30.10.2019 | Presseinfo Nr. 39

Ausbildungsstellenmarkt im Rhein-Erft-Kreis

Für den Zeitraum vom 01. Oktober 2018 bis 30. September 2019 wurden im Rhein-Erft- Kreis 2.719 Bewerber für eine Ausbildung registriert, 151 oder 5,3 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dem gegenüber standen der Arbeitsagentur 2.175 Ausbildungsstellen im Rhein-Erft-Kreis zur Vermittlung zur Verfügung, dies sind 919 oder 29,7 Prozent weniger als im letzten Jahr.

• 2.719 Ausbildungsplatzbewerber

• 2.175 Ausbildungsstellen

• 1.208 Bewerber beginnen eine ungeförderte betriebliche Ausbildung

• 135 Bewerber suchen noch eine Ausbildung

• 339 Ausbildungsstellen noch zu besetzen

„Zur Jahresbilanz des unserer Aktivitäten auf dem Ausbildungsmarkt sind wir dieses Jahr bei einem Weltmarktführer und somit in einem sehr innovativen Unternehmen zu Gast", so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl. Das gemeinsam mit den Kammern organisierte Pressegespräch findet dieses Jahr bei der Lucas-Nülle GmbH statt, die Trainingssysteme für die berufliche Bildung entwickelt und produziert. Gemeinsam mit Caroline Mager der Industrie- und Handelskammer zu Köln und Heribert Ropertz von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft, stellte er die Ergebnisse des Beratungsjahres 2018/2019 vor.

Für den Zeitraum vom 01. Oktober 2018 bis 30. September 2019 wurden im Rhein-Erft- Kreis 2.719 Bewerber registriert, 151 oder 5,3 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dem gegenüber standen der Arbeitsagentur 2.175 Ausbildungsstellen im Rhein- Erft-Kreis zur Vermittlung zur Verfügung, dies sind 919 oder 29,7 Prozent weniger als im letzten Jahr. „Im Berufsberatungsjahr 2017/2018 hatten wir einen Sondereffekt mit einem starken Anstieg der außerbetrieblichen Berufsausbildungsstellen. Diese Zahl ist jetzt auf ein normales Maß zurückgegangen. Dafür stieg dieses Jahr aber auch das Angebot an betrieblichen Ausbildungsstellen um 205 oder 10,9 Prozent – eine sehr erfreuliche Entwicklung", erklärt Imkamp.

Fast 84 Prozent der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen konnten in diesem Jahr mit passenden Bewerbern besetzt werden, 1.243 der 2.719 jungen Bewerberinnen und Bewerber aus dem Rhein-Erft-Kreis konnten im Berichtsjahr eine ungeförderte betriebliche Ausbildung beginnen. Insgesamt 411 junge Menschen haben sich für eine

weiterführende Schule, Studium oder ein Praktikum entschieden und 222 nahmen von einer Berufsausbildung Abstand und begannen eine Erwerbstätigkeit.

Unter den Top 10 der Ausbildungsstellen waren im Rhein-Erft-Kreis vor allem die Stellen im Einzelhandel oder (Lebensmittel-)Verkauf, hier wurden insgesamt 326 Auszubildende gesucht. Darauf folgte das Angebot der Ausbildung zum Chemikant/in mit 102 Stellen. Viele Angebote gab es auch für Ausbildungsplätze zum/zur Kaufmann/frau für Büromanagement, Fachkraft Lagerlogistik, Medizinische/r Fachangestellte/r und Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r als auch für den Industriemechaniker/in und Industriekaufmann/-frau.

Auch von den Bewerberinnen und Bewerber wurden vorrangig viele dieser Berufe gesucht. Wobei bei den männlichen Bewerbern weiterhin der Chemikant und der Kfz-Mechatroniker und bei den jungen Frauen die Kauffrau für Büromanagement oder die Medizinische Fachangestellte hoch im Kurs standen. In den meisten Fällen passten das Angebot und die Nachfrage zusammen, dennoch blieben 339 Ausbildungsstellen unbesetzt und 135 Bewerber fanden bis Ende September keine passende Ausbildungsstelle. „Leider decken sich die Erwartungen und Anforderungen der Betriebe auf der einen und die Wunschvorstellungen der Jugendlichen auf der anderen Seite sehr oft nicht, so dass der rechnerisch einfache Ausgleich nicht funktioniert", so der Ausbildungsmarkt-Experte Imkamp.

Hier zeigt sich, wie wichtig die Beratungsfunktion der Berufsberatung der Agentur für Arbeit sein kann. „Wenn sich Schülerinnen und Schüler frühzeitig zur Berufswahl informieren, können sie neben den üblichen Wunschberufen viele andere spannende Ausbildungsberufe entdecken", so Imkamp.

