28.02.2020 | Presseinfo Nr. 12

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Februar 2020

Die Arbeitslosenzahlen sind im Februar noch einmal leicht gestiegen, was für die Jahreszeit typisch ist. Insgesamt waren 15.788 Menschen arbeitslos, das sind 147 oder 0,9 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Plus von 1.164 oder 8,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 6,1 Prozent.

  • Nur geringer Anstieg der Arbeitslosigkeit
    Plus 147 oder +0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat Januar 2020. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat Februar 2019 ein Anstieg von 1.164 oder +8,0 Prozent.
  • 15.788 Arbeitslose im Rhein-Erft-Kreis
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis: unverändert 6,1 Prozent
  • 3.596 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 118 oder +3,4 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.377 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-209 oder -13,2 Prozent zum Vormonat)
  • 3.440 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Plus 804 oder +30,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.019 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+193 oder +23,4 Prozent zum Vormonat)
  • 796 Stellenmeldungen
    Der Agentur für Arbeit wurden 191 oder +31,6 Prozent mehr Stellen gemeldet als im Vormonat

 

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind im Februar noch einmal leicht gestiegen, was für die Jahreszeit typisch ist. Insgesamt waren 15.788 Menschen arbeitslos, das sind 147 oder 0,9 Prozent mehr als im Vergleich zum Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen liegt mit einem Plus von 1.164 oder 8,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 6,1 Prozent.

„Der für den Februar erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit ist nur in einem geringen Umfang eingetreten", freut sich Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl die aktuellen Daten. „Es sind in erster Linie junge Menschen unter 25 Jahren, die ihre Berufsausbildung nun nach zweieinhalb oder dreieinhalb Jahren abgeschlossen haben", so Imkamp weiter. „Für Unternehmen ist das eine gute Möglichkeit, gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen."

Unter dem Motto #Ausbildungklarmachen findet vom 16. bis 20. März 2020 zum siebten Mal die bundesweite „Woche der Ausbildung" statt. Ziel dieser Woche ist, jungen Menschen und Arbeitgebern die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung zu zeigen. „Wir wollen, dass die jungen Menschen sehen, welche Vielfalt an Berufen und Möglichkeiten sie mit einer Berufsausbildung erreichen können. 40 Prozent der im letzten Jahr bei uns gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber wollten in die gleichen zehn Berufe. Unsere Beratungsfachkräfte helfen gerne dabei, auch Alternativen zu diesen üblichen ‚TOP 10‘ zu finden", empfiehlt Imkamp den Jugendlichen.

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 20.024 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Februar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 261 oder +1,3 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 1.015 oder +5,3 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft- Kreis im Februar bei 7,7 anstatt bei 6,1 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 200 oder +3,6 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.827 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 379 oder +7,0 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Februar um 53 oder -0,5 Prozent gesunken. Aktuell sind 9.961 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein- Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl damit um 785 oder +8,6 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen bleibt unverändert bei 6,1 Prozent. Im Februar 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 5,7 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Februar meldeten sich 3.596 Männer und Frauen arbeitslos, 118 oder +3,4 Prozent mehr als im Vormonat und 17 oder +0,5 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.377, das sind 209 oder -13,2 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: +55 oder +4,2 Prozent). Im Februar meldeten sich insgesamt 1.015 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 274 oder +37,0 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -32 oder -3,1 Prozent).

Den im Februar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.440 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 804 oder +30,5 Prozent mehr als im letzten Monat und 137 oder -3,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 1.019 Personen und damit 193 oder +23,4 Prozent mehr als im letzten Monat (+58 oder +6,0 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 893 Menschen (+309 oder +52,9 Prozent zum Vormonat; -61 oder -6,4 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 1.398. Davon entfielen 614 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 784 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 128 oder +10,1 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +93 oder +17,9 Prozent, SGB II: +35 oder +4,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 123 oder +9,6 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +49 oder +8,7 Prozent, SGB II: +74 oder +10,4 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 5.845 (davon SGB III: 688, SGB II: 5.157) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; -60 oder -1,0 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -18 oder -2,5 Prozent, SGB II: -42 oder -0,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 13 oder -0,2 Prozent (SGB III: -42 oder -5,8 Prozent, SGB II: +29 oder +0,6 Prozent) weniger Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 5.388 (davon SGB III: 2.397, SGB II: 2.991) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Februar im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 21 oder -0,4 Prozent (SGB III: +16 oder +0,7 Prozent, SGB II: -37 oder -1,2 Prozent). Das sind 439 oder +8,9 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +115 oder +5,0 Prozent, SGB II: +324 oder +12,1 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Februar 796 neue Arbeitsstellen, das waren 191 oder +31,6 Prozent mehr als im letzten Monat und 147 oder -17,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.019 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 122 oder +3,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 341 Stellen weniger (-7,8 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik

901 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -50 oder -5,3 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +35 oder +4,0 Prozent. 1.091 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+78 oder +7,7 Prozent zum Vormonat, +12 oder +1,1 Prozent zum Vorjahresmonat), 416 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-27 oder -6,1 Prozent gegenüber Vormonat und -60 oder -12,6 Prozent zum Vorjahresmonat).