01.07.2019 | Presseinfo Nr. 19

Arbeitslosenzahlen sind im Juni deutlich gestiegen

Die Arbeitslosenzahlen sind im Juni aufgrund einer Datennacherfassung im Jobcenter Rhein-Erft deutlich gestiegen. Insgesamt waren 14.882 Menschen arbeitslos, das sind 1.241 oder 9,1 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Minus von 543 oder 3,5 Prozent aber noch unter dem Niveau des Vorjahres. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

  • Datennacherfassung sorgt für Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung
    Plus 1.241 oder 9,1 Prozent im Vergleich zum Mai 2019 und 543 oder 3,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats

  • 14.882 Arbeitslose im Rhein-Erft-Kreis

  • Die Quote im Rhein-Erft-Kreis: 5,8 Prozent

  • 4.372 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Plus 1.373 oder 45,8 Prozent zum Vormonat Zugänge in Arbeitslosigkeit, davon 1.195 (+129 oder +12,1 Prozent zum Vormonat) aus Erwerbstätigkeit

  • 3.135 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Minus 86 oder -2,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. 929 Menschen begannen eine Erwerbstätigkeit (-55 oder -5,6 Prozent zum Vormonat).

  • 837 Stellenmeldungen im Juni
    Plus 221 oder 35,9 Prozent zum Vormonat

Der Ausbildungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis

  • 2.463 Bewerber stehen den bisher 1.953 gemeldeten Ausbildungsstellen gegenüber

  • 943 Bewerber noch ohne Ausbildungsplatz

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind im Juni aufgrund einer Datennacherfassung im Jobcenter Rhein-Erft deutlich gestiegen. Insgesamt waren 14.882 Menschen arbeitslos, das sind 1.241 oder 9,1 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Minus von 543 oder 3,5 Prozent aber noch unter dem Niveau des Vorjahres. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis hat sich im Juni weiter stabil gezeigt. Die Zahl der Arbeitslosen im Rhein-Erft-Kreis stieg im konjunkturrelevanten Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) um 52 oder 1,1 Prozent auf jetzt 4.927. In der Grundsicherung (Jobcenter Rhein- Erft - SGB II) sorgte eine Datennacherhebung für einen unüblichen Juni-Anstieg. Hier erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 1.189 oder 13,6 Prozent auf nunmehr 9.955.

„Die von den Experten beschriebene stockende Konjunktur zeigt sich am Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis bisher kaum", so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl. „Im Bereich der Arbeitslosenversicherung können wir aufgrund des stabilen und weiterhin aufnahmefähigen Arbeitsmarktes qualifizierte Fachkräfte recht zügig in Arbeit bringen oder aber unseren Kunden und Kundinnen, die über keine oder nur geringe Qualifikationen verfügen über eine Vielzahl von Qualifizierungsangeboten neue Integrationschancen eröffnen. Leider wird die vorherrschende Stabilität in den Zahlen durch einen statistischen Effekt in der Grundsicherung überlagert", so Imkamp.

Zur Verbesserung der Datenqualität wurde eine Überprüfungssoftware eingeführt, die seit April von allen Jobcentern verpflichtend genutzt werden muss. Mit dieser Software werden unplausible Einträge in den Datenbanken herausgefiltert, die dann von den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern noch einmal überprüft werden. Diese bundesweite Datenüberprüfung in den Jobcentern führte auch im Jobcenter Rhein- Erft zu steigenden Zahlen im Bereich der Grundsicherung - SGB II: „Es wurden im Jobcenter Rhein-Erft in hohem Maße festgestellt, dass der Status vieler Kunden nach Beendigung einer Maßnahme oder längerer Arbeitsunfähigkeit nicht aktualisiert wurde. Aufgrund dessen wurden diese Kunden anstatt als arbeitslos als arbeitsuchend geführt mit der Folge, dass diese Personen in der Arbeitslosenstatistik nicht zu Buche geschlagen haben. Aktuell findet daher im Jobcenter Rhein-Erft erforderliche Datenbereinigungen statt, in deren Konsequenz es zu steigenden Arbeitslosenzahlen kommt. Diese Qualitätsoffensive führt zwar temporär zu einer Korrektur der Arbeitsmarktzahlen, doch trotzdem behalten alle Aussagen der Vergangenheit zu Trends und Entwicklungen am Arbeitsmarkt ihre Gültigkeit", so Imkamp. Dieser Effekt kann sich über mehrere Monate zeigen, da die Überprüfung einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird. Für Kundinnen und Kunden sind in der Regel dadurch keine Nachteile entstanden, da sie unabhängig von ihrem Kundenstatus in den aktiven Vermittlungsprozessen berücksichtigt werden.

