02.03.2022 | Presseinfo Nr. 10

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Februar 2022

Im Februar sanken die Arbeitslosenzahlen leicht. Insgesamt waren 16.365 Menschen arbeitslos, das waren 87 oder 0,5 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 2.723 oder 14,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Februar 6,3 Prozent.

Arbeitslosenzahlen leicht gesunken
• Ende Februar waren 16.365 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis
  arbeitslos. Das sind 87 oder 0,5 Prozent weniger als im Januar 2022.
• Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 6,3 Prozent
• 2.879 Zugänge in Arbeitslosigkeit
  Zum Vormonat 187 oder 6,9 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit.
  Davon erfolgten 1.110 Zugänge aus Erwerbstätigkeit
  (-195 oder -14,9 Prozent zum Vormonat)
• 2.968 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit
  Plus 633 oder +27,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon
  begannen 966 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+176 oder +22,3 Prozent
  zum Vormonat)
• Zahl der neu gemeldeten Stellen deutlich gestiegen
Der Agentur für Arbeit wurden im Februar 907 Arbeitsstellen aus dem
Rhein-Erft-Kreis gemeldet, das sind 316 oder 53,5 Prozent mehr Stellen
als im Vormonat und 121 oder 15,4 Prozent mehr als im Februar

Gesamtentwicklung
Im Februar sanken die Arbeitslosenzahlen leicht. Insgesamt waren 16.365 Menschen arbeitslos, das waren 87 oder 0,5 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 2.723 oder 14,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Februar 6,3 Prozent.
„Üblicherweise steigen die Arbeitslosenzahlen bis zum Frühjahr an. Darum ist der leichte Rückgang in diesem Monat umso erfreulicher. Einer der Gründe für die gute Entwicklung in diesem Jahr könnten die sich immer mehr abzeichnenden Fachkräfteengpässe sein. Arbeitgeber versuchen auch über die Wintermonate - soweit möglich - die eingearbeiteten Arbeitskräfte zu halten und stellen sogar weiter ein. Für den Rhein-Erft-Kreis wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter im Februar 907 freie Stellen gemeldet. Das sind 316 oder 53,5 Prozent mehr als im Januar 2022 und 121 oder 15,4 Prozent mehr als im Februar des letzten Jahres.“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
„Insgesamt haben wir im Rhein-Erft-Kreis 4.371 unbesetzte Stellen. Fast 35 Prozent mehr als im letzten Jahr. Der Fachkräftebedarf ist und bleibt eines der zentralen Themen am Arbeitsmarkt. Wir werden weiter alles dafür tun, alle Potentiale zu heben. Weiterbildung und Qualifizierung können den Beschäftigten in den vom Strukturwandel betroffenen Branchen neue Perspektiven bieten. Wir arbeiten nochmals intensiviert daran, arbeitslose Menschen zu qualifizieren“, so Imkamp.
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können sich aber nicht nur darauf verlassen, sie können nur wettbewerbsfähig werden und bleiben, wenn sie vorausschauend agieren und ihre künftig benötigten Fachkräfte selbst ausbilden. Das Angebot von Praktikumsplätzen kann dabei hilfreich sein, um Jugendliche für eine Ausbildung und ein bestimmtes Unternehmen zu interessieren. In der Woche der Ausbildung vom 14. bis 18. März 2022 werben die Partner am Ausbildungsmarkt unter dem Motto: „Mehr Ausbildung wagen!“ auch in diesem Jahr wieder intensiv für dieBereitstellung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen in der Region. Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Brühl unterstützt hier gerne unter der kostenfreien Hotline: 0800 4 5555 20.
Außerdem bietet die Agentur für Arbeit Brühl in dieser Aktionswoche wieder einige interessante Onlineveranstaltungen für Bewerberinnen und Bewerber an. Hierfür können sich die Jugendlichen in Kürze unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/woche-der-ausbildung anmelden.
Unabhängig von dieser Aktionswoche können sich Schülerinnen und Schüler vom 28. März bis zum 11. April praktisch in Unternehmen und Betrieben ausprobieren. Für Ausbilderinnen und Ausbilder ist das eine zusätzliche Chance, ihren zukünftigen Nachwuchs persönlich kennen zu lernen. Unterstützung finden Schülerinnen und Schüler, die das passende Praktikum für sich suchen, vor Ort in den Schulen, bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur und der Jobcenter, bei den lokalen Partnern am Ausbildungsmarkt und Praktikumsbörsen im Internet.
„Ich finde es großartig, dass es uns gemeinsam mit dem Ausbildungskonsens NRW gelungen ist, diese zusätzlichen Praktikumswochen vor den Osterferien für Schülerinnen und Schüler und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber möglich zu machen. Das gegenseitige Kennenlernen ist für beide Seite wichtig und kann schneller zum gewünschten Ausbildungsplatz oder zum/zur Wunsch-Bewerberin oder -Bewerber führen.“


Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den Januar 2022 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Januar insgesamt 86 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im Januar 2021 waren es 405 (für 3.116 darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Januar 2022 insgesamt 1.028 Personen genannt.
Für den Februar 2022 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Februar bis 24. Februar 2022. Demzufolge zeigten im Februar insgesamt 74 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Januar insgesamt 381 Personen genannt.

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 19.240 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im Februar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 74 oder 0,4 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 3.167 oder 14,1 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Februar bei 7,4 anstatt bei 6,3 Prozent gelegen.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 31 oder 0,6 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.595 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.490 oder 30,8 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet. Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Februar um 118 oder 1,1 Prozent gesunken. Aktuell sind 10.770 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 233 oder 2,1 Prozent gesunken.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Februar um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,3 Prozent. Im Februar 2021 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 7,4 Prozent.


Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Februar meldeten sich 2.879 Männer und Frauen arbeitslos, 187 oder 6,9 Prozent mehr als im Vormonat und 39 oder 1,4 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.110, das sind 195 oder 14,9 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -178 oder -13,8 Prozent). Bis zum Zähltag im Februar meldeten sich insgesamt 795 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 293 oder 58,4 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +12 oder +1,5 Prozent).
Den im Februar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.968 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 633 oder 27,1 Prozent mehr als im letzten Monat und 360 oder 13,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 966 Personen und damit 176 oder 22,3 Prozent mehr als im letzten Monat (+33 oder +3,5 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 769 Menschen (+334 oder +76,8 Prozent zum Vormonat; +162 oder +26,7 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.


Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg leicht auf 1.152. Davon entfielen 499 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 653 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 58 oder 5,3 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +56 oder +12,6 Prozent, SGB II: +2 oder +0,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 538 oder 31,8 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -392 oder -44,0 Prozent, SGB II: -146 oder -18,3 Prozent).


Langzeitarbeitslose
Insgesamt 7.714(davon SGB III: 965, SGB II: 6.749) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; -106 oder -1,4 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +4 oder +0,4 Prozent, SGB II: -110 oder -1,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 47 oder 0,6 Prozent (SGB III: -417 oder -30,2 Prozent, SGB II: +370 oder +5,8 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.


Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.153 (davon SGB III: 2.626, SGB II: 3.527) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Februar im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 21 oder 0,3 Prozent (SGB III: +9 oder +0,3 Prozent, SGB II: +30 oder +0,9 Prozent). Das sind 383 oder 5,9 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr (SGB III: -557 oder -17,5 Prozent, SGB II: +174 oder +5,2 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Februar 907 neue Arbeitsstellen, das waren 316 oder 53,5 Prozent mehr als im letzten Monat und 121 oder 15,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.371 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 182 oder 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.124 Stellen mehr (+34,6 Prozent).


Aktive Arbeitsmarktpolitik
762 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -12 oder -1,6 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -117 oder -13,3 Prozent. 781 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+25 oder +3,3 Prozent zum Vormonat, -128 oder -14,1 Prozent zum Vorjahresmonat), 393 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+6 oder +1,6 Prozent gegenüber Vormonat und +6 oder +1,6 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier