04.01.2022 | Presseinfo Nr. 1

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Dezember 2021

Im Dezember sanken die Arbeitslosenzahlen weiter. Trotz des Lockdowns im Frühjahr sowie anhaltenden konjunkturellen Herausforderungen erholt sich der Arbeitsmarkt seit Anfang des Jahres schrittweise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Insgesamt waren 16.084 Menschen arbeitslos, das waren 233 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 1.979 oder 11,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Dezember 6,2 Prozent.

  • Arbeitsmarkt erholt sich schrittweise von den Auswirkungen der Pandemie
  • Ende Dezember waren 16.084 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 233 oder 1,4 Prozent weniger als im November 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 6,2 Prozent
  • 2.690 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 154 oder 6,1 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.013 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+47 oder +4,9 Prozent zum Vormonat)
  • 2.898 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Minus 78 oder -2,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 903 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-91 oder -9,2 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken. Der Agentur für Arbeit wurden im Dezember 820 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 113 oder 16,0 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 244 oder 42,4 Prozent weniger als im Dezember 2020.

Gesamtentwicklung

Im Dezember sanken die Arbeitslosenzahlen weiter. Trotz des Lockdowns im Frühjahr sowie anhaltenden konjunkturellen Herausforderungen erholt sich der Arbeitsmarkt seit Anfang des Jahres schrittweise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Insgesamt waren 16.084 Menschen arbeitslos, das waren 233 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 1.979 oder 11,0 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Dezember 6,2 Prozent.

„Üblicherweise steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in den Wintermonaten aus saisonalen Gründen. Dieser übliche Anstieg blieb bisher aus. Die Zahlen sind im Vergleich zum November sogar leicht rückläufig. Wir sind zwar noch etwas von den guten Arbeitsmarktzahlen entfernt, wie wir sie vor der Pandemie Ende 2019 mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent hatten. Aber wir sehen - trotz der nun vorherrschenden vierten Corona-Welle - dass der weiterhin robuste regionale Arbeitsmarkt eine gute Grundlage für eine schnelle wirtschaftliche Erholung bietet“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
„Bei aller Unsicherheit, die die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante mit sich bringt, rechne ich aber für das kommende Jahr mit keinem erneuten Einbruch am Arbeitsmarkt. Ich setze hier weiter auf das große Engagement der Unternehmen. Die Unternehmen stellen sich immer wieder auf neue Corona-Regelungen ein und sorgen mit umfassenden Hygienemaßnahmen für die Gesundheit ihrer Beschäftigten und damit auch für sichere Arbeitsplätze. Es hat sich gezeigt, dass sie auch in außerordentlich schwierigen Zeiten an ihren Mitarbeitern weitgehend festhalten. Dies verdankt sich auch den Wirtschaftshilfen und der Kurzarbeit. Insbesondere durch die Kurzarbeit wurde und wird weiterhin die Beschäftigung gesichert und Arbeitslosigkeit trotz konjunktureller Belastungen verhindert“.

Am 17.01.2022 zieht die Arbeitsagentur Brühl die Bilanz zum Arbeitsmarkt im Krisenjahr 2021 und wagt einen ersten Blick auf die Herausforderungen und Chancen für das neue Jahr.

Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den November 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im November insgesamt 35 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im November 2020 waren es 373 für 3.614 darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für November 2021 insgesamt 1.033 Personen genannt.
Für den Dezember 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Dezember bis 27. Dezember 2021. Demzufolge zeigten im Dezember insgesamt 56 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Dezember voraussichtlich insgesamt 1.741 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann

Unterbeschäftigung.
Insgesamt konnten 18.975 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im Dezember keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 219 oder 1,1 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 2.643 oder 12,2 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Dezember bei 7,3 anstatt bei 6,2 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 166 oder 3,1 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.222 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.374 oder +31,3 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.
Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Dezember um 67 oder 0,6 Prozent gesunken. Aktuell sind 10.862 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 965 oder 16,3 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Dezember um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,2 Prozent. Im Dezember 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 7,0 Prozent und im Dezember 2019 (vor Corona) bei 5,8 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Dezember meldeten sich 2.690 Männer und Frauen arbeitslos, 154 oder 6,1 Prozent mehr als im Vormonat und 19 oder 0,7 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.013, das sind 47 oder 4,9 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -104 oder -9,3 Prozent). Bis zum Zähltag im Dezember meldeten sich insgesamt 619 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 9 oder 1,4 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: -27 oder -4,2 Prozent).
Den im Dezember arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.898 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 78 oder 2,6 Prozent weniger als im letzten Monat und Quote bei 6,2 Prozent 10.862 Arbeitslose im Jobcenter gemeldet
5.222 Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis bei der Brühler Arbeitsagentur gemeldet.

40 oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 903 Personen und damit 91 oder 9,2 Prozent weniger als im letzten Monat (-131 oder -12,7 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 652 Menschen (-12 oder -1,8 Prozent zum Vormonat; -55 oder -7,8 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.109. Davon entfielen 415 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 694 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 84 oder 7,0 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -30 oder -6,7 Prozent, SGB II: -54 oder -7,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 439 oder 28,4 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -293 oder -41,4 Prozent, SGB II: -146 oder -17,4 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 7.797 (davon SGB III: 913, SGB II: 6.884) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; -142 oder -1,8 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -69 oder -7,0 Prozent, SGB II: -73 oder -1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 652 oder 9,1 Prozent (SGB III: -313 oder -25,5 Prozent, SGB II: +965 oder +16,3 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 5.925 (davon SGB III: 2.437, SGB II: 3.488) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Dezember im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 74 oder 1,2 Prozent (SGB III: -88 oder -3,5 Prozent, SGB II: +14 oder +0,4 Prozent). Das sind 216 oder 3,5 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr (SGB III: -546 oder -18,3 Prozent, SGB II: +330 oder +10,4 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Dezember 820 neue Arbeitsstellen, das waren 113 oder 16,0 Prozent mehr als im letzten Monat und 244 oder 42,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.274 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 53 oder 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 936 Stellen mehr (+28,0 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
790 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -41 oder -4,9 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -95 oder -10,7 Prozent. 729 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+66 oder +10,0 Prozent zum Vormonat, -197 oder -21,3 Prozent zum Vorjahresmonat), 434 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-20 oder -4,4 Prozent gegenüber Vormonat und +8 oder +1,9 Prozent zum Vorjahresmonat).
 

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier