31.03.2020 | Presseinfo Nr. 17

Kurzarbeit im Agenturbezirk Brühl

Zahlreiche Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis haben aus der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gelernt und versuchen gerade ihr Möglichstes, ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten.

Zahlreiche Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis haben aus der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 gelernt und versuchen gerade ihr Möglichstes, ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten. „Kurzarbeit ist ein hilfreiches Instrument, Arbeitslosigkeit zu vermeiden und deshalb ist es gut, dass so viele Unternehmen jetzt davon Gebrauch machen“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl. Damals sei vor allem die Industrie von der krisenhaften Entwicklung betroffen gewesen. Heute stehe die Arbeitsagentur vor einer ganz anderen Herausforderung, erklärt Imkamp. „Angesichts des weitgehenden Shut-Downs stehen nicht nur Förderbänder in den Fabriken still, es sind z.B. auch Läden, Cafés, Fitness-Studios und Friseur-Salons geschlossen. Das bedeutet, dass auch die Zahl der Kurzarbeiter in der Spitze erheblich höher ausfallen wird.“                             

Eine valide Zahl zur Kurzarbeit in der Region kann die Agentur für Arbeit Brühl noch nicht vorlegen. Das liegt am Ablauf des Prozesses: Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, müssen sie das bei der Agentur für Arbeit zunächst anzeigen. Ohne Anzeige ist später keine Zahlung möglich. Wenn dann tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann der Betrieb innerhalb von drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach haben die Arbeitsagenturen endgültige Daten dazu, wie viele Personen genau kurzgearbeitet haben, in welcher Branche und wie groß der Arbeitsausfall war.                     
Der einzige, erste Anhaltspunkt, den die Agenturen für Arbeit momentan haben, sind die Anzeigen, die in den Agenturen eingehen. Aktuell greifen aber sehr viele auch kleinere Betriebe auf Kurzarbeit zurück. Die Arbeitsbelastung in den Agenturen für Arbeit ist daher momentan extrem hoch. Dadurch ist ein erheblicher Teil der Anzeigen noch gar nicht erfasst. Außerdem variieren die eingegangenen Anzeigen stark: Hinter einer Anzeige von Kurzarbeit kann sich ein kleiner Glaserbetrieb mit fünf Mitarbeitern verbergen – genauso ein Großunternehmen mit mehreren Hundert. „Eine interne Hochrechnung hat ergeben, dass wir im Agenturbezirk Brühl seit vergangenen Freitag über 2.000 Anzeigen von Kurzarbeit zu verzeichnen hatten. Hierbei handelt es sich um eine Hochrechnung. Die Zahl ist keine amtliche Statistik. Ich verstehe, dass angesichts der Dynamik eine Antwort auf die Frage, wie sich der Arbeitsmarkt und die Kurzarbeit aktuell entwickeln, drängend und wichtig ist. Wir werden auch dafür sorgen, dass es bald valide Daten geben wird. Ich bitte aber auch hier um Verständnis, dass die Antragsbearbeitung und die Auszahlung für uns jetzt höchste Priorität haben“.