30.01.2020 | Presseinfo Nr. 7

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Januar 2020

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar saisontypisch gestiegen. Insgesamt waren 15.641 Menschen arbeitslos, das sind 815 oder 5,5 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Plus von 1.002 oder 6,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen saisontypisch gestiegen
    Plus 815 oder +5,5 Prozent im Vergleich zum Dezember 2019. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat Januar 2019 ein Anstieg von 1.002 oder +6,8 Prozent.
  • 15.641 Arbeitslose im Rhein-Erft-Kreis
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis: 6,1 Prozent
  • 3.478 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 62 oder +1,8 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.586 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+500 oder +46,0 Prozent zum Vormonat)
  • 2.636 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Minus 359 oder -12,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 826 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-25 oder -2,9 Prozent zum Vormonat)
  • 605 Stellenmeldungen im Januar
    Der Agentur für Arbeit wurden 54 oder -8,2 Prozent weniger Stellen gemeldet als im Vormonat

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar saisontypisch gestiegen. Insgesamt waren 15.641 Menschen arbeitslos, das sind 815 oder 5,5 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Plus von 1.002 oder 6,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent.

„Nach dem Jahreswechsel ist die Arbeitslosigkeit wie immer gestiegen", kommentiert Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl die aktuellen Daten. „Die Ursachen für die steigende Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn sind bekannt", so Imkamp weiter. Das Ende des Weihnachtsgeschäftes im Handel, das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge zum Jahresende, die Beendigung von 3 ½-jährigen Berufsausbildungen sowie die in den Wintermonaten übliche Freisetzung in witterungsabhängigen Außenberufen. „Der Arbeitsmarkt an sich zeigt sich weiterhin aufnahmefähig, vor allem für Fachkräfte. Sie werden schnell wieder zurück in den Arbeitsmarkt finden," so Imkamp weiter.

Für die Schülerinnen und Schüler, die am Freitag, 31.01.2020 ihre Halbjahreszeugnisse erhalten, rät Imkamp: „Warten Sie nicht länger und bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem Halbjahreszeugnis um eine Ausbildungsstelle. Nutzen Sie auch unser Angebot für eine persönliche Beratung durch die Berufsberaterinnen und Berufsberater." Termine gibt es unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 00.

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 19.770 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Januar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 655 oder +3,4 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 920 oder +4,9 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Januar bei 7,6 anstatt bei 6,1 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 545 oder +10,7 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.627 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 249 oder +4,6 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Januar um 270 oder +2,8 Prozent gestiegen. Aktuell sind 10.014 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Auch im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 753 oder +8,1 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Im Januar 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 5,7 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Januar meldeten sich 3.478 Männer und Frauen arbeitslos, 62 oder +1,8 Prozent mehr als im Vormonat und 22 oder 0,6 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.586, das sind 500 oder +46,0 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +60 oder +3,9 Prozent). Im Januar meldeten sich insgesamt 741 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 484 oder -39,5 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: -41 oder -5,2 Prozent).

Den im Januar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.636 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 359 oder -12,0 Prozent weniger als im letzten Monat und 383 oder -12,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 826 Personen und damit 25 oder -2,9 Prozent weniger als im letzten Monat (-56 oder -6,3 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 584 Menschen (-192 oder -24,7 Prozent zum Vormonat; -177 oder -23,3 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 1.270. Davon entfielen 521 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 749 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 54 oder +4,4 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +45 oder +9,5 Prozent, SGB II: +9 oder +1,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 65 oder +5,4 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +23 oder +4,6 Prozent, SGB II: +42 oder +5,9 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 5.905(davon SGB III: 706, SGB II: 5.199) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +216 oder +3,8 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +100 oder +16,5 Prozent, SGB II: +116 oder +2,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 106 oder -1,8 Prozent (SGB III: -57 oder -7,5 Prozent, SGB II: -49 oder -0,9 Prozent) weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 5.409 (davon SGB III: 2.381, SGB II: 3.028) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Januar im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 326 oder +6,4 Prozent (SGB III: +230 oder +10,7 Prozent, SGB II: +96 oder +3,3 Prozent). Das sind 370 oder +7,3 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +84 oder +3,7 Prozent, SGB II: +286 oder +10,4 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Januar 605 neue Arbeitsstellen, das waren 54 oder -8,2 Prozent weniger als im letzten Monat und 38 oder -5,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.897 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 200 oder -4,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 394 Stellen weniger (-9,2 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik

955 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +9 oder +1,0 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +61 oder +6,8 Prozent. 1.013 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+5 oder +0,5 Prozent zum Vormonat, +26 oder +2,6 Prozent zum Vorjahresmonat), 440 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+26 oder +6,3 Prozent gegenüber Vormonat und -31 oder -6,6 Prozent zum Vorjahresmonat).