31.08.2021 | Presseinfo Nr. 87

Im August sanken die Arbeitslosenzahlen weiter

Im August sanken die Arbeitslosenzahlen weiter. Insgesamt waren 17.817 Menschen arbeitslos, das waren 248 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 1.816 oder 9,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent

  • Arbeitslosenzahlen weiter rückläufig
  • Ende August waren 17.817 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 248 oder 1,4 Prozent weniger als im Juli 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 6,9 Prozent
  • 2.675 Zugänge in Arbeitslosigkeit
    Zum Vormonat 93 oder 3,4 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.065 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-13 oder -1,2 Prozent zum Vormonat)
  • 2.935 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
    Plus 64 oder +2,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.045 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-95 oder -8,3 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken
    Der Agentur für Arbeit wurden im August 834 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 405 oder 32,7 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 332 oder 66,1 Prozent mehr als im August 2020.

Gesamtentwicklung

Im August sanken die Arbeitslosenzahlen weiter. Insgesamt waren 17.817 Menschen arbeitslos, das waren 248 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 1.816 oder 9,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent.

Auch sechs Wochen nach der großen Flutkatastrophe sind keine Folgen für den Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis erkennbar. Bei den Stellenmeldungen sowohl für Arbeits- als auch für Ausbildungsstellen sind bisher keine nennenswerten Veränderungen zu verzeichnen, die auf die Flutkatastrophe zurückzuführen sind. Auch ist es bisher nicht zu vermehrten Arbeitslosmeldungen gekommen. Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis zeigt sich weiter robust. Die Zahl der Arbeitslosen ist sogar weiter gesunken“, kommentierte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, Rainer Imkamp, heute in Brühl die neuesten Arbeitsmarktdaten aus dem Rhein-Erft-Kreis.

Imkamp weist in diesem Zusammenhang trotzdem noch einmal darauf hin, dass Unternehmen, die von den Folgen der Flut betroffen sind, die Möglichkeit haben, wegen dieses unabwendbaren Ereignisses Kurzarbeit anzuzeigen und in der Folge auch Kurzarbeitergeld zu beziehen, wenn es zu Betriebseinschränkungen und Arbeitsausfällen für die Beschäftigten kommt. Die wesentlichen Informationen und Kontaktwege habe die Arbeitsagentur auf ihrer Homepage unter www.arbeitsagentur.de aufgeführt.

Weiter informiert der Leiter der Brühler Arbeitsagentur darüber, dass ab dem 1. September 2021 die Arbeitslosmeldungen wieder verpflichtend persönlich in den zuständigen Dienststellen der Arbeitsagentur erfolgen muss. Um persönliche Kontakte während der Corona-Pandemie zu beschränken, konnten Bürgerinnen und Bürger sich ausnahmsweise telefonisch oder online arbeitslos melden. Diese Möglichkeit endet am 31. August 2021 bundesweit. Über Änderungen, z.B. bei einer erneuten Verschlechterung der pandemischen Lage, informiert die Agentur für Arbeit Brühl rechtzeitig.

 „Durch die niedrigen Inzidenzzahlen laden wir Kundinnen und Kunden seit einiger Zeit wieder zu persönlichen Gesprächen ein. Das Beratungsgeschäft findet also auch persönlich statt. Damit wir die geltenden Hygieneregeln einhalten können, wird es vorerst nur terminierte Gespräche geben. Das dient dem Schutz unserer Kundinnen und Kunden und auch unserer Kolleginnen und Kollegen. Die persönliche Arbeitslosmeldung ist aber auch ohne vorherige Terminvereinbarung an den dafür vorgesehenen Öffnungszeiten möglich.“

Imkamp empfiehlt dennoch - auch wegen der andauernden Pandemie - längere Wartezeiten oder ein hohes Kundenaufkommen zu vermeiden und daher vorher über die gebührenfreie Hotline 0800 4 5555 00 einen Termin zu vereinbaren.

Ausbildungsmarkt

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis ist stark von den Folgen der Pandemie-Maßnahmen geprägt. Seit Beginn des Beratungsjahres 2020/21 ist vor allem die Zahl der aktuell 2.057 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (-10,2 Prozent) zurückgegangen. Auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen (im August: 1.759) unterschreitet mittlerweile den Stand des Vorjahres um 454 Ausbildungsstellen oder 20,5 Prozent. „Durch die Lockerungsschritte können wir zunehmend auch wieder persönlich beraten, an vielen Schulen und auch direkt in der Arbeitsagentur. Mit dem Tool Check U, der Sonderseite „Ausbildung klarmachen“ oder der virtuellen Berufsberatung hatten wir während der Pandemie alternative Formate entwickelt, um mit Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Das behalten wir bei, uns hilft aber der persönliche Kontakt sehr“, so Imkamp.

Der Ausbildungsmarktexperte empfiehl, ganz schnell einen Termin in der Berufsberatung zu vereinbaren: „Wir wissen bereits aus den Vorjahren, dass viele Ausbildungsplätze auch noch später besetzt werden. Wir können auch Förderungen anbieten, wenn das notwendig ist.  Gerade für benachteiligte Jugendliche, die schlechtere Schulnoten haben oder bei denen körperliche Beeinträchtigungen vorliegen, gibt es viele verschiedene, individuelle Förderinstrumente. So bietet etwa die „Assistierte Ausbildung“ zusätzliche Unterstützung in Form von Deutschunterricht oder Nachhilfe in bestimmten Fächern an. Ausbildungsbegleitende Hilfen ermöglichen es, für benachteiligte Jugendliche einen persönlichen Förderplan (z.B. Unterstützung bei Prüfungsvorbereitung) zu erarbeiten. Wir haben für die Jugendlichen eine zusätzliche regionale Hotline eingerichtet: 02251 797979. Hier können Jugendliche direkt mit einer Berufsberaterin oder einem Berufsberater sprechen.“

Konjunkturelle Kurzarbeit

Für den Juli 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Juli insgesamt 20 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Juli 2021 insgesamt 348 Personen genannt. Im Juli 2020 waren es 77 Unternehmen für 1.048 darin aufgeführte Personen. Für den August 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. August bis 25. August 2021. Demzufolge zeigten im August insgesamt 11 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Juli voraussichtlich insgesamt 383 Personen genannt.

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben. Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 20.685 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im August keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 366 oder 1,7 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 2.037 oder 9,0 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im August bei 7,9 anstatt bei 6,9 Prozent gelegen. *) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 282 oder 4,4 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 6.192 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.116 oder 25,5 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im August um 34 oder 0,3 Prozent gestiegen. Aktuell sind 11.625 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 300 oder 2,6 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,9 Prozent. Im August 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis 7,6 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen

Im August meldeten sich 2.675 Männer und Frauen arbeitslos, 93 oder 3,4 Prozent weniger als im Vormonat und 306 oder 10,3 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.065, das sind 13 oder 1,2 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -175 oder -14,1 Prozent). Bis zum Zähltag im August meldeten sich insgesamt 730 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 202 oder 21,7 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -159 oder -17,9 Prozent).

Den im August arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.935 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 64 oder 2,2 Prozent mehr als im letzten Monat und 192 oder 7,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 1.045 Personen und damit 95 oder 8,3 Prozent weniger als im letzten Monat (+22 oder +2,2 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 518 Menschen (-56 oder -9,8 Prozent zum Vormonat; -246 oder -32,2 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 1.526. Davon entfielen 659 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 867 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 38 oder 2,6 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -54 oder -7,6 Prozent, SGB II: +92 oder +11,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 533 oder 25,9 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -359 oder -35,3 Prozent, SGB II: -174 oder -16,7 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 8.239 (davon SGB III: 1.073, SGB II: 7.166) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +18 oder +0,2 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -37 oder -3,3 Prozent, SGB II: +55 oder +0,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 1.488 oder 22,0 Prozent (SGB III: +79 oder +7,9 Prozent, SGB II: +1.409 oder +24,5 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose

Insgesamt 6.258 (davon SGB III: 2.648, SGB II: 3.610) ältere Menschen über 50 Jahre waren im August im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 145 oder 2,3 Prozent (SGB III: -88 oder -3,2 Prozent, SGB II: +57 oder 1,6 Prozent). Das sind 29 oder 0,5 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr (SGB III: -364 oder -12,1 Prozent, SGB II: +335 oder +10,2 Prozent).

Stellenangebote

Arbeitgeber meldeten im Juli 834 neue Arbeitsstellen, das waren 405 oder 32,7 Prozent weniger als im letzten Monat und 332 oder 66,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.202 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 113 oder 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 559 Stellen mehr (+15,3 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik

774 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -37 oder -4,6 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +7 oder +0,9 Prozent. 671 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-49 oder -6,8 Prozent zum Vormonat, -114 oder -14,5 Prozent zum Vorjahresmonat), 473 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+6 oder +1,3 Prozent gegenüber Vormonat und +112 oder +31,0 Prozent zum Vorjahresmonat).

 

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier