12.05.2020 | Presseinfo Nr. 25

Kurzarbeitergeld - Tipps für Unternehmen

Die häufigsten Fragen rund um das Kurzarbeitergeld

Seit Anfang März haben über 5.000 Unternehmen im Brühler Agenturbezirk (3.575 im Rhein-Erft-Kreis und 1.496 im Kreis Euskirchen) für beinahe 52.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt (36.190 im Rhein-Erft-Kreis und 15.774 im Kreis Euskirchen). Für viele Betriebe ist es das erste Mal, dass sie Kurzarbeit in Anspruch nehmen. Der Informationsbedarf ist entsprechend hoch. Hier finden Betriebe Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes.

Wieso wird das Kurzarbeitergeld nicht direkt ausgezahlt, sobald ich den Bedarf mitgeteilt habe?

Kurzarbeitergeld ist keine sofortige Liquiditätshilfe für Unternehmen. Das Ziel der Kurzarbeit ist es, Arbeitsplätze zu sichern. Kurzarbeit bietet Unternehmen die Möglichkeit, Beschäftigte in Zeiten konjunktureller Engpässe zu halten und Krisenzeiten zu überbrücken. Dabei können die Unternehmen Kurzarbeit sehr flexibel in Anspruch nehmen. Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes erfolgt rückwirkend, weil die in Anspruch genommenen Kurzarbeit erst in Nachhinein beziffert werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen „Kurzarbeit anzeigen“ und „Kurzarbeit beantragen“?

Sowohl die Anzeige als auch der Antrag sind notwendig. Beim Kurzarbeitergeld gibt es zwei Stufen. Bei der Anzeige von Kurzarbeit prüft die Arbeitsagentur, ob grundsätzlich die Fördervoraussetzungen vorliegen. Liegen diese vor, kann Kurzarbeit realisiert werden. Die Anzeige von Kurzarbeit löst aber noch keine Zahlung aus. Kurzarbeit wird immer rückwirkend, also nach Abschluss eines Monats, in dem kurzgearbeitet wurde, abgerechnet. Der Betrieb tritt also in Vorleistung. Er überweist zunächst das Kurzarbeitergeld an die Beschäftigten selbst und stellt dann den Antrag mit der detaillierten Abrechnung. Für das Einreichen dieser Unterlagen hat der Betrieb drei Monate Zeit.

Erst nach Einreichen und Prüfung dieser monatlichen Abrechnungen darf die Arbeitsagentur das Kurzarbeitergeld für den abgeschlossenen und abgerechneten Monat überweisen.

Warum wird erst nachträglich abgerechnet?

Das ist gesetzlich geregelt. Den Arbeitgebern wird so ermöglicht, Kurzarbeit flexibel einzusetzen. Verbessert sich beispielsweise die Auftragslage, wird einfach weniger kurzgearbeitet oder mit weniger Beschäftigten. Umgekehrt kann bei schlechteren Bedingungen die Kurzarbeit ausgeweitet und auch auf mehr Beschäftigte erweitert werden. Das kann der Betrieb flexibel entscheiden – dafür muss dann nicht jedes Mal neu Kurzarbeit angemeldet werden.

Wie lange brauchen Arbeitsagenturen, um Anträge zu bearbeiten und das Kurzarbeitergeld zu überweisen?

Im Regelfall sichert die Bundesagentur für Arbeit zu, die Abrechnungen binnen 15 Tagen zu bearbeiten und anzuweisen. Derzeit geht es, wenn alle Unterlagen vorliegen, schneller.

Wie erhalten Beschäftigte Kurzarbeitergeld?

Der Arbeitgeber zahlt wie üblich den Lohn für tatsächlich geleistete Arbeit. Für die Ausfallstunden geht der Arbeitgeber in Vorleistung und zahlt das Kurzarbeitergeld zusammen mit dem Monatslohn aus. Beschäftigte müssen keinen Antrag bei der Arbeitsagentur stellen.

Was kann ich tun, damit das Geld schnell bei meinem Unternehmen ankommt?

Wenn alle Unterlagen vollständig der Arbeitsagentur zur Bearbeitung vorliegen, dauert es maximal 15 Tage bis die Agentur für Arbeit das Geld anweist. Die gute Vorbereitung durch die Betriebe ist dabei extrem wichtig. Fehlende Angaben sind die häufigste Ursache für zeitliche Verzögerungen. Auf unserer Internetseite finden Sie Tipps für Unternehmen. Sie können aktiv dabei unterstützen, damit das Kurzarbeitergeld schnell ausgezahlt werden kann.

Nutzen Sie die Kurzarbeit App der Bundesagentur für Arbeit. Google-Play-Store oder im App Store

Weitere Informationen finden Sie auf www.arbeitsagentur.de/corona-kurzarbeit