30.01.2020 | Presseinfo Nr. 8

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen Ende Januar 2020

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar saisontypisch gestiegen. Insgesamt waren 5.396 Menschen arbeitslos, das sind 247 oder +4,8 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt jedoch mit einem Minus von 119 oder -2,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen saisontypisch gestiegen
    Plus 247 oder +4,8 Prozent im Vergleich zum Dezember 2019. Gegenüber dem Vorjahresmonat Januar 2019 ein weiterer Rückgang(-119 oder -2,2 Prozent)
  • 5.396 Arbeitslose im Kreis Euskirchen
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen: 5,0 Prozent
  • 1.232 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 76 oder +6,6 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. 660 Zugänge erfolgten aus Erwerbstätigkeit (+221 oder +50,3 Prozent zum Vormonat)
  • 979 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Das sind 108 oder -9,9 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 341 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+5 oder +1,5 Prozent zum Vormonat)
  • 326 Stellenmeldungen im Januar
    Der Agentur für Arbeit wurden 96 oder +41,7 Prozent weniger Stellen gemeldet als im Vormonat

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind im Januar saisontypisch gestiegen. Insgesamt waren 5.396 Menschen arbeitslos, das sind 247 oder +4,8 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt jedoch mit einem Minus von 119 oder -2,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent.

„Nach dem Jahreswechsel ist die Arbeitslosigkeit wie immer gestiegen", kommentiert Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl die aktuellen Daten. „Die Ursachen für die steigende Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn sind bekannt", so Imkamp weiter. Das Ende des Weihnachtsgeschäftes im Handel, das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge zum Jahresende, die Beendigung von 3½- jährigen Berufsausbildungen sowie die in den Wintermonaten übliche Freisetzung in witterungsabhängigen Außenberufen. „Der Arbeitsmarkt an sich zeigt sich weiterhin aufnahmefähig, vor allem für Fachkräfte. Sie werden schnell wieder zurück in den Arbeitsmarkt finden," so Imkamp weiter.

Für die Schülerinnen und Schüler, die am Freitag, 31.01.2020 ihre Halbjahreszeugnisse erhalten, rät Imkamp: „Warten Sie nicht länger und bewerben Sie sich jetzt mit Ihrem Halbjahreszeugnis um eine Ausbildungsstelle. Nutzen Sie auch unser Angebot für eine persönliche Beratung durch die Berufsberaterinnen und Berufsberater." Termine gibt es unter der kostenfreien Service-Rufnummer 0800 4 5555 00.

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 6.904 Menschen aus dem Kreis Euskirchen im Januar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (so genannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung um 227 oder +3,4 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 23 oder 0,3 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Januar bei 6,3 anstatt bei 5,0 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat 229 oder +10,9 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.324 arbeitslose Personen aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 104 oder +4,7 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter EU – aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreis Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Januar um 18 oder +0,6 Prozent gestiegen. Aktuell sind 3.072 Frauen und Männer beim Jobcenter EU – aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 223 oder -6,8 Prozent weniger Arbeitslose registriert.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen steigt um 0,3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 5,1 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Januar meldeten sich 1.232 Männer und Frauen arbeitslos, 76 oder +6,6 Prozent mehr als im Vormonat und 38 oder -2,9 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 660, das sind 221 oder +50,3 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +43 oder +7,0 Prozent). Im Januar meldeten sich insgesamt 213 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 143 oder -40,2 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: -32 oder -13,1 Prozent).

Den im Januar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 979 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 108 oder -9,9 Prozent weniger als im letzten Monat und 41 oder -4,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 341 Personen und damit 5 oder +1,5 Prozent mehr als im letzten Monat (+35 oder +11,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 200 Menschen (-84 oder -29,6 Prozent zum Vormonat, -15 oder -7,0 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 446. Davon entfielen 197 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 249 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 23 oder +5,4 Prozent (Veränderung SGB III zum Vormonat: +22 oder +12,6 Prozent, SGB II: +1 oder +0,4 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Vorjahresmonat lag die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren noch um 1 oder 0,2 Prozent niedriger (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -16 oder -7,5 Prozent, SGB II: +17 oder +7,3 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 1.892 (davon SGB III: 351, SGB II: 1.541) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; genauso viele wie im Vormonat (davon SGB III: +25 oder +7,7 Prozent, SGB II: -25 oder -1,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 137 oder -6,8 Prozent (SGB III: +17 oder +5,1 Prozent, SGB II: -154 oder -9,1 Prozent) weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 2.022 (davon SGB III: 1.136, SGB II: 886) ältere Menschen über 50 Jahre waren in diesem Monat im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem letzten Monat um 105 oder +5,5 Prozent (SGB III: +84 oder +8,0 Prozent, SGB II: +21 oder +2,4 Prozent). Das sind 16 oder +0,8 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +45 oder +4,1 Prozent, SGB II: -29 oder -3,2 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Januar 326 neue Arbeitsstellen, das waren 96 oder +41,7 Prozent mehr als im letzten Monat und 78 oder +31,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.525 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 25 oder -1,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 129 Stellen weniger (-7,8 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik

453 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, 12 oder +2,7 Prozent zum Vormonat. Zum Vorjahresmonat waren es 83 oder +22,4 Prozent mehr. 314 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-4 oder -1,3 Prozent zum Vormonat, +134 oder +74,4 Prozent zum Vorjahresmonat), 197 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+3 oder +1,5 Prozent gegenüber Vormonat und -10 oder -4,8 Prozent zum Vorjahresmonat).