Ausbildungsmarkt

Bei der Arbeitsagentur läuft die Vermittlung der freien Ausbildungsstellen auf Hochtouren. Für den Zeitraum von Oktober 2018 bis Juni 2019 wurden im Rhein-Erft-Kreis 2.463 Bewerber registriert, 81 oder 3,2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dem gegenüber stehen der Arbeitsagentur 1.953 Ausbildungsstellen zur Vermittlung zur Verfügung, dies sind 372 oder 16,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

Insgesamt sind im Rhein-Erft-Kreis derzeit noch 1.050 Ausbildungsstellen unbesetzt und 943 Bewerber haben bisher noch keinen Ausbildungsplatz oder eine andere Alternative gefunden.

Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, sollten sich schnellstmöglich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit vor Ort wenden. Ein Termin kann auch telefonisch unter der Service- Rufnummer 0800 4 5555 00 (gebührenfrei vom Festnetz und vom Mobiltelefon), per E-Mail oder direkt über das Internet unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch vereinbart werden.

Arbeitgeber, die noch Berufsausbildungsstellen melden möchten, wenden sich an den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit vor Ort, unter der Servicenummer: 0800 4 5555 20 (gebührenfrei vom Festnetz

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 19.179 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Juni keiner regulären Beschäftigung nachgehen (so genannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung über dem Wert des Vormonats (18.325) und 329 oder 1,7 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Juni bei 7,4 gelegen statt bei 5,8 Prozent. *) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Agentur für Arbeit Brühl - hier werden die direkt aus der Erwerbstätigkeit kommenden Arbeitslosen geführt - wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 52 oder 1,1 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 4.927 Kunden aus dem Rhein-Erft- Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 169 oder 3,3 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der im Jobcenter (gemeinsame Einrichtung von Kreis und Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen ist im Juni aufgrund der beschriebenen Datennacherfassung um 1.189 oder 13,6 Prozent gestiegen. Aktuell sind 9.955 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 374 oder 3,6 Prozent weniger Arbeitslose registriert.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,5 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis 6,1 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Juni meldeten sich 4.372 Männer und Frauen arbeitslos, 1.373 oder 45,8 Prozent mehr als im Vormonat und 1.552 oder 55,0 Prozent mehr als im letzten Jahr (Auch dieser deutliche Zuwachs ist auf die beschriebene Datennacherfassung zurückzuführen). Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im Juni 1.195, 129 oder 12,1 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +262 oder +28,1 Prozent). In den vergangenen vier Wochen meldeten sich insgesamt 1.486 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 688 oder 86,2 Prozent mehr (zum Vorjahr: +709 oder +91,2 Prozent) gezählt.

Den im Juni arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.135 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, -86 oder -2,7 Prozent weniger als im letzten Monat und 91 oder 3,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 929 Personen und damit 55 oder 5,6 Prozent weniger als im letzten Monat (-38 oder - 3,9 Prozent zum Vorjahr) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 835 Menschen (-123 oder -12,8 Prozent zum Vormonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe stieg auf 1.239 (davon SGB II: 777). Das waren 183 oder 17,3 Prozent (SGB II: +139 oder +21,8 Prozent zum Vormonat) weniger als im Vormonat. Im Vorjahresmonat lag die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 73 oder 5,6 Prozent höher (SGB II: -185 oder -6,0 Prozent gegenüber Vorjahr).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 5.836 (davon SGB II: 5.153) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +194 oder +3,4 Prozent zum Vormonat (davon SGB II: +192 oder +3,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 683 oder -10,5 Prozent (SGB II -585 oder -10,2 Prozent) weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Die Betroffenheit älterer Arbeitsloser (über 50 Jahre) stieg gegenüber dem letzten Monat um 263 oder 5,5 Prozent (SGB II: +271 oder +10,2 Prozent). Insgesamt 5.064 (davon SGB II: 2.920) Ältere waren in diesem Monat im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Das sind 285 oder 5,3 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr.

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Juni 837 neue Arbeitsstellen, das waren 221 oder 35,9 Prozent mehr als im letzten Monat und 20 oder 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.287 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist das ein Minus von 51 oder 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 183 Stellen mehr.

Aktive Arbeitsmarktpolitik

881 Teilnehmer bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -31 oder -3,4 Prozent zum Vormonat und zum Vorjahresmonat waren es 135 oder 18,1 Prozent mehr. 1.114 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-350 oder -23,9 Prozent zum Vormonat), 450 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-21 oder -4,5 Prozent gegenüber Vormonat und +48 oder +11,9 Prozent zum Vorjahr).