Jährlich suchen eine große Anzahl junger Menschen die Beratungsfachkräfte der Brühler Arbeitsagentur auf und lassen sich zu unterschiedlichsten Themen beraten. Fragen zum Ausbildungsmarkt, zur Berufs- und Studienwahl, zu Seminaren und Bewerbungstrainings werden beantwortet. Informationen zu Messen, Jobbörsen, Auslandspraktika, zu Freiwilligendiensten, Au-Pair und vielem mehr bilden die fachlichen Inhalte ab. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater sind regelmäßig in den Schulen und beraten zu Chancen und Perspektiven sowie zu denkbaren Alternativen.

Imkamp rät: „auch mit dem Selbsterkundungstool auf www.arbeitsagentur.de können Jugendliche ihre Stärken ermitteln. Es hilft ihnen dabei herauszufinden, mit welchen der vielen Ausbildungsberufe und Studienfelder sie sich bei der Berufsorientierung näher beschäftigen sollten." Aber auch der Berufspsychologische Service der Agentur für Arbeit Brühl stützt den Berufs- und Studienwahlprozess durch Tests und fachliche Beratung.

Für einen Beruf mit Zukunft haben sich auch die Auszubildenden der Lucas-Nülle GmbH entschieden, denn hier kann man beispielsweise eine Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-frau, zum/zur Fachinformatiker/in für Systemintegration oder zum Elektroniker für Automatisierungstechnik machen.

Imkamp lobt die Ausbildungsbetriebe im Kreis für ihr hohes Engagement. „Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen ist gegenüber den Vorjahren erneut deutlich gestiegen. Aber: die Rekrutierung Auszubildender verlangt von den Ausbildungsbetrieben

zunehmend noch mehr Engagement. Hierzu gibt es aufgrund der anstehenden demografischen Entwicklung keine Alternative."

Auch die auf den ersten Blick nicht so gut geeignet erscheinenden Bewerberinnen und Bewerber können sich zu hervorragenden Fachkräften entwickeln, wenn ihnen die Chance dazu gegeben wird. Unterstützung können ausbildungsbereite Unternehmen von der Agentur für Arbeit erhalten:

Die assistierte Ausbildung – eines von vielen guten Angeboten

Die „assistierte Ausbildung", kurz AsA, ist eines der unterstützenden Angebote - sowohl für die Jugendlichen als auch für die Unternehmen. Hierbei wird der Jugendliche –während seiner dualen Ausbildung in einem Betrieb – sowohl vor als auch während der Ausbildung intensiv betreut. Dieses Angebot richtet sich vor allem an die Jugendlichen mit nicht so guten Noten oder die aus anderen Gründen einen schwierigen Start in die Ausbildung haben. Dem oder der Jugendlichen wird ein Ausbildungsbegleiter zur Seite gestellt, der in Absprache mit ihr oder ihm, dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule feststellt, wo und in welcher Form Unterstützung nötig ist und diese dann auch gibt.

Auch wenn sich im Ausbildungsverlauf Defizite z.B. bei den Leistungen in der Berufsschule einstellen, kann die Agentur für Arbeit helfen. Mit der ausbildungsbegleitenden Hilfe (abH) kann über einen dafür beauftragten Träger individuelle Nachhilfe angeboten werden.

Auch mit einer Einstiegsqualifizierung (EQ) kann der Brückenschlag in die Berufsausbildung noch gelingen. Diese Langzeitpraktika richten sich an bislang unvermittelte Bewerber und Bewerberinnen. Fast 65 Prozent der Jugendlichen wechseln nach einer Einstiegsqualifizierung in eine betriebliche Ausbildung oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Die Agentur für Arbeit bietet zudem weitere Alternativen zum direkten Ausbildungseinstieg an. So nehmen bislang 27 Jugendliche im Rhein-Erft-Kreis zunächst an Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teil, die durch die Berufsberatung finanziert werden.

„Die 135 unversorgten Jugendlichen werden in den kommenden Wochen im Rahmen der sogenannten Nachvermittlungsaktion eingeladen und von den Beraterteams der Kammern und der Berufsberatung zielgerichtet und intensiv betreut", so Imkamp abschließend.

