01.09.2020 | Presseinfo Nr. 44

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis

Die Arbeitslosenzahlen stiegen im August weiter leicht an. Insgesamt waren 19.633 Menschen arbeitslos, das waren 239 oder 1,2 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 4.003 oder 25,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und beträgt im August 7,6 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß weiter gestiegen.
  • Ende August waren 19.633 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 239 oder 1,2 Prozent mehr als im Juli 2020.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,6 Prozent
  • 2.981 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 202 oder 7,3 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.240 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-87 oder -6,6 Prozent zum Vormonat)
  • 2.743 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 455 oder +19,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.023 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+188 oder +22,5 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken.Der Agentur für Arbeit wurden im August 502 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 106 oder 17,4 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 294 oder 36,9 Prozent weniger als im August 2019.

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen stiegen im August weiter leicht an. Insgesamt waren 19.633 Menschen arbeitslos, das waren 239 oder 1,2 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 4.003 oder 25,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und beträgt im August 7,6 Prozent.

 „Dass die Arbeitslosigkeit noch einmal zugenommen hat, ist nicht unbedingt der Corona-Pandemie geschuldet, sondern zu einem großen Anteil saisonbedingt, denn während der Ferienzeit stagniert erfahrungsgemäß die Arbeitskräftenachfrage. Wir haben in diesem Monat auch einen weiteren Anstieg bei den Jüngeren unter 25 Jahren zu verzeichnen. Das hängt mit den vorhergesagten Nachholeffekten zusammen.  Da durch Corona Prüfungstermine verschoben werden mussten, haben sich viele Jugendliche, die nach Ende der Ausbildung vom Betrieb nicht übernommen werden konnten, erst später als sonst arbeitslos gemeldet“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Brühl. Insgesamt waren im August 2.059 Jugendliche unter 25 Jahren im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet, das waren 107 mehr als im Juli und 544 mehr als im August 2019.
Das IAB stellt eine weitere Stabilisierung der Arbeitsmarktlage fest und auch der Ausblick hat sich laut des Ifo-Konjunkturbarometers bei den Unternehmenslenkern klar verbessert. Aber, auch wenn sich die Wirtschaft langsam wieder etwas erholt und sich die Entlassungszahlen vorerst wieder normalisiert haben, steht der Arbeitsmarkt wegen der Corona-Pandemie nach wie vor unter Druck. „Die Erholung der Beschäftigung ist kein Selbstläufer. Der durch Corona beschleunigte wirtschaftliche Transformationsprozess, verbunden mit der Unsicherheit steigender Infektionszahlen, stellt eine weiter eine Herausforderung für den Arbeitsmarkt dar. Der massive Einsatz von Kurzarbeit hat stärkere Anstiege der Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsverluste verhindert. Ich gehe davon aus, dass auch die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder steigt und wir qualifizierte Fachkräfte bald wieder in Arbeit bringen können oder aber unseren Kunden und Kundinnen, die über keine oder nur geringe Qualifikationen verfügen über eine Vielzahl von Qualifizierungsangeboten neue Integrationschancen eröffnen".

Kurzarbeitergeld
Für den Juli 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Juli insgesamt 75 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im Juli 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Juli 2020 insgesamt 1.043 Personen genannt.
Für den August 2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Juli bis 26. August 2020. Demzufolge zeigten im August insgesamt 29 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für August voraussichtlich insgesamt 340 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann. 

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 22.647 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im August keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 132 oder 0,6 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 3.058 oder +15,6 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im August bei 8,6 anstatt bei 7,6 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 212 oder 2,6 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 8.308 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 3.007 oder +56,7 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im August um 27 oder 0,2 Prozent gestiegen. Aktuell sind 11.325 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 996 oder 9,6 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg im August um 0,1 Prozentpunkte und beträgt somit 7,6 Prozent. Im August 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 6,1 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im August meldeten sich 2.981 Männer und Frauen arbeitslos, 202 oder 7,3 Prozent mehr als im Vormonat aber 628 oder 17,4 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.240, das sind 87 oder 6,6 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -41 oder -3,2 Prozent). Bis zum Zähltag im August meldeten sich insgesamt 889 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 163 oder 22,5 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -205 oder -18,7 Prozent).
Den im August arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.743 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 455 oder 19,9 Prozent mehr als im letzten Monat aber 446 oder 14,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 1.023 Personen und damit 188 oder 22,5 Prozent mehr als im letzten Monat (+104 oder+11,3 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 764 Menschen (+171 oder +28,8 Prozent zum Vormonat; -86 oder -10,1 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 2.059. Davon entfielen 1.018 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 1.041 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 107 oder 5,5 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +60 oder +6,3 Prozent, SGB II: +47 oder +4,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 544 oder +35,9 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +401 oder +65,0 Prozent, SGB II: +143 oder +15,9 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 6.751 (davon SGB III: 994, SGB II: 5.757) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +154 oder +2,3 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +76 oder +8,3 Prozent, SGB II: +78 oder +1,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 871 oder 14,8 Prozent (SGB III: +336 oder +51,1 Prozent, SGB II: +535 oder +10,2 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.287 (davon SGB III: 3.012, SGB II: 3.275) ältere Menschen über 50 Jahre waren im August im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 50 oder 0,8 Prozent (SGB III: +72 oder +2,4 Prozent, SGB II: -22 oder -0,7 Prozent). Das sind 1.061 oder 20,3 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +801 oder +36,2 Prozent, SGB II: +260 oder +8,6 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im August 502 neue Arbeitsstellen, das waren 106 oder 17,4 Prozent weniger als im letzten Monat und 294 oder 36,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.643 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 20 oder 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 760 Stellen weniger (-17,3 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
738 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -55 oder -6,9 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -74 oder -9,1 Prozent. 737 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+2 oder +0,3 Prozent zum Vormonat, -278 oder -27,4 Prozent zum Vorjahresmonat), 298 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-8 oder -2,6 Prozent gegenüber Vormonat und -155 oder -34,2 Prozent zum Vorjahresmonat).