03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Dezember 2019

Die Arbeitslosenzahlen sind im Dezember gestiegen. Insgesamt waren 14.826 Menschen arbeitslos, das sind 423 oder 2,9 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Plus von 616 oder 4,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen saisontypisch gestiegen
    Plus 423 oder +2,9 Prozent im Vergleich zum November 2019. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat Dezember 2018 ein Anstieg von 616 oder +4,3 Prozent.
  • 14.826 Arbeitslose im Rhein-Erft-Kreis
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis: 5,8 Prozent
  • 3.416 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 258 oder +8,2 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.086 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-110 oder -9,2 Prozent zum Vormonat)
  • 2.995 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Minus 509 oder -14,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 851 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-134 oder -14,5 Prozent zum Vormonat)
  • 659 Stellenmeldungen im Dezember
    Der Agentur für Arbeit wurden 77 oder -10,5 Prozent weniger Stellen gemeldet als im Vormonat

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind im Dezember gestiegen. Insgesamt waren 14.826 Menschen arbeitslos, das sind 423 oder 2,9 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Plus von 616 oder 4,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

„Die Arbeitslosenzahl ist im Dezember gestiegen", kommentiert Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl die aktuellen Daten. „Der Anstieg erfolgt allerdings überwiegend im Rechtskreis SGB II, also bei den vom Jobcenter Rhein-Erft betreuten Arbeitslosen. Dort endeten im Dezember viele arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun zunächst wieder als arbeitslos gezählt werden", so Imkamp weiter. „Der Arbeitsmarkt an sich zeigt sich weiterhin robust und aufnahmefähig, ein Einfluss der konjunkturellen Entwicklung ist bei der Zahl der Arbeitslosen nicht feststellbar".

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 19.126 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Dezember keiner regulären Beschäftigung nachgehen (so genannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit +179 oder +0,9 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 621 oder +3,4 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Dezember bei 7,3 anstatt bei 5,8 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 14 oder 0,3 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.082 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 187 oder 3,8 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Dezember um 409 oder 4,4 Prozent gestiegen. Aktuell sind 9.744 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Auch im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 429 oder 4,6 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen steigt um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Im Dezember 2018 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis ebenso noch 5,6 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Dezember meldeten sich 3.416 Männer und Frauen arbeitslos, 258 oder 8,2 Prozent mehr als im Vormonat und 467 oder 15,8 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.086, das sind 110 oder -9,2 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -6 oder -0,5 Prozent). Im Dezember meldeten sich insgesamt 1.225 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 414 oder +51,0 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +473 oder +62,9 Prozent).

Den im Dezember arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.995 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 509 oder -14,5 Prozent weniger als im letzten Monat und 188 oder -5,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 851 Personen und damit 134 oder -13,6 Prozent weniger als im letzten Monat (-105 oder -11,0 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 776 Menschen (-134 oder --13,6 Prozent zum Vormonat; -105 oder -11,0 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.216. Davon entfielen 476 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 740 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 62 oder -4,9 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -16 oder -3,3 Prozent, SGB II: -46 oder -5,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 53 oder 4,6 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +40 oder +9,2 Prozent, SGB II: +13 oder +1,8 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 5.689 (davon SGB III: 606, SGB II: 5.083) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +139 oder +2,5 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -19 oder -3,0 Prozent, SGB II: +158 oder +3,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden -252 oder -4,2 Prozent (SGB III: -120 oder -16,5 Prozent, SGB II: -132 oder -2,5 Prozent) weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 5.083 ältere Menschen über 50 Jahre waren im Dezember im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 98 oder +2,0 Prozent (SGB III: +17 oder +0,8 Prozent, SGB II: +81 oder +2,8 Prozent). Das sind 176 oder +3,6 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +3 oder +0,1 Prozent, SGB II: +173 oder +6,3 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Dezember 659 neue Arbeitsstellen, das waren -77 oder -10,5 Prozent weniger als im letzten Monat und -131 oder -16,6 Prozent weniger als vor einem Jahr, was vor allem auf einen Nachfragerückgang in der Zeitarbeitsbranche zurückzuführen ist. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.097 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von -241 oder -5,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es -370 Stellen weniger (-8,3 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik

950 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +14 oder +1,5 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +67 oder +7,6 Prozent. 1.024 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-308 oder -23,1 Prozent zum Vormonat, +96 oder +10,3 Prozent zum Vorjahresmonat), 424 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-40 oder -8,6 Prozent gegenüber Vormonat und -61 oder -12,6 Prozent zum Vorjahresmonat).