Offene Ausbildungsstellen für sofort stehen noch in den folgenden Berufen zur Verfügung:

  •  Kaufmann/-frau im Einzelhandel
  •  Chemikant/in
  •  Fachverkäuf.-Lebensm.handwerk - Bäckerei
  •  Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r
  •  Friseur/in
  •  Industriekaufmann/-frau
  •  Verkäfer/in
  •  Kfz-Mechatroniker - PKW-Technik
  •  Fachwirt-Vertrieb Einzelhandel
  •  Fachkraft - Lagerlogistik

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen, können sich unbürokratisch unter folgender kostenloser Rufnummer: 0800 4 5555 00 melden.

Arbeitgeber, die eine Ausbildungsstelle anbieten möchten, können sich unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail an bruehl.arbeitgeber@arbeitsagentur.de mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen.

IHK Köln: Deutliches Plus bei neuen Ausbildungsverträgen in der IHK-Region insgesamt – Entwicklung im Rhein-Erft-Kreis annährend auf Niveau des Vorjahres

Kerpen, 30. Oktober 2019. Für den Standort und die duale Ausbildung – vor allem für die beteiligten Unternehmen und Jugendlichen – ist es ein gelungener Start ins neue Ausbildungsjahr 2019/2020: Bis Ende September wurden insgesamt 8.576 neue Ausbildungsverträge in rund 150 Berufen bei der IHK Köln eingetragen, 180 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Das entspricht einem Plus von 2,14 Prozent. „Angesichts der demografischen Veränderung und der anhaltenden Präferenz der Schulabgänger fürs Studium sind die Zahlen sehr zufriedenstellend", so Caroline Mager, Leiterin der Ausbildungsberatung der IHK Köln, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Kerpen. „Die gemeinsame Anstrengung und das Engagement der regionalen Partner in der Berufsorientierung" haben wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen, berichtet Mager weiter. Auch das verstärkte Ausbildungsmarketing mit Fokus auf die guten beruflichen Start- und Karrierechancen der dualen Ausbildung habe die positive Entwicklung befördert. Von den insgesamt 8.576 neuen Ausbildungsverträgen wurde ein Drittel in gewerblich-technischen Berufen geschlossen, zwei Drittel in kaufmännischen.

Die Entwicklung fiel in den einzelnen Regionen des IHK-Bezirks unterschiedlich aus: Im Rhein-Erft-Kreis blieb die Zahl der neuen Abschlüsse mit einem leichten Rückgang (minus 1,05 Prozent) um 14 auf 1.322 Verträge knapp unter dem Vorjahresergebnis. „Generell gilt: Die regionale Wirtschaft ist froh um jeden, der sich für einen Ausbildungsplatz im Dualen System entscheidet", betonte die IHK-Expertin. „Denn eine Berufsausbildung im eigenen Haus ist für die Betriebe immer noch der sicherste Weg, den zukünftigen Fachkräfte-Bedarf zu decken."

Minimal war auch der Rückgang im Rheinisch-Bergischen Kreis: Hier wurden mit 618 neuen Ausbildungsverhältnissen fast genauso viele vereinbart wie im Vorjahr (624). In Leverkusen wurden mit insgesamt 733 Verträgen 34 neue Ausbildungsverhältnisse weniger registriert als im Vorjahr (minus 4,43 Prozent). Den stärksten absoluten Anstieg gab es dagegen in Köln mit einem Plus um 188 Verträge auf 4.774 neue Abschlüsse (plus 4,1 Prozent). Auch im Oberbergischen Kreis verzeichnete die IHK Köln mit einem Zuwachs von 46 auf 1.129 neu abgeschlossene Verträge ein deutliches Plus (4,43 Prozent).

Nachdem die IHK Köln mit dem Beginn dieses Ausbildungsjahres das bundesweit einzigartige „YoungProfessional"-Programm gestartet hat, wurden bereits erste Ausbildungsverträge bei der IHK Köln registriert. Dabei absolvieren junge Fachkräfte mit Bachelor-Abschluss eine zeitlich um die Hälfte reduzierte Ausbildung im Betrieb, bei gleichzeitig doppelter Ausbildungsvergütung für die Dauer des Vertrages (www.ihk-koeln.de/204660). „Mit diesem Programm eröffnen wir Unternehmen und Absolventen einen idealen Weg, um einen nahtlosen Übergang von der Hochschule ins Unternehmen zu schaffen", erklärt IHK-Ausbildungsexpertin Mager. Ziel sei es, die Nachwuchskräfte schneller und betriebsspezifischer als Fachkräfte in die Unternehmen zu integrieren. Schüler und Schülerinnen, aber auch Studierende, die in eine Berufsausbildung wechseln möchten, erhalten das ganze Jahr über Beratung und Unterstützung bei der Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln. Infos und Kontaktmöglichkeiten auf www.ihk-koeln.de/150.