02.09.2020 | Presseinfo Nr. 47

Ausbildungsstellenmarkt im Kreis-Euskirchen

Ausbildungskonsens: Chancen für junge Menschen auch in der Pandemie

Auch wenn für viele Jugendliche die Ausbildung bereits begonnen hat, möchten die Agentur für Arbeit Brühl, die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK), die Handwerkskammer Aachen (HWK) und die Kreishandwerkerschaft Rureifel noch einmal aufzeigen, dass es für Jugendliche noch nicht zu spät ist und sie auch in diesem Jahr noch eine Ausbildung aufnehmen können.
„Die Partner im Ausbildungskonsens mobilisieren gerade gemeinsam ihr großes Dienstleistungsangebot, damit der Ausbildungsmarkt gezielt dort unterstützt werden kann, wo besondere Herausforderungen durch die Corona-Krise entstanden sind. Wir arbeiten partnerschaftlich daran, dass möglichst viele junge Menschen in diesem Jahr eine Chance auf eine Berufsausbildung erhalten. Ebenso gilt es, Unternehmen in dieser unsicheren Situation bei der Ausbildung ihrer künftigen Fachkräfte zu unterstützen. Dabei können die Ausbildungsprämien einen Beitrag leisten“, betont Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.

Das Bundesprogramm richtet sich an Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Diese können folgende Prämien der Ersten Förderrichtlinie beantragen:

  • Ausbildungsprämie in Höhe von 2.000 Euro für jeden neuen Ausbildungsvertrag bei Erhalt des Ausbildungsniveaus.
  • Ausbildungsprämie Plus in Höhe von 3.000 Euro für jeden neuen Ausbildungsvertrag, der zur Erhöhung des Ausbildungsniveaus führt.
  • Zuschuss zur Ausbildungsvergütung in Höhe von 75 Prozent, wenn Kurzarbeit von Auszubildenden und Ausbildern vom 01.08.20 bis 31.12.20 vermieden wird.
  • Übernahmeprämie in Höhe von 3.000 Euro für die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildung wegen einer Corona-bedingten Insolvenz vorzeitig beendet wurde.

Voraussetzung ist, dass kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern im ersten Halbjahr 2020 mindestens einen Monat Kurzarbeitergeld bezogen oder in den Monaten April/Mai mindestens 60 Prozent Umsatzeinbußen zum Vorjahr verzeichnet haben. Gefördert werden Ausbildungen, die frühestens am 1. August 2020 begonnen haben. Der Ausbildungsvertrag kann früher geschlossen worden sein. Die Antragsunterlagen und weitere Informationen stehen auf www.arbeitsagentur.de/unternehmen bereit. Fragen beantwortet der gemeinsame Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Brühl und des Jobcenters EU-aktiv unter 0800 45555 20 (Mo-Fr 8-18 Uhr) oder per E-Mail an Euskirchen.Arbeitgeberservice@arbeitsagentur.de

Diese Unterstützung ist eine von vielen weiteren Hilfen und bereits durchgeführter Aktivitäten, die in diesem Jahr von besonderer Bedeutung sind. Das Angebot der Partner im Ausbildungskonsens ist breit gefächert: Gemeinschaftlich beraten alle Partner zu Ausbildungsberufen, helfen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, benennen noch freie Ausbildungsstellen und begleiten, wenn gewünscht, Jugendlichen auch zum Gespräch bei einem Arbeitgeber. Die Arbeitsagentur hat eine einheitliche Hotline geschaltet. Hier können Jugendlichen sowie deren Eltern die Berufsberatung direkt erreichen. Diese Rufnummer lautet 02251 / 79 79 79. Schülerinnen und Schüler aus Schulen im Kreis Euskirchen können auch an Euskirchen.U25@arbeitsagentur.de mailen.

„Auch in Zeiten von Corona suchen Ausbildungsbetriebe neue Azubis. In vielen Bereichen sind Unternehmen noch auf der Suche nach Auszubildenden. Vor allem in der Gastronomie und Im Einzelhandel stehen die Chancen auf einen Last-Minute-Ausbildungsplatz sehr gut. Im IT-Bereich sind gut qualifizierte Jugendliche immer gefragt. Durch Corona hat sich der Bewerbungsprozess bei vielen Unternehmen digitalisiert. Die Firmen bieten mittlerweile neben den klassischen Bewerbungsgesprächen Telefon- oder Videointerviews an“, so Waltraud Gräfen, Referatsleiterin der IHK Aachen. In der Lehrstellenbörse der IHK Aachen www.ihk-lehrstellenboerse.de sind noch ca. 150 freie Ausbildungsstellen für 2020 registriert.

„Die Corona-Pandemie hat die Zukunftspläne von Betrieben und Jugendlichen kräftig durcheinandergewirbelt. Bewerbungen um eine Lehrstelle im Handwerk sind immer noch möglich und willkommen. Egal, ob die jungen Leute in diesem Jahr die Schule beendet haben, ein Studium nicht weiterführen wollen oder das geplante Work-and-Travel-Jahr Corona-bedingt ausfallen musste: Wir laden alle