30.10.2019 | Presseinfo Nr. 40

Ausbildungsstellenmarkt im Kreis Euskirchen

Für den Zeitraum vom 01. Oktober 2018 bis 30. September 2019 wurden im Kreis Euskirchen 1.270 Bewerber registriert, 128 oder 9,2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dem gegenüber standen der Arbeitsagentur 798 Ausbildungsstellen im Kreis Euskirchen zur Vermittlung zur Verfügung, dies sind 18 oder 2,3 Prozent mehr als im letzten Jahr. „Rein rechnerisch gab es 0,63 gemeldete Berufsausbildungsstellen für jeden gemeldeten Ausbildungssuchenden, eine deutliche Verbesserung der Situation gegenüber dem Vorjahr", erklärt Daub.

• 1.270 Ausbildungsplatzbewerber

• 798 Ausbildungsstellen

• 628 Bewerber beginnen eine ungeförderte betriebliche Ausbildung

• 111 Bewerber suchen noch eine Ausbildung

• 144 Ausbildungsstellen noch zu besetzen

 

Das gemeinsam mit den Kammern organisierte Pressegespräch findet dieses Jahr bei der Geschw. Balter Bauunternehmung GmbH in Hellenthal statt. Gemeinsam mit Waltraud Gräfen der Industrie- und Handelskammer Aachen, Georg Stoffels von der Handwerkskammer Aachen sowie Uwe Günther der Kreishandwerkerschaft Rureifel stellt Anja Daub, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Brühl die Ergebnisse des Beratungsjahres 2018/2019 vor.

Für den Zeitraum vom 01. Oktober 2018 bis 30. September 2019 wurden im Kreis Euskirchen 1.270 Bewerber registriert, 128 oder 9,2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Dem gegenüber standen der Arbeitsagentur 798 Ausbildungsstellen im Kreis Euskirchen zur Vermittlung zur Verfügung, dies sind 18 oder 2,3 Prozent mehr als im letzten Jahr. „Rein rechnerisch gab es 0,63 gemeldete Berufsausbildungsstellen für jeden gemeldeten Ausbildungssuchenden, eine deutliche Verbesserung der Situation gegenüber dem Vorjahr", erklärt Daub.

Fast 82 Prozent der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen konnten in diesem Jahr mit passenden Bewerbern besetzt werden, 628 der 1.270 jungen Bewerberinnen und Bewerber aus dem Kreis Euskirchen konnten im Berichtsjahr eine ungeförderte betriebliche Ausbildung beginnen. Insgesamt 171 junge Menschen haben sich für eine weiterführende Schule, Studium oder ein Praktikum entschieden und 94 nahmen von einer Berufsausbildung Abstand und begannen eine Erwerbstätigkeit.

Unter den Top 10 der Ausbildungsstellen waren im Kreis Euskirchen vor allem die Stellen im Einzelhandel oder (Lebensmittel-)Verkauf, hier wurden insgesamt 144 Auszubildende gesucht. Darauf folgte das Angebot der Ausbildung zum Handelsfachwirt/in mit 28 Stellen. Viele Angebote gab es auch für Ausbildungsplätze zum/zur Kaufmann/frau für Büromanagement, Fachkraft Lagerlogistik, Elektroniker/in für Betriebstechnik, Industriemechaniker/in, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r als auch für Maschinen- und Anlagenführer/in.

Auch von den Bewerberinnen und Bewerber wurden vorrangig viele dieser Berufe gesucht. Wobei bei den männlichen Bewerbern weiterhin der Kfz-Mechatroniker und Industriemechaniker und bei den jungen Frauen die Kauffrau im Einzelhandel oder die Medizinische Fachangestellte hoch im Kurs standen. In den meisten Fällen passten das Angebot und die Nachfrage zusammen, dennoch blieben 114 Ausbildungsstellen unbesetzt und 111 Bewerber fanden bis Ende September keine passende Ausbildungsstelle. „Obwohl es rein rechnerisch aufgehen müsste, decken sich die Erwartungen und Anforderungen der Betriebe auf der einen und die Wunschvorstellungen der Jugendlichen auf der anderen Seite nicht, so dass ein vollständiger Ausgleich nicht erreicht werden kann", so die Ausbildungsmarkt-Expertin Daub.

Hier zeigt sich, wie wichtig die Beratungsfunktion der Berufsberatung der Agentur für Arbeit sein kann. „Teil unserer guten Beratung ist es, auch auf Ausbildungsberufe mit ähnlichen Tätigkeiten oder Anforderungen hinzuweisen. Neben den üblichen Wunschberufen gibt viele andere spannende Ausbildungsberufe zu entdecken", so Daub.

Jährlich suchen eine große Anzahl junger Menschen die Beratungsfachkräfte der Brühler Arbeitsagentur auf und lassen sich zu unterschiedlichsten Themen beraten. Fragen zum Ausbildungsmarkt, zur Berufs- und Studienwahl, zu Seminaren und Bewerbungstrainings werden beantwortet. Informationen zu Messen, Jobbörsen, Auslandspraktika, zu Freiwilligendiensten, Au-Pair und vielem mehr bilden die fachlichen Inhalte ab. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater sind regelmäßig in den Schulen und beraten zu Chancen und Perspektiven sowie zu denkbaren Alternativen.

Neben der Möglichkeit, beim Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit Brühl durch Tests und fachliche Beratung eine Einschätzung der eigenen Stärken und Vorlieben zu erhalten, gibt es nun auch eine neue Unterstützung im Berufs- und Studienwahlprozess. „Mit dem Selbsterkundungstool auf www.arbeitsagentur.de können Jugendliche ganz einfach von zuhause aus in ihrer Freizeit ihre Stärken ermitteln. Es hilft ihnen dabei herauszufinden, mit welchen der vielen Ausbildungsberufe und Studienfelder sie sich bei der Berufsorientierung näher beschäftigen sollten", berichtet Daub.

Für einen Beruf mit Zukunft haben sich auch die Auszubildenden der Geschwister Balter Bauunternehmung entschieden, denn gerade in dieser Branche ist der Bedarf an Fachkräften groß. Gut ausgebildeten Kräften stehen zudem vielseitige Weiterentwicklungsmöglichkeiten offen.

Daub hat allerdings auch eine klare Botschaft an die Arbeitgeber: „Vor dem Hintergrund der anstehenden demografischen Entwicklung in den Betrieben mit vielen

Rekrutierung von Auszubildenden schwieriger wird, der Aufwand lohnt sich für das Unternehmen."

Auch die auf den ersten Blick nicht so gut geeignet erscheinenden Bewerberinnen und Bewerber können sich zu hervorragenden Fachkräften entwickeln, wenn ihnen die Chance dazu gegeben wird. Unterstützung können ausbildungsbereite Unternehmen von der Agentur für Arbeit erhalten:

Die assistierte Ausbildung – eines von vielen guten Angeboten

Die „assistierte Ausbildung", kurz AsA, ist eines der unterstützenden Angebote - sowohl für die Jugendlichen als auch für die Unternehmen. Hierbei wird der Jugendliche –während seiner dualen Ausbildung in einem Betrieb – sowohl vor als auch während der Ausbildung intensiv betreut. Dieses Angebot richtet sich vor allem an die Jugendlichen mit nicht so guten Noten oder die aus anderen Gründen einen schwierigen Start in die Ausbildung haben. Dem oder der Jugendlichen wird ein Ausbildungsbegleiter zur Seite gestellt, der in Absprache mit ihr oder ihm, dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule feststellt, wo und in welcher Form Unterstützung nötig ist und diese dann auch gibt.

Auch wenn sich im Ausbildungsverlauf Defizite z.B. bei den Leistungen in der Berufsschule einstellen, kann die Agentur für Arbeit helfen. Mit der ausbildungsbegleitenden Hilfe (abH) kann über einen dafür beauftragten Träger individuelle Nachhilfe angeboten werden.

Auch mit einer Einstiegsqualifizierung (EQ) kann der Brückenschlag in die Berufsausbildung noch gelingen. Diese Langzeitpraktika richten sich an bislang unvermittelte Bewerber und Bewerberinnen. Fast 65 Prozent der Jugendlichen wechseln nach einer Einstiegsqualifizierung in eine betriebliche Ausbildung oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Die Agentur für Arbeit bietet zudem weitere Alternativen zum direkten Ausbildungseinstieg an. So nehmen bislang 11 Jugendliche im Kreis Euskirchen zunächst an Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teil, die durch die Berufsberatung finanziert werden.

„Um die 111 unversorgten Jugendlichen werden wir uns in den kommenden Wochen im Rahmen der sogenannten Nachvermittlungsaktion zusammen mit den Beraterteams der Kammern intensiv kümmern, um ihnen doch noch einen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen", so Daub abschließend.

Offene Ausbildungsstellen für sofort stehen noch in den folgenden Berufen zur Verfügung:

  •  Kaufmann/frau im Einzelhandel
  •  Fachverkäfer Lebensmittelhandwerk
  •  Bäker/in
  •  Handelsfachwirt/in
  •  Verkäfer/in
  •  Friseur/in
  •  Elektroniker/in - Energie-/Gebäudetechnik
  •  Fleischer
  •  Maler/Lackierer - Gestaltung/Instandhaltung

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen, können sich unbürokratisch unter folgender kostenloser Rufnummer: 0800 4 5555 00 melden.

Arbeitgeber, die eine Ausbildungsstelle anbieten möchten, können sich unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail an bruehl.arbeitgeber@arbeitsagentur.de mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen.