04.01.2022 | Presseinfo Nr. 2

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen Ende Dezember 2021

Im Dezember sanken die Arbeitslosenzahlen weiter. Trotz des Lockdowns im Frühjahr sowie anhaltenden konjunkturellen Herausforderungen erholt sich der Arbeitsmarkt seit Anfang des Jahres schrittweise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Insgesamt waren 5.639 Menschen arbeitslos, das waren 108 oder 1,9 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 614 oder 9,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Dezember 5,3 Prozent.

  • Arbeitsmarkt erholt sich schrittweise von den Auswirkungen der Pandemie
  • Ende Dezember waren 5.639 Menschen aus den Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 108 oder 1,9 Prozent weniger als im November 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 5,3 Prozent
  • 935 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 31 oder 3,4 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 364 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-24 oder -6,2 Prozent zum Vormonat)
  • 1.044 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Minus 122 oder -10,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 333 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-50 oder -13,1 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken. Der Agentur für Arbeit wurden im Dezember 406 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 12 oder 3,0 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 126 oder 45,0 Prozent mehr als im Dezember 2020.

Gesamtentwicklung

Im Dezember sanken die Arbeitslosenzahlen weiter. Trotz des Lockdowns im Frühjahr sowie anhaltenden konjunkturellen Herausforderungen erholt sich der Arbeitsmarkt seit Anfang des Jahres schrittweise von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Insgesamt waren 5.639 Menschen arbeitslos, das waren 108 oder 1,9 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 614 oder 9,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Dezember 5,3 Prozent.
„Üblicherweise steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in den Wintermonaten aus saisonalen Gründen. Dieser übliche Anstieg blieb bisher aus. Die Zahlen sind im Vergleich zum November sogar leicht rückläufig. Wir sind zwar noch etwas von den guten Arbeitsmarktzahlen entfernt, wie wir sie vor der Pandemie Ende 2019 mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent hatten. Aber wir sehen - trotz der nun vorherrschenden vierten Corona-Welle - dass der weiterhin robuste regionale Arbeitsmarkt eine gute Grundlage für eine schnelle wirtschaftliche Erholung bietet“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
„Bei aller Unsicherheit, die die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante mit sich bringt, rechne ich aber für das kommende Jahr mit keinem erneuten Einbruch am Arbeitsmarkt. Ich setze hier weiter auf das große Engagement der Unternehmen. Die Unternehmen stellen sich immer wieder auf neue Corona-Regelungen ein und sorgen mit umfassenden Hygienemaßnahmen für die Gesundheit ihrer Beschäftigten und damit auch für sichere Arbeitsplätze. Es hat sich gezeigt, dass sie auch in außerordentlich schwierigen Zeiten an ihren Mitarbeitern weitgehend festhalten. Dies verdankt sich auch den Wirtschaftshilfen und der Kurzarbeit. Insbesondere durch die Kurzarbeit wurde und wird weiterhin die Beschäftigung gesichert und Arbeitslosigkeit trotz konjunktureller Belastungen verhindert“.

Am 17.01.2022 zieht die Arbeitsagentur Brühl die Bilanz zum Arbeitsmarkt im Krisenjahr 2021 und wagt einen ersten Blick auf die Herausforderungen und Chancen für das neue Jahr.

Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den November 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im November insgesamt 13 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im November 2020 waren es 158 für 1.038 darin aufgeführte Personen. In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für November 2021 insgesamt 242 Personen genannt.
Für den Dezember 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Dezember bis 27. Dezember 2021. Demzufolge zeigten im Dezember insgesamt 15 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Dezember voraussichtlich insgesamt 107 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 6.594 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im Dezember keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 74 oder 1,1 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 649 oder 9,0 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Dezember bei 6,2 anstatt bei 5,3 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 69 oder 3,3 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.044 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 710 oder 25,8 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet.
Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Dezember um 39 oder 1,1 Prozent gesunken. Aktuell sind 3.595 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 96 oder 2,7 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Dezember um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 5,3 Prozent. Im Dezember 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 5,9 Prozent und im Dezember 2019 (vor Corona) bei 4,7 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Dezember meldeten sich 935 Männer und Frauen arbeitslos, 31 oder 3,4 Prozent mehr als im Vormonat und 55 oder 6,3 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 364, das sind 24 oder 6,2 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -7 oder -1,9 Prozent). Bis zum Zähltag im Dezember meldeten sich insgesamt 206 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 12 oder 6,2 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +4 oder +2,0 Prozent).
Den im Dezember arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 1.044 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 122 oder 10,5 Prozent weniger als im letzten Monat und 79 oder 8,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 333 Personen und damit 2.044 Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen bei der Brühler Arbeitsagentur gemeldet 50 oder 13,1 Prozent weniger als im letzten Monat (-16 oder -4,6 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 200 Menschen (-53 oder -20,9 Prozent zum Vormonat; -27 oder -11,9 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 424. Davon entfielen 166 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 258 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 1 oder 0,2 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +4 oder +2,5 Prozent, SGB II: -5 oder -1,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 125 oder 22,8 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -72 oder -30,3 Prozent, SGB II: -53 oder -17,0 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 2.710 (davon SGB III: 420, SGB II: 2.290) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; -44 oder -1,6 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -20 oder -4,5 Prozent, SGB II: -24 oder -1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 320 oder 13,4 Prozent (SGB III: -103 oder -19,7 Prozent, SGB II: +423 oder +22,7 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 2.198 (davon SGB III: 1.053, SGB II: 1.145) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Dezember im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 50 oder 2,2 Prozent (SGB III: -51 oder -4,6 Prozent, SGB II: +1 oder +0,1 Prozent). Das sind 53 oder 2,4 Prozent ältere Männer und Frauen weniger als im letzten Jahr (SGB III: -212 oder -16,8 Prozent, SGB II: +159 oder +16,1 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Dezember 406 neue Arbeitsstellen, das waren 12 oder 3,0 Prozent mehr als im letzten Monat und 126 oder 45,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.844 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 76 oder 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 398 Stellen mehr (+27,5 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
309 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -2 oder -0,6 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -16 oder -4,9 Prozent. 120 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+11 oder +10,1 Prozent zum Vormonat, -20 oder -14,3 Prozent zum Vorjahresmonat), 176 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-2 oder -1,1 Prozent gegenüber Vormonat und +8 oder +4,8 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier