31.03.2022 | Presseinfo Nr. 22

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Euskirchen Ende März 2022

Im Berufsberatungsjahr 2021/2022 der Agentur für Arbeit Brühl Halbjahresbilanz (Oktober bis März)

  • Kaum Veränderung bei den gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern
    723 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen (+2 oder +0,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Die Zahl der gemeldeten Stellen ist gestiegen
    621 gemeldete Berufsausbildungsstellen (+80 oder +14,8 Prozent gegenüber Vorjahr

  • 449 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Kreis Euskirchen stehen dem Ausbildungsmarkt noch zur Verfügung
    Schulische Qualifikation der Bewerberinnen und Bewerber kann sich sehen lassen 
  • 419 Ausbildungsstellen im Kreis Euskirchen noch unbesetzt
    Interessante Alternativen in unterschiedlichen Bereichen

Pünktlich zur Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt stellt Patrizia Schiochet, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Brühl, gemeinsam mit Waltraud Gräfen der Industrie- und Handelskammer Aachen, Georg Stroffels der Handwerkskammer Aachen sowie Uwe Günther der Kreishandwerkerschaft Rureifel, die ersten Daten zum Ausbildungsmarkt 2022 vor. In diesem Jahr mit Beteiligung der Werkstatt Orgelbau Weimbs aus Hellenthal.

Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen am Ausbildungsmarkt hat sich bislang kaum gesteigert, dafür zeigt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen eine positive Entwicklung.  Von Oktober 2021 bis März 2022 meldeten sich 723 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Kreis Euskirchen für eine Ausbildungsstelle bei der Arbeitsagentur Brühl. Das sind 2 mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden bisher 621 Ausbildungsstellen gemeldet, 80 Stellen mehr als vor einem Jahr.

„Die geringe Steigerung bei der Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ist nur auf den ersten Blick ernüchternd. Die Tatsache, dass wir in diesem Jahr rund 20 Prozent weniger Schulabgänger im Kreis Euskirchen haben, lässt aber aufatmen. Wir haben beispielswiese aufwachsende Gesamtschulen im Kreis, damit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass mehr Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit wahrnehmen, einen höheren Schulabschluss zu erreichen. Die Zahlen schwanken in den kommenden Wochen noch deutlich. Bis zum Sommer tut sich auf dem Ausbildungsmarkt noch sehr viel. Die Corona-Pandemie hatte den Ausbildungsmarkt vor allem im ersten Jahr spürbar geschwächt. Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie konnten wir die Schockstarre des ersten harten Lockdowns zwar nicht gänzlich aufholen,  wir haben aber mit Hochdruck neue Strukturen geschaffen, wie zum Beispiel die Videoberatung ausgebaut, um mit den Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Wir freuen uns, dass wir jetzt mit vielfältigen Beratungsmöglichkeiten - digital, aber auch vor Ort, in unseren Dienststellen und auch wieder in den Schulen die Schülerinnen und Schüler unterstützen können. Trotzdem blieben auch in den letzten Monaten noch viele Möglichkeiten des persönlichen Kontaktes auf der Strecke. Beispielsweise konnten die Betriebe deutlich weniger  Praktika anbieten. Dabei spielt gerade der persönliche Kontakt im Bewerbungsprozess eine große Rolle. Ich hoffe sehr, dass viele Schülerinnen und Schüler und zahlreiche Unternehmen die zusätzlichen Praktikumswochen vor den Osterferien als Chance nutzen. Und dadurch noch einige Ausbildungsverhältnisse geschlossen werden“, so Patrizia Schiochet.

Die Chancen für alle, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, stehen gut. Wir hatten in den vergangenen Jahren bereits in vielen Branchen Fachkräfteengpässe und in vielen Unternehmen im Kreis Euskirchen gibt es interessante Ausbildungsangebote, die in diesem Jahr besetzt werden sollen. Bis zum Sommer ist noch viel Bewegung am Ausbildungsmarkt. Den Jugendlichen rät die Ausbildungsmarktexpertin, sich schnell bei der Berufsberatung zu melden, damit die Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit Brühl gezielt unterstützen können. „Mit unserem digitalen Tool „Check U“ können Jugendliche vorab ihre Stärken und Interessen testen und anschließend einen Berufsberatungstermin – telefonisch oder per Videochat - vereinbaren.“, so Patrizia Schiochet.

Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, sollten sich schnellstmöglich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit vor Ort wenden. Ein Termin kann auch telefonisch unter der Service-Rufnummer 02251 797979 per E-Mail ( Bruehl.Zukunftklarmachen@arbeitsagentur.de ) oder direkt über das Internet unter www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch vereinbart werden.

Arbeitgeber, die noch Berufsausbildungsstellen melden möchten, wenden sich an den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit vor Ort, unter der Servicenummer: 0800 4 5555 20 (gebührenfrei vom Festnetz und vom Mobiltelefon). Alle Informationen auf www.arbeitsagentur.de

Im März befanden sich noch 449 junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle. Hier wurden im Vergleich zum Vorjahr 48 oder 12,0 Prozent mehr gezählt. 128 Jugendliche hatten im März bereits einen Ausbildungsplatz gefunden, das waren 4 oder 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl Derjenigen mit einer möglichen Alternative zu einer Ausbildung (z.B. weiterführende Schule, Studium, Freiwilligendienst, Auslandsjahr, Praktikum) lag im März bei 34 Personen. Insgesamt 46 oder 6,4 Prozent haben sich für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit entschieden.

Die Jugendlichen, die sich bisher bei der Arbeitsagentur gemeldet haben können gute Schulabschlüsse nachweisen und sind damit erstmal gerüstet für den Ausbildungsmarkt. 38,8 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber haben die (Fach-) Hochschulreife, 30,8 Prozent verfügen über einen Realschulabschluss und 21,2 Prozent stellen sich mit einem Hauptschulabschluss dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung.

Berufswünsche der unversorgten BewerberInnen
1. Kauffrau im Einzelhandel 34, 2. Kauffrau im Büromanagement 31, 3. Kraftfahrzeugmechatronikerin – PKW-Technik 22, 4. Verkäuferin 17, 5. Me-dizinische Fachangestellte 16, 6. Fachinformatikerin – Systemintegration 12, 7. Verwaltungsfachangestellte – Kommunalverwaltung 12, 8. Tischlerin 10, 9. Fachinformatikerin – Anwendungsentwicklung 9, 10. Maschinen- und Anla-genführerin (ohne Angaben des Schwerpunkts) 9
Berufswünsche der unversorgten BewerberInnen

„Der demographische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel zeigt sich bereits in vielen Branchen. Es gehen in den kommenden Jahren deutlich mehr Menschen in den Ruhestand als junge Menschen als Nachwuchs zur Verfügung stehen. Daher müssen wir alle Potenziale nutzen, kein Jugendlicher darf uns verloren gehen. Für die jungen Menschen, die sich schulisch oder praktisch noch etwas schwertun, müssen unsere Fördermöglichkeiten gezielt eingesetzt werden, um ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen, sie zu stabilisieren und Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen.“

Die Arbeitsagentur bietet zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten, wie die Berufseinstiegsbegleitung, den individuellen Bewerberservice oder auch individuellen Stützunterricht vor oder während der Ausbildung. Mit diesen Angeboten kann die Arbeitsagentur Auszubildende unterstützen, deren Ausbildungsziel gefährdet ist. Durch individuelle Nachhilfe können in den Fächern, in denen Bedarf besteht, schnell die Wissenslücken geschlossen werden. Diese Angebote sind für Arbeitgeber und Auszubildende kostenlos.

Insgesamt sind im Kreis Euskirchen derzeit noch 419 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das waren 91 oder 27,7 Prozent mehr als im letzten Jahr.

Die meisten noch offenen Ausbildungsstellen gab es im März in diesen Berufen
1. Kauffrau im Einzelhandel 45, 2. Verkäuferin 35, 3. Kauffrau im Büromanagement 16, 4. Fachkraft – Lagerlogistik 16, 5. Handelsfachwirtin (Ausbildung) 15, 6. Elektronikerin für Betriebstechnik 15, 7. In-dustriekauffrau 14, 8. Fachverkäuferin – Lebensmittelhandwerk – Bäckerei 12, 9. Zahnmedizinische Fachangestellte 10, 10. Fachverkäuferin – Lebensmittelhandwerk – Fleischerei 10
Die meisten noch offenen Ausbildungsstellen gab es im März in diesen Berufen

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier