03.01.2020 | Presseinfo Nr. 2

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen Ende Dezember 2019

Die Arbeitslosenzahlen sind im Dezember saisontypisch leicht gestiegen. Insgesamt waren 5.149 Menschen arbeitslos, das sind 81 oder 1,6 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Minus von 109 oder -2,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt unverändert 4,7 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen saisontypisch leicht gestiegen
    Plus 81 oder +1,6 Prozent im Vergleich zum November 2019. Gegenüber dem Vorjahresmonat Dezember 2018 ein weiterer Rückgang (-109 oder -2,1 Prozent)
  • 5.149 Arbeitslose im Kreis Euskirchen
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen: unverändert 4,7 Prozent
  • 1.156 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat +8 oder +0,7 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. 439 Zugänge erfolgten aus Erwerbstätigkeit (+4 oder +0,9 Prozent zum Vormonat)
  • 1.087 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Das sind 156 oder -12,6 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 336 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-1 oder -0,3 Prozent zum Vormonat)
  • 230 Stellenmeldungen im November
    Der Agentur für Arbeit wurden 118 oder -33,9 Prozent weniger Stellen gemeldet als im Vormonat

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind im Dezember saisontypisch leicht gestiegen. Insgesamt waren 5.149 Menschen arbeitslos, das sind 81 oder 1,6 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Minus von 109 oder -2,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt unverändert 4,7 Prozent.

„Auch, wenn wir in den letzten Jahren durch die außergewöhnlich gute Entwicklung etwas verwöhnt waren, ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Dezember ein für die Jahreszeit übliches Bild", kommentiert Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. „Die weitere Reduzierung zum Vorjahr ist jedoch sehr erfreulich und ein Zeichen dafür, dass der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen weiterhin robust ist", so Imkamp weiter. „Von einer Eintrübung der konjunkturellen Entwicklung ist der Arbeitsmarkt bisher nicht betroffen."

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 6.673 Menschen aus dem Kreis Euskirchen im Dezember keiner regulären Beschäftigung nachgehen (so genannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung um 27 oder +0,4 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 1 oder 0,0 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Dezember bei 6,1 anstatt bei 4,7 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat 82 oder +4,1 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.095 arbeitslose Personen aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 116 oder +5,9 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter EU – aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreis Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Dezember um 1 oder -0,0 Prozent gesunken. Aktuell sind 3.054 Frauen und Männer beim Jobcenter EU – aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 225 oder -6,9 Prozent weniger Arbeitslose registriert.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen bleibt unverändert bei 4,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 4,9 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Dezember meldeten sich 1.156 Männer und Frauen arbeitslos, +8 oder +0,7 Prozent mehr als im Vormonat und +83 oder 7,7 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 439, das sind 4 oder +0,9 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +17 oder +4,0 Prozent). Im Dezember meldeten sich insgesamt 356 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 18 oder +5,3 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +131 oder +58,2 Prozent).

Den im Dezember arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 1.087 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 156 oder -12,6 Prozent weniger als im letzten Monat und 30 oder -2,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 336 Personen und damit 1 oder -0,3 Prozent weniger als im letzten Monat (+35 oder +11,6 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 284 Menschen (-112 oder -28,3 Prozent zum Vormonat, -7 oder -2,4 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 423. Davon entfielen 175 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 248 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren -5 oder -1,2 Prozent (Veränderung SGB III zum Vormonat: +6 oder +3,6 Prozent, SGB II: -11 oder -4,2 Prozent) weniger als im Vormonat. Im Vorjahresmonat lag die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren noch um 17 oder 3,9 Prozent höher (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -20 oder -10,3 Prozent, SGB II: +3 oder +1,2 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 1.892 (davon SGB III: 326, SGB II: 1.566) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +35 oder +1,9 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -3 oder -0,9 Prozent, SGB II: +38 oder +2,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden -103 oder -5,2 Prozent (SGB III: +18 oder +5,8 Prozent, SGB II: -121 oder -7,2 Prozent) weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 1.917 ältere Menschen über 50 Jahre waren in diesem Monat im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem letzten Monat um +11 oder +0,6 Prozent (SGB III: +16 oder +1,5 Prozent, SGB II: -5 oder -0,6 Prozent). Das sind 44 oder +2,3 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: 78 oder +8,0 Prozent, SGB II: -34 oder -3,8 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Dezember 230 neue Arbeitsstellen, das waren 118 oder -33,9 Prozent weniger als im letzten Monat und 102 oder -30,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.549 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 96 oder -5,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 145 Stellen weniger (-8,6 Prozent). Dies ist in erster Linie auf einen Nachfragerückgang in der Zeitarbeitsbranche zurückzuführen.

Aktive Arbeitsmarktpolitik

443 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -11 oder -2,4 Prozent zum Vormonat. Zum Vorjahresmonat waren es +65 oder +17,2 Prozent mehr. 312 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-47 oder -13,1 Prozent zum Vormonat, +116 oder +59,2 Prozent zum Vorjahresmonat), 188 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+2 oder +1,1 Prozent gegenüber Vormonat und -41 oder -17,9 Prozent zum Vorjahresmonat).