01.09.2020 | Presseinfo Nr. 45

Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen

Die Arbeitslosenzahlen stiegen im August weiter leicht an. Insgesamt waren 6.639 Menschen arbeitslos, das waren 97 oder 1,5 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.243 oder 23,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und beträgt im August 6,3 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß weiter gestiegen.
  • Ende August waren 6.639 Menschen aus den Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 97 oder 1,5 Prozent mehr als im Juli 2020.
  • 1.164 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 104 oder 9,8 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 509 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+26 oder +5,4 Prozent zum Vormonat).
  • 1.078 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 178 oder +19,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 475 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+109 oder +29,8 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken. Der Agentur für Arbeit wurden im August 330 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 23 oder 6,5 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 81 oder 19,7 Prozent weniger als im August 2019.

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen stiegen im August weiter leicht an. Insgesamt waren 6.639 Menschen arbeitslos, das waren 97 oder 1,5 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.243 oder 23,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und beträgt im August 6,3 Prozent.

„Dass die Arbeitslosigkeit noch einmal zugenommen hat, ist nicht der Corona-Pandemie geschuldet, sondern zu einem großen Anteil saisonbedingt, denn während der Ferienzeit stagniert erfahrungsgemäß die Arbeitskräftenachfrage. Im letzten Jahr stieg die Arbeitslosenzahl im August mit einem Plus von 2,3 Prozent sogar stärker an“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Brühl.

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) stellt eine weitere Stabilisierung der Arbeitsmarktlage fest und auch der Ausblick hat sich laut des Ifo-Konjunkturbarometers bei den Unternehmenslenkern klar verbessert. Aber, auch wenn sich die Wirtschaft langsam wieder etwas erholt und sich die Entlassungszahlen vorerst wieder normalisiert haben, steht der Arbeitsmarkt wegen der Corona-Pandemie nach wie vor stark unter Druck. „Die Erholung der Beschäftigung ist kein Selbstläufer. Der durch Corona beschleunigte wirtschaftliche Transformationsprozess, verbunden mit der Unsicherheit steigender Infektionszahlen, stellt eine weitere Herausforderung für den Arbeitsmarkt dar. Der massive Einsatz von Kurzarbeit hat stärkere Anstiege der Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsverluste verhindert. Ich gehe davon aus, dass auch die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder steigt und wir qualifizierte Fachkräfte bald wieder in Arbeit bringen können oder aber unseren Kunden und Kundinnen, die über keine oder nur geringe Qualifikationen verfügen über eine Vielzahl von Qualifizierungsangeboten neue Integrationschancen eröffnen“, so Imkamp

Kurzarbeitergeld
Für den Juli 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Juli insgesamt 29 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im Juli 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Juli 2020 insgesamt 241 Personen genannt.
Für den August 2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Juli bis 26. August 2020. Demzufolge zeigten im August insgesamt 3 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für August voraussichtlich insgesamt 7 Personen genannt.

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann. 

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 7.655 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im August keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 17 oder 0,2 Prozent unter dem Wert des Vormonats und um 877 oder +12,9 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im August bei 7,1 anstatt bei 6,3 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 14 oder 0,5 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 3.029 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 883 oder +41,1 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im August um 83 2,4 Prozent gestiegen. Aktuell sind 3.610 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 360 oder +11,1 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg im August um 0,1 Prozentpunkte und beträgt somit 6,3 Prozent. Im August 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 5,0 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im August meldeten sich 1.164 Männer und Frauen arbeitslos, 104 oder 9,8 Prozent mehr als im Vormonat aber 68 oder 5,5 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 509, das sind 26 oder 5,4 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +44 oder +9,5 Prozent). Bis zum Zähltag im August meldeten sich insgesamt 368 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 58 oder 18,7 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -23 oder -5,9 Prozent).
Den im August arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 1.078 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 178 oder 19,8 Prozent mehr als im letzten Monat aber 36 oder 3,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 475 Personen und damit 109 oder 29,8 Prozent mehr als im letzten Monat (+111 oder +30,5 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 258 Menschen (+36 oder +16,2 Prozent zum Vormonat; -44 oder -14,6 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 709. Davon entfielen 352 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 357 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 7 oder 1,0 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -17 oder -4,6 Prozent, SGB II: +24 oder +7,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 144 oder +25,5 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +78 oder +28,5 Prozent, SGB II: +66 oder +22,7 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 2.199 (davon SGB III: 447, SGB II: 1.752) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +66 oder +3,1 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +10 oder +2,3 Prozent, SGB II: +56 oder +3,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 304 oder 16,0 Prozent (SGB III: +150 oder +50,5 Prozent, SGB II: +154 oder +9,6 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 2.247 (davon SGB III: 1.294, SGB II: 953) ältere Menschen über 50 Jahre waren im August im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 1 oder 0,0 Prozent (SGB III: -3 oder -0,2 Prozent, SGB II: +4 oder +0,4 Prozent). Das sind 360 oder 19,1 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +302 oder +30,4 Prozent, SGB II: +58 oder +6,5 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im August 330 neue Arbeitsstellen, das waren 23 oder 6,5 Prozent weniger als im letzten Monat und 81 oder 19,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.376 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 41 oder 3,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 423 Stellen weniger (-23,5 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
297 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -27 oder -8,3 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -54 oder -15,4 Prozent. 150 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-47 oder -23,9 Prozent zum Vormonat, -160 oder -51,6 Prozent zum Vorjahresmonat), 184 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+4 oder +2,2 Prozent gegenüber Vormonat und -18 oder -8,9 Prozent zum Vorjahresmonat).