder 3,0 Prozent im Vergleich zum Dezember 2018 aber 1.759 oder 10,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats

  • 14.639 Arbeitslose im Rhein-Erft-Kreis

  • Die Quote im Rhein-Erft-Kreis: 5,7 Prozent

  • 3.456 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Plus 507 oder +17 Prozent zum Vormonat Zugänge in Arbeitslosigkeit, davon 1.526 (+434 oder +39,7 Prozent zum Vormonat) aus Erwerbstätigkeit

  • 3.019 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Minus 164 oder 5,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. 882 Menschen begannen eine Erwerbstätigkeit (-74 oder -7,7 Prozent zum Vormonat).

  • 643 Stellenmeldungen im Januar
    Minus 147 oder -18,6 Prozent zum Vormonat

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar saisonbedingt gestiegen. Insgesamt waren 14.639 Menschen arbeitslos, das sind 429 oder 3,0 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Minus von 1.759 oder 10,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent.

„Der jahreszeitliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist saisonüblich und im Ausmaß unauffällig. Im letzten Jahr nahm die Arbeitslosigkeit im Januar um 3,3 Prozent zu. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir aber 1.759 Arbeitslose weniger und rund 12 Prozent mehr Arbeitsstellen im Bestand. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in einem Januar ist auf die Kündigungstermine zum Jahresende, das ausgelaufene Weihnachtsgeschäft und die üblichen witterungsbedingten Einschränkungen in den Außenberufen zurückzuführen", so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.

„Die Startvoraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt für das gerade erst begonnene Jahr 2019 sind gut. Dennoch gehe ich zumindest für die nächsten beiden Monate von einem weiteren saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich aus. Wichtiger ist aber meines Erachtens, dass Vieles dafürspricht, dass der langfristig positive Trend auf dem Arbeitsmarkt erst einmal erhalten bleiben wird."

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Januar 643 Stellen gemeldet worden. Das sind 147 oder 18,6 Prozent weniger als im Dezember 2018 und 143 oder 18,2 Prozent weniger als im Januar des letzten Jahres. Dieser Rückgang der uns gemeldeten Stellen zu Beginn des Jahres wirft aber keinen Schatten auf die guten Ergebnisse vom Arbeitsmarkt. „Es ist wichtig, diese Entwicklung richtig einzuordnen", sagte Imkamp. „In den letzten drei Jahre wurden unserem gemeinsamen Arbeitgeberservice im Kreis außergewöhnlich viele Stellen gemeldet. Der aktuelle Stand spiegelt somit eher die Normalität auf der Stellenseite des Arbeitsmarktes wider. Die Betriebe haben sich in den vergangenen Jahren gut mit Personal versorgt und sind zunehmend auf der Suche nach ausgewiesenen Fachkräften bzw. Spezialisten, die im Rhein-Erft-Kreis sowohl bei den bei uns registrierten arbeitslosen Menschen als auch bei potentiellen Berufswechslern, schwierig zu finden sind. Das zum 1. Januar in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz bietet uns die Möglichkeit – bei uns arbeitslos gemeldete Menschen und in einem viel größeren Rahmen als bislang Beschäftigte in den Betrieben – passgenau für die Anforderungen des Marktes zu qualifizieren. Diesen neuen Herausforderungen stellen wir uns gern", resümiert Imkamp.

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 18.866 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Januar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (so genannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung über dem Wert des Vormonats (18.519) aber 1.512 oder 7,4 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Januar bei 7,3 gelegen statt bei 5,7 Prozent.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Agentur für Arbeit Brühl - hier werden die direkt aus der Erwerbstätigkeit kommenden Arbeitslosen geführt - wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 483 oder 9,9 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.378 Kunden aus dem Rhein-Erft- Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 275 oder 4,9 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der im Jobcenter (gemeinsame Einrichtung von Kreis und Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen ist im Januar um 54 oder 0,6 Prozent gesunken. Aktuell sind 9.261 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 1.484 oder 13,8 Prozent weniger Arbeitslose registriert.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis 6,5 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Januar meldeten sich 3.456 Männer und Frauen arbeitslos, 507 oder 17,2 Prozent mehr als im Vormonat und 60 oder 1,8 Prozent mehr als im letzten Jahr. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im Januar 1.526, 434 oder 39,7 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -32 oder -2,1 Prozent). In den vergangenen vier Wochen meldeten sich insgesamt 782 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 30 oder 4,0 Prozent mehr (zum Vorjahr: +138 oder +21,4 Prozent) gezählt.

Den im Januar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.019 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 164 oder 5,2 Prozent weniger als im letzten Monat und 178 oder 6,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 882 Personen und damit 74 oder 7,7 Prozent weniger als im letzten Monat (+81 oder +10,1 Prozent zum Vorjahr) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 761 Menschen (-17 oder -2,2 Prozent zum Vormonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe stieg auf 1.205 (davon SGB II: 707). Das waren 42 oder 3,6 Prozent (davon SGB II: +20 oder -2,8 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vorjahresmonat lag die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 180 oder 13,0 Prozent höher (SGB II: -136 oder -16,1 Prozent gegenüber Vorjahr).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 6.011 (davon SGB II: 5.248) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +70 oder +1,2 Prozent zum Vormonat (davon SGB II: +33 oder +0,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 961 oder 13,8 Prozent (SGB II -835 oder -13,7 Prozent) weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Die Betroffenheit älterer Arbeitsloser (über 50 Jahre) stieg gegenüber dem letzten Monat um 132 oder 2,7 Prozent (SGB II: - 17 oder -0,6 Prozent). Insgesamt 5.039 (davon SGB II: 2.742) Ältere waren in diesem Monat im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Das sind 599 oder 10,6 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr.

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Januar 643 neue Arbeitsstellen, das waren 147 oder 18,6 Prozent weniger als im letzten Monat und 143 oder 18,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.291 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft- Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist das ein Minus von 176 oder 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 441 Stellen mehr.

Aktive Arbeitsmarktpolitik

880 Teilnehmer bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +1 oder +0,1 Prozent zum Vormonat und zum Vorjahresmonat waren es 128 oder 17 Prozent mehr. 1.003 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+67 oder +7,2 Prozent zum Vormonat), 476 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-15 oder -3,1 Prozent gegenüber Vormonat und +77 oder +19,3 Prozent zum Vorjahr).