01.07.2020 | Presseinfo Nr. 33

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Juni 2020

Die Arbeitslosenzahlen stiegen im Juni nur noch leicht an. Insgesamt waren 18.933 Menschen arbeitslos, das waren 156 oder 0,8 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 4.051 oder 27,2 Prozent über dem niedrigen Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote blieb unverändert und beträgt im Juni 7,3 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen leicht gestiegen.
  • Ende Juni waren 18.933 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 156 oder 0,8 Prozent mehr als im Juni 2020.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,3 Prozent
  • 2.310 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 488 oder 17,4 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.117 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-333 oder -23,0 Prozent zum Vormonat)
  • 2.149 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Plus 366 oder +20,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 973 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+356 oder +57,7 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken
    Der Agentur für Arbeit wurden im Juni 496 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 35 oder 6,6 Prozent weniger Stellen als im Vormonat aber 341 oder 40,7 Prozent weniger als im Juni 2019.

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen stiegen im Juni nur noch leicht an. Insgesamt waren 18.933 Menschen arbeitslos, das waren 156 oder 0,8 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 4.051 oder 27,2 Prozent über dem niedrigen Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote blieb unverändert und beträgt im Juni 7,3 Prozent.

„Die Arbeitslosenzahlen sind auch im Juni noch einmal leicht gestiegen. Die Frühjahresbelebung ist in diesem Jahr gänzlich ausgefallen, das hat Folgen für den Arbeitsmarkt. Ich habe mit einem weiteren Anstieg gerechnet, denn der Arbeitsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie weiterhin stark unter Druck. Üblicherweise sinken die Arbeitslosenzahlen in einem Juni, bevor im Juli die Sommerpause beginnt. Die Arbeitslosigkeit steigt dann saisonbedingt leicht an, unter anderem weil Azubis nach der Ausbildung zum Teil nicht übernommen werden und Einstellungen erst nach den Sommerferien erfolgen. Ich gehe also auch für die kommenden Monate von weiteren Anstiegen aus", kommentiert Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, die neuesten Arbeitsmarktdaten aus dem Rhein-Erft-Kreis.

Auch die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist infolge der Corona-Krise massiv zurückgegangen. Seit Jahresbeginn wurden für den Rhein-Erft-Kreis 3.420 neue Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit Brühl gemeldet, 1.331 oder 28,0 Prozent weniger als vor einem Jahr.

„Auch, wenn mit den Lockerungen wieder mehr Bewegung in den Arbeitsmarkt kommt, wird es eine Zeit dauern, bis die Arbeitslosigkeit wieder auf dem niedrigen Stand von vor der Corona-Pandemie angekommen ist", so Imkamp weiter.

Positiv sieht der Chef der Brühler Arbeitsagentur die hohe Zahl an Unternehmen, die in Kurzarbeit gegangen sind: „Schwerpunkt unserer Arbeit in den letzten Monaten war die Bewilligung und Auszahlung des Kurzarbeitergeldes. Wir haben die Zahl der Mitarbeiter/innen in der Leistungsgewährung deutlich aufgestockt, um schnell und unbürokratisch die in Vorleistung von den Betrieben erbrachte Lohnersatzleistung erstatten zu können. Wir benötigen in der Regel nur wenige Tage dafür.

Das war für die Unternehmen der Region teilweise von existentieller Bedeutung. Ohne die Kurzarbeit und wenn sie nicht von so vielen Unternehmen in Anspruch genommen worden wäre, hätte die Arbeitslosigkeit viel mehr Menschen treffen können."

Ab dieser Woche öffnet die Arbeitsagentur in Brühl für dringende Anliegen ihre Türe in Brühl und in der Geschäftsstelle in Euskirchen. Hierbei steht der Gesundheitsschutz für unsere Kundinnen und Kunden und unsere Mitarbeitenden an erster Stelle all unserer Planungen. Deshalb wird es zunächst keinen ungesteuerten Kundenzugang in unsere Häuser geben, sondern müssen terminiert erfolgen.

Kurzarbeitergeld

Für den Mai 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Mai insgesamt 447 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im Mai 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Mai 2020 insgesamt 5.064 Personen genannt.

Für den Juni 2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Juni bis 25. Juni 2020. Demzufolge zeigten im Juni insgesamt 91 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Juni voraussichtlich insgesamt 1.341 Personen genannt. Seit April wurden insgesamt von 4.324 Betrieben für 45.830 darin aufgeführte Personen Kurzarbeit angezeigt. Im gleichen Zeitraum des letzten Jahres wurde von vier Betrieben für 48 Personen angezeigt. Zur realisierten Kurzarbeit liegen aus verfahrenstechnischen Gründen* derzeit nur die Daten mit Stand Dezember 2019 vor, da eine fünfmonatige Wartezeit zur statistischen Erhebung abgewartet wird.

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 22.036 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im Juni keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 62 oder 0,3 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 2.908 oder +15,2 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Juni bei 8,4 anstatt bei 7,3 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 75 oder 1,0 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 7.554 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.627 oder +53,3 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet. Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Juni um 81 oder 0,7 Prozent gestiegen. Aktuell sind 11.379 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 1.424 oder +14,3 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen blieb im Juni unverändert und beträgt somit weiterhin 7,3 Prozent. Im Juni 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 5,8 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Juni meldeten sich 2.310 Männer und Frauen arbeitslos, 488 oder 17,4 Prozent weniger als im Vormonat und 2.062 oder 47,2 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.117, das sind 333 oder 23,0 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -78 oder -6,5 Prozent). Bis zum Zähltag im Juni meldeten sich insgesamt 515 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 66 oder 11,4 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: -971 oder -65,3 Prozent).

Den im Juni arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.149 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 366 oder 20,5 Prozent mehr als im letzten Monat aber 986 oder -31,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 973 Personen und damit 356 oder 57,7 Prozent mehr als im letzten Monat (+44 oder +4,7 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 406 Menschen (+117 oder +40,5 Prozent zum Vormonat; -429 oder -51,4 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.816. Davon entfielen 832 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 984 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 13 oder 0,7 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +5 oder +0,6 Prozent, SGB II: -18 oder -1,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 577 oder +46,6 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +370 oder +80,1 Prozent, SGB II: +207 oder +26,6 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 6.392 (davon SGB III: 784, SGB II: 5.608) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +151 oder +2,4 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +57 oder +7,8 Prozent, SGB II: +94 oder +1,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 556 oder 9,5 Prozent (SGB III: +101 oder +14,8 Prozent, SGB II: +455 oder +8,8 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 6.095 (davon SGB III: 2.792, SGB II: 3.303) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Mai im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 16 oder 0,3 Prozent (SGB III: -12 oder -0,4 Prozent, SGB II: +28 oder +0,9 Prozent). Das sind 1.031 oder 20,4 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +648 oder +30,2 Prozent, SGB II: +383 oder +13,1 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Juni 496 neue Arbeitsstellen, das waren 35 oder 6,6 Prozent weniger als im letzten Monat und 341 oder 40,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.592 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 47 oder 1,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 695 Stellen weniger (-16,2 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik

794 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -25 oder -3,1 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -72 oder -8,3 Prozent. 611 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-17 oder -2,7 Prozent zum Vormonat, -459 oder -42,9 Prozent zum Vorjahresmonat), 304 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-39 oder -11,4 Prozent gegenüber Vormonat und -153 oder -33,5 Prozent zum Vorjahresmonat).