18.07.2019 | Presseinfo Nr. 22

Teilhabechancengesetz bietet neue Perspektiven

Das Teilhabechancengesetz verbessert die Integration von langzeitarbeitslosen Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Beschäftigung im Rhein-Erft-Kreis boomt. Dennoch sind viele Menschen schon seit Langem ohne Job oder sind trotz einer Beschäftigung auf Leistungen des Jobcenters angewiesen. Ende 2018 waren über 16.000 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis schon zwei Jahre und länger im Leistungsbezug des Jobcenters. Arbeitsagentur, Jobcenter und Kreis sind sich einig, dass sich das dringend ändern muss, auch wenn es Geld und Geduld fordert. Gute Ansätze gibt es genug. Das Teilhabechancengesetz schafft neue Beschäftigungsperspektiven und bietet Chancen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und den Arbeitsmarkt.

Das Teilhabechancengesetz verbessert die Integration von langzeitarbeitslosen Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Beschäftigung im Rhein-Erft-Kreis boomt. Dennoch sind viele Menschen schon seit Langem ohne Job oder sind trotz einer Beschäftigung auf Leistungen des Jobcenters angewiesen. Ende 2018 waren über 16.000 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis schon zwei Jahre und länger im Leistungsbezug des Jobcenters. Arbeitsagentur, Jobcenter und Kreis sind sich einig, dass sich das dringend ändern muss, auch wenn es Geld und Geduld fordert. Gute Ansätze gibt es genug. Das Teilhabechancengesetz schafft neue Beschäftigungsperspektiven und bietet Chancen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und den Arbeitsmarkt.

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft ist aktuell von einer steigenden Beschäftigung und –abgesehen von der bevorstehenden Sommerpause und der erfolgten Datenbereinigung - einer leicht sinkenden Arbeitslosigkeit geprägt. Doch je niedriger die Arbeitslosigkeit insgesamt liegt, desto deutlicher tritt zutage, dass hier nicht alle gleichermaßen profitieren: Menschen, die nur recht kurz ohne Job sind, meist gesund, unter 50 Jahren und eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen, finden in der Regel schnell neue Arbeit. „Deutlich schwerer tun sich hingegen die Langzeitarbeitslosen bei der Jobsuche. Zu ihnen zählt, wer bereits seit mindestens einem Jahr ohne Job ist“, erklärt Rainer Imkamp, Leiter der Agentur für Arbeit Brühl.

„Es sind nicht nur die rund 6.000 Langzeitarbeitslosen, sondern besonders auch die rund 16.000 Jobcenter-Kunden, die schon seit mehr als zwei Jahren Leistungen vom Jobcenter beziehen“, ergänzt Herbert Botz, Geschäftsführer des Jobcenters Rhein-Erft. Insgesamt bezogen Ende Dezember 24.280 Menschen (sogenannte Erwerbsfähige Leistungsberechtigte) Leistungen des Jobcenters.

Rainer Imkamp ist überzeugt: „Wir dürfen nicht nachlassen, gemeinsam gegen die Langzeitarbeitslosigkeit und den Langzeitbezug vorzugehen. Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für die Menschen auf dem Arbeitsmarkt und können auch die Herausforderungen nur gemeinsam lösen. Es hängt von dem Engagement aller Beteiligten ab, ob wir einen großen Sprung nach vorne machen können und Langzeitarbeitslosen Perspektiven bieten“.

Mit dem Teilhabechancengesetz stehen seit dem 01.01.2019 neue Regelinstrumente für die Förderung der Integration von Langzeitarbeitslosen zur Verfügung.

Um die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von sehr arbeitsmarktfernen Personen zu fördern, wurde dabei mit § 16i SGB II ein neues Instrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt" eingeführt. Für das Jahr 2019 hat das Jobcenter Rhein-Erft 200 Förderungen nach § 16i SGB II geplant. Mit Stand 01.07.2019 konnten bereits 95 Langzeitleistungsbezieher durch diese Förderung in reguläre Beschäftigungsverhältnisse integriert werden.

Menschen, die schon mindestens 6 Jahre auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind und aktuell faktisch keine Chance auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hätten, können über §16i SGB II für bis zu 5 Jahre in regulären Beschäftigungsverhältnissen gefördert werden. Für die Beschäftigten ist dies eine echte Perspektive (zurück) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Die Partner sind sich einig, dass der Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit zwei Ziele verfolgen muss: „Erstens, jenen zu helfen, die es bereits sind. Und zweitens, zu verhindern, dass Menschen in diese Situation kommen“.

Neben der fehlenden Qualifikation erschwert vor allem ein höheres Lebensalter den von Langzeitarbeitslosigkeit oder Langzeitbezug betroffenen Menschen die Arbeitsplatzsuche. Darüber hinaus haben es auch schwerbehinderte Menschen und alleinerziehende Frauen schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. „Sofern jemand mehr als ein solches „vermittlungshemmendes Merkmal“ aufweist, potenzieren sich die Probleme. Ein fehlender Schulabschluss und/oder eine fehlende Berufsausbildung erhöhen das Risiko arbeitslos und damit auch langzeitarbeitslos zu werden deutlich“, so Imkamp.

„Ob Langzeitarbeitslosigkeit nun Ursache oder Folge ist - viele Betroffene haben schwerwiegende Probleme, aus denen sie allein schlicht nicht herausfinden: Überschuldung, Sucht, Konflikte in der Familie, psychische und gesundheitliche Probleme“, beschreibt Botz die Gemengelage einiger seiner Kundinnen und Kunden.

Die Gruppe der Betroffenen ist also sehr heterogen und so sind es eben auch die Ursachen für Langzeitarbeitslosigkeit. Daher bedarf es nach Ansichten der Arbeitsmarktpartner eines ganzen Bündels verschiedener - auch präventiver - Ansätze:

  • Stärkung der Beratung
  • Einrichtung von Jugendberufsagenturen
  • Stärkung des familienzentrierten Ansatzes
  • Stärkung der Gesundheitsorientierung
  • Verbesserung des Zugangs zu Rehabilitationsleistungen
  • Stärkung der Qualifizierung
  • Stärkung der lokalen Netzwerke
  • Verbesserung der Integrationsarbeit
  • Stärkung der Nachhaltigkeit
  • Einführung eines sozialen Arbeitsmarktes

„Für die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit steht der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter ein umfangreiches Förderinstrumentarium zur Verfügung, das durch Bundes- und Landesprogramme, Leistungen Dritter und kommunale Leistungen sinnvoll ergänzt wird, jetzt kommt es darauf an, diese sinnvoll miteinander zu verknüpfen“, wissen die Experten.