01.07.2020 | Presseinfo Nr. 34

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen Ende Juni 2020

Die Arbeitslosenzahlen gingen im Juni nur leicht zurück. Insgesamt waren 6.383 Menschen arbeitslos, das waren 8 oder 0,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.196 oder 23,1 Prozent über dem niedrigen Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote blieb unverändert und beträgt im Juni 6,0 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen im Kreis Euskirchen stagnieren. Frühjahresbelebung blieb aus
  • Ende Juni waren 6.383 Menschen aus den Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 8 oder 0,1 Prozent weniger als im Juni 2020.
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 6,0 Prozent
  • 800 Zugäge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 231 oder 22,4 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 381 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-229 oder -37,5 Prozent zum Vormonat)
  • 817 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Plus 192 oder +30,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 407 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+127 oder +45,4 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken
    Der Agentur für Arbeit wurden im Juni 205 Arbeitsstellen im Kreis Euskirchen gemeldet, das sind 52 oder 20,2 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 342 oder 62,5 Prozent weniger als im Juni 2019.

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen gingen im Juni nur leicht zurück. Insgesamt waren 6.383 Menschen arbeitslos, das waren 8 oder 0,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.196 oder 23,1 Prozent über dem niedrigen Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote blieb unverändert und beträgt im Juni 6,0 Prozent.

„Die Arbeitslosenzahlen stagnierten im Juni nahezu. Damit ist die Frühjahresbelebung in diesem Jahr gänzlich ausgeblieben, das hat Folgen für den Arbeitsmarkt. Ich bin erleichtert, dass die Zahlen nicht weiter gestiegen sind, denn der Arbeitsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie weiterhin stark unter Druck. Üblicherweise sinken die Arbeitslosenzahlen in einem Juni nochmal etwas deutlicher, bevor im Juli die Sommerpause beginnt. Die Arbeitslosigkeit steigt dann saisonbedingt leicht an, unter anderem weil Azubis nach der Ausbildung zum Teil nicht übernommen werden und Einstellungen erst nach den Sommerferien erfolgen. Ich gehe also für die kommenden Monate eher von weiteren Anstiegen aus", kommentiert Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, die neuesten Arbeitsmarktdaten aus dem Kreis Euskirchen.

Auch die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist infolge der Corona-Krise massiv zurückgegangen. Seit Jahresbeginn wurden 1.662 neue Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit für den Kreis Euskirchen gemeldet, 633 oder 27,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.

„Auch, wenn mit den Lockerungen wieder mehr Bewegung in den Arbeitsmarkt kommt, wird es eine Zeit dauern, bis die Arbeitslosigkeit wieder auf dem niedrigen Stand von vor der Corona-Pandemie angekommen ist", so Imkamp weiter.

Positiv sieht der Chef der Brühler Arbeitsagentur die hohe Zahl an Unternehmen, die in Kurzarbeit gegangen sind: „Schwerpunkt unserer Arbeit in den letzten Monaten war die Bewilligung und Auszahlung des Kurzarbeitergeldes. Wir haben die Zahl der Mitarbeitenden in der Leistungsgewährung deutlich aufgestockt, um schnell und unbürokratisch die in Vorleistung von den Betrieben erbrachte Lohnersatzleistung erstatten zu können. Wir benötigen in der Regel nur wenige Tage dafür. Das war für die Unternehmen der Region teilweise von existentieller Bedeutung. Ohne die Kurzarbeit und wenn sie nicht von so vielen Unternehmen in Anspruch genommen worden wäre, hätte die Arbeitslosigkeit viel mehr Menschen treffen können."

Ab dieser Woche öffnet die Arbeitsagentur in Brühl für dringende Anliegen ihre Türe in Brühl und in der Geschäftsstelle in Euskirchen. Hierbei steht der Gesundheitsschutz für unsere Kundinnen und Kunden und unsere Mitarbeitenden an erster Stelle all unserer Planungen. Deshalb wird es zunächst keinen ungesteuerten Kundenzugang in unsere Häuser geben, sondern müssen terminiert erfolgen.

Kurzarbeitergeld

Für den Mai legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Mai insgesamt 128 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im Mai 2019 lagen keine Anzeigen vor. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Mai 2020 insgesamt 1.505 Personen genannt.

Für den Juni erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Juni bis 25 Juni 2020. Demzufolge zeigten im Juni insgesamt 29 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Juni voraussichtlich insgesamt 385 Personen genannt. Seit April wurden insgesamt von 1.718 Betrieben aus dem Kreis Euskirchen für 18.338 darin aufgeführte Personen Kurzarbeit angezeigt. Im gleichen Zeitraum des letzten Jahres wurde von drei Betrieben für 74 Personen angezeigt. Zur realisierten Kurzarbeit liegen aus verfahrenstechnischen Gründen* derzeit nur die Daten mit Stand Dezember 2019 vor, da eine fünfmonatige Wartezeit zur statistischen Erhebung abgewartet wird.

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 7.538 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im Juni keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 94 oder 1,2 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 815 oder +12,1 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Juni bei 7,0 anstatt bei 6,0 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 36 oder 1,2 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.892 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 941 oder +48,2 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Juni um 28 oder 0,8 Prozent gestiegen. Aktuell sind 3.491 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 255 oder +7,9 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen blieb im Juni unverändert und beträgt somit weiterhin 6,0 Prozent. Im Juni 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 4,8 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im Juni meldeten sich 800 Männer und Frauen arbeitslos, 231 oder 22,4 Prozent weniger als im Vormonat und 343 oder 30,0 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 381, das sind 229 oder 37,5 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -20 oder -5,0 Prozent). Bis zum Zähltag im Juni meldeten sich insgesamt 171 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 12 oder 7,5 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -202 oder -54,2 Prozent).

Den im Juni arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 817 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 192 oder 30,7 Prozent mehr als im letzten Monat aber 331 oder -28,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 407 Personen und damit 127 oder 45,4 Prozent mehr als im letzten Monat (+29 oder +7,7 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 126 Menschen (+45 oder +55,6 Prozent zum Vormonat; -177 oder -58,4 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 663. Davon entfielen 323 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 340 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 6 oder 0,9 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -4 oder -1,2 Prozent, SGB II: +10 oder +3,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 208 oder +45,7 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +135 oder +71,8 Prozent, SGB II: +73 oder +27,3 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 2.074 (davon SGB III: 408, SGB II: 1.666) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +87 oder +4,4 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +33 oder +8,8 Prozent, SGB II: +54 oder +3,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 170 oder 8,9 Prozent (SGB III: +115 oder +39,2 Prozent, SGB II: +55 oder +3,4 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 2.195 (davon SGB III: 1.264, SGB II: 931) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Juni im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 27 oder 1,2 Prozent (SGB III: -32 oder -2,5 Prozent, SGB II: +5 oder +0,5 Prozent). Das sind 343 oder 18,5 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +292 oder +30,0 Prozent, SGB II: +51 oder +5,8 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber aus dem Kreis Euskirchen meldeten im Juni 205 neue Arbeitsstellen, das waren 52 oder 20,2 Prozent weniger als im letzten Monat und 342 oder 62,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.303 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 37 oder 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 455 Stellen weniger (-25,9 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik

358 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -17 oder -4,5 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -37 oder -9,4 Prozent. 184 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-30 oder -14,0 Prozent zum Vormonat, -113 oder -38,0 Prozent zum Vorjahresmonat), 153 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-19 oder -11,0 Prozent gegenüber Vormonat und -61 oder -28,5 Prozent zum Vorjahresmonat).