31.01.2019 | Presseinfo Nr. 4

Arbeitslosenzahlen im Januar erwartungsgemäß gestiegen

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar saisonbedingt gestiegen. Insgesamt waren 5.515 Menschen arbeitslos, das sind 257 oder 4,9 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Minus von 214 oder 3,7 Prozent aber weiter unter dem Niveau des Vorjahres. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen im Januar erwartungsgemäß gestiegen
    Plus 257 oder 4,9 Prozent im Vergleich zum Dezember 2018 aber 214 oder 3,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats

  • 5.515 Arbeitslose im Kreis Euskirchen

  • Die Quote im Kreis Euskirchen: 5,1 Prozent

  • 1.269 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Plus 196 oder +18,3 Prozent zum Vormonat Zugänge in Arbeitslosigkeit, davon 617 (+195 oder +46,2 Prozent zum Vormonat) aus Erwerbstätigkeit

  • 1.020 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Minus 97 oder 8,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. 306 Menschen begannen eine Erwerbstätigkeit (+5 oder +1,7 Prozent zum Vormonat).

  • 248 Stellenmeldungen im Januar
    Minus 84 oder -25,3 Prozent zum Vormonat

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar saisonbedingt gestiegen. Insgesamt waren 5.515 Menschen arbeitslos, das sind 257 oder 4,9 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Minus von 214 oder 3,7 Prozent aber weiter unter dem Niveau des Vorjahres. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent.

„Der jahreszeitliche Anstieg der Arbeitslosigkeit ist saisonüblich und im Ausmaß unauffällig. Im letzten Jahr nahm die Arbeitslosigkeit im Januar um 4,5 Prozent zu. Im Vergleich zum Vorjahr haben wir 214 Arbeitslose weniger und rund 1.650 offene Arbeitsstellen im Bestand. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in einem Januar ist auf die Kündigungstermine zum Jahresende, das ausgelaufene Weihnachtsgeschäft und die üblichen witterungsbedingten Einschränkungen in den Außenberufen zurückzuführen", so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.

„Die Startvoraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt für das gerade erst begonnene Jahr 2019 sind gut. Dennoch gehe ich zumindest für die nächsten beiden Monate von einem weiteren saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich aus. Wichtiger ist aber meines Erachtens, dass Vieles dafürspricht, dass der langfristig positive Trend auf dem Arbeitsmarkt erst einmal erhalten bleiben wird."

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter sind im Januar 248 Stellen gemeldet worden. Das sind 84 oder 25,3 Prozent weniger als im Dezember 2018 und 61 oder 19,7 Prozent weniger als im Januar des letzten Jahres. Dieser Rückgang der uns gemeldeten Stellen zu Beginn des Jahres wirft aber keinen Schatten auf die guten Ergebnisse vom Arbeitsmarkt. „Es ist wichtig, diese Entwicklung richtig einzuordnen", sagte Imkamp. „In den letzten drei Jahre wurden unserem gemeinsamen Arbeitgeberservice im Kreis sehr viele Stellen gemeldet. Der aktuelle Stand spiegelt somit eher die Normalität auf der Stellenseite des Arbeitsmarktes wider. Die Betriebe haben sich in den vergangenen Jahren gut mit Personal versorgt und sind zunehmend auf der Suche nach ausgewiesenen Fachkräften bzw. Spezialisten, die im Kreis Euskirchen sowohl bei den bei uns registrierten arbeitslosen Menschen als auch bei potentiellen Berufswechslern, schwierig zu finden sind. Das zum 1. Januar in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz bietet uns die Möglichkeit – bei uns arbeitslos gemeldete Menschen und in einem viel größeren Rahmen als bislang Beschäftigte in den Betrieben – passgenau für die Anforderungen des Marktes zu qualifizieren. Diesen neuen Herausforderungen stellen wir uns gern", resümiert Imkamp.

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 6.894 Menschen aus dem Kreis Euskirchen im Januar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (so genannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung über dem Wert des Vormonats (6.678) aber 308 oder 4,3 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Januar bei 6,3 gelegen statt bei 5,1 Prozent.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Agentur für Arbeit Brühl - hier werden die direkt aus der Erwerbstätigkeit kommenden Arbeitslosen geführt - wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 241 oder 12,2 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.220 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 48 oder 2,2 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der im Jobcenter (gemeinsame Einrichtung von Kreis und Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen ist im Januar um 16 oder 0,5 Prozent gestiegen. Aktuell sind 3.295 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 262 oder 7,4 Prozent weniger Arbeitslose registriert.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen 5,4 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Januar meldeten sich 1.269 Männer und Frauen arbeitslos, 196 oder 18,3 Prozent mehr als im Vormonat und 42 oder 3,4 Prozent mehr als im letzten Jahr. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im Januar 617, 195 oder 46,2 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +24 oder +4,0 Prozent). In den vergangenen vier Wochen meldeten sich insgesamt 245 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 20 oder 8,9 Prozent mehr (zum Vorjahr: +8 oder +3,4 Prozent) gezählt.

Den im Januar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 1.020 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 97 oder 8,7 Prozent weniger als im letzten Monat und 36 oder 3,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 306 Personen und damit 5 oder 1,7 Prozent mehr als im letzten Monat (+20 oder +7,0 Prozent zum Vorjahr) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 215 Menschen (-76 oder -26,1 Prozent zum Vormonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe stieg auf 445 (davon SGB II: 232). Das waren 5 oder 1,1 Prozent (davon SGB II: +1 oder 0,1 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vorjahresmonat lag die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 100 oder 18,3 Prozent höher (SGB II: -74 oder -24,2 Prozent gegenüber Vorjahr).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 2.029 (davon SGB II: 1.695) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +34 oder +1,7 Prozent zum Vormonat (davon SGB II: +8 oder +0,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 161 oder 7,4 Prozent (SGB II -156 oder -8,4 Prozent) weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Die Betroffenheit älterer Arbeitsloser (über 50 Jahre) stieg gegenüber dem letzten Monat um 133 oder 7,1 Prozent (SGB II: +16 oder +1,8 Prozent). Insgesamt 2.006 (davon SGB II: 915) Ältere waren in diesem Monat im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Das sind 9 oder 0,5 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr.

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Januar 248 neue Arbeitsstellen, das waren 84 oder 25,3 Prozent weniger als im letzten Monat und 61 oder 19,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.654 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist das ein Minus von 40 oder 2,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es eine Stelle mehr.

Aktive Arbeitsmarktpolitik

381 Teilnehmer bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -2 oder -0,5 Prozent zum Vormonat und zum Vorjahresmonat waren es 81 oder 27 Prozent mehr. 179 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-16 oder -8,2 Prozent zum Vormonat), 223 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-12 oder -5,1 Prozent gegenüber Vormonat und +67 oder +42,9 Prozent zum Vorjahr).