31.03.2021 | Presseinfo Nr. 76

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Euskirchen

• Weniger gemeldete Bewerber
721 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen (-114 oder -13,7 Prozent gegenüber Vorjahr)

• Zahl der gemeldeten Stellen gesunken
541 gemeldete Berufsausbildungsstellen (-138 oder -20,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

• 401 Bewerber stehen dem Ausbildungsmarkt noch zur Verfügung 
Schulische Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber kann sich sehen lassen  

• 328 Ausbildungsstellen im Kreis Euskirchen noch unbesetzt

Pünktlich zur Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt stellt Anja Daub, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Brühl, gemeinsam mit Frau Waltraud Gräfen der Industrie- und Handelskammer Aachen, Herr Georg Stoffels der Handwerkskammer Aachen und Uwe Günther der Kreishandwerkerschaft, die ersten Daten zum Ausbildungsmarkt 2020/2021 vor. In diesem Jahr erstmals virtuell, aber dennoch mit Beteiligung eines Unternehmens aus dem Kreis Euskirchen. In diesem Jahr die Bohnen & Mies GmbH & Co. KG Industrie- und Gebäudetechnik, in der trotz Corona ausge-bildet wird.

Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen am Ausbildungsmarkt geht ebenso wie die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell zurück.  Von Oktober 2020 bis März 2021 meldeten sich 721 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Kreis Euskirchen für eine Ausbildungsstelle bei der Arbeitsagentur Brühl. Das sind 114 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden bisher 541 Ausbildungsstellen gemeldet, 138 weniger als vor einem Jahr.

„Die Zahlen im Frühjahr sind eine erste Momentaufnahme und schwanken bis zum Sommer noch stark. Wie bereits im letzten Jahr erschwert vor allem die Corona Pandemie den Ausgleich am Ausbildungsmarkt.“, so Anja Daub. Der Lockdown schränke die persönliche Beratung junger Menschen in den Arbeitsagenturen und Schulen stark ein. Schwierig sei dies für alle, besonders für diejenigen Jugendlichen, die besondere Unterstützung brauchten. „Aktuell können Betriebe leider auch weniger Praktika anbieten und auf diese Weise die Jugendlichen für Ihr Unternehmen begeistern beziehungsweise die guten Seiten eines auf den ersten Blick unpassenden Bewerbers entdecken.“ Die Geschäftsführerin der Arbeitsagentur appeliert daher an die Arbeitgeber des Kreises Euskirchen, sie mögen trotz aller Herausforderungen bei der Ausbildung aktiv bleiben. „Nach der Pandemie wird die Suche nach Fachkräften wieder Fahrt aufnehmen. Sorgen Sie daher lieber jetzt für Ihren eigenen Fachkräftenachwuchs. Der demografische Wandel und der damit verbundene Fachkräftemangel könnte sonst zur Krise nach der Krise werden.“  Den Jugendlichen rät Anja Daub, sich bei der Arbeitsagentur zu melden, damit die Beratungsfachkräfte gezielt unterstützen können. Mit den digitalen Tool „Check U“ könnten die Jugendlichen vorab ihre Stärken und Interessen testen und anschließend einen Berufsberatungstermin – telefonisch oder per Videochat - vereinbaren. Die Ausbildungsmarktexperte wirbt außerdem für die zahlreichen Online-Veranstaltungen, die die Berufsberatung der Arbeitsagentur für ihre jungen Kundinnen und Kunden anbietet. Unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/virtuellwww.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/virtuell könnten sich die Jugendlichen über das Angebot informieren und gleich anmelden.

Im März befanden sich noch 401 junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle. Hier wurden im Vergleich zum Vorjahr 69 oder 14,7 Prozent weniger gezählt. 141 Jugendliche hatten im März bereits einen Ausbil-dungsplatz gefunden, das waren 57 weniger als vor einem Jahr. Die Zahl Derjenigen mit einer möglichen Alternative zu einer Ausbildung (z.B. weiter-führende Schule, Studium, Freiwilligendienst, Auslandsjahr, Praktikum) lag im März bei 58 Personen. Insgesamt 47 haben sich für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit entschieden. 

Die Jugendlichen, die sich bisher bei der Arbeitsagentur gemeldet haben können gute Schulabschlüsse nachweisen und sind damit erstmal gerüstet für den Ausbildungsmarkt. 14,4 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber haben die Allgemeine Hochschulreife, 16,0 Prozent die Fachhochschulreife, 41,5 Prozent verfügen über einen Realschulabschluss und 21,8 Prozent stellen sich mit einem Hauptschulabschluss dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung. „Gemeinsam mit unseren Partnern am Ausbildungsmarkt liegt ein besonderer Fokus bei den Jugendlichen, die bisher bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz noch leer ausgegangen sind, entweder durch die Pandemie oder aus anderen Gründen. Wir wollen niemanden dieser jungen Menschen verlieren und setzen daher gezielt auf eine zielgruppengerechte Ansprache auch über Online-Kanäle. Wir setzen alles daran, dass unser ge-samte Repertoire an Fördermöglichkeiten gezielt eingesetzt wird, um jungen Menschen Ausbildung zu ermöglichen, sie zu stabilisieren und pandemiebe-dingten Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen.“ Hier könne der Start mit einer außerbetrieblichen Ausbildung eine sinnvolle Brücke in eine spätere be-triebliche Ausbildung sein. Die Arbeitsagentur habe im Kreis Euskirchen hierfür rund 35 Plätze eingekauft. Darüber hinaus böte die Arbeitsagentur zahlreiche weitere Unterstützungsmöglichkeiten, wie die Berufseinstiegsbegleitung, den individuellen Bewerberservice, die Assistierte Ausbildung oder die Ausbildungsbegleitenden Hilfen an. Mit den letztgenannten Angeboten kann die Arbeitsagentur Auszubildende unterstützen, deren Ausbildungsziel gefährdet ist. Durch individuelle Nachhilfe können in den Fächern, in denen Bedarf besteht, schnell die Wissenslücken geschlossen werden. Diese Angebote sind für Arbeitgeber und Auszubildende kostenlos.  

Zusätzlich wirbt Anja Daub für das Ausbildungsprogramm NRW. In einer Zeit, in der der Ausbildungsmarkt von den Auswirkungen der Pandemie be-einflusst wird, sei dies ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung. Denn hiermit verhelfe das Land rund 1.000 Jugendlichen, die sonst leer ausgegangen wären, zu einem regulären Ausbildungsplatz. Das ESF-geförderte Ausbildungsprogramm NRW solle Betriebe motivieren, zusätzliche Ausbil-dungsstellen einzurichten, um das bestehende Marktungleichgewicht ab-zumildern. Alle Ausbildungsmarktpartner rufen die Unternehmen auf, sich an dem Programm zu beteiligen und Jugendlichen eine Chance auf einen Einstieg ins Berufsleben zu bieten. 

Insgesamt sind im Kreis Euskirchen derzeit noch 328 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das waren 43 oder 11,6 Prozent weniger als im letzten Jahr. 

Die meisten noch offenen Ausbildungsstellen gab es im März in diesen Berufen:

   Kaufmann/-frau im Einzelhandel 33

   Verkäufer/in 22

   Handelsfachwirt/in (Ausbildung) 15

   Fachverkäufer/in.-Lebensmittelhandwerk - Bäckerei 13

   Industriekaufmann/-frau 13

   Maschinen- und Anlagenführer/in 10

   Mechatroniker/in 9

   Fachlagerist/in 9

   Elektroniker/in für Betriebstechnik 8

   Bäcker/in 8

Berufswünsche der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber

   Kfz-Mechatroniker - PKW-Technik 26

   Verkäufer/in 25

   Kaufmann/-frau im Einzelhandel 23

   Kaufmann/-frau - Büromanagement 21

   Medizinische/r Fachangestellte/r 16

   Verwaltungsfachangestellte - Bundesverwaltung 13

   Verwaltungsfachangestellte - Kommunalverwaltung 11

   Maschinen- und Anlagenführer 9

   Tiermedizinische/r Fachangestellte/r 9

   Tischler/in 8

Kontakt zur Bundesagentur für Arbeit vor Ort – für Bewerber und Betriebe

Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, sollten sich schnellstmöglich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit vor Ort wen-den. Ein Termin kann auch telefonisch unter der Service-Rufnummer 02251 797979 per E-Mail ( Bruehl.Zukunftklarmachen@arbeitsagentur.de ) oder direkt über das Internet unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch vereinbart werden. 

Arbeitgeber, die noch Berufsausbildungsstellen melden möchten, wenden sich an den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit vor Ort, unter der Servicenummer: 0800 4 5555 20 (gebührenfrei vom Festnetz und vom Mobiltelefon). Alle Informationen auf www.arbeitsagentur.de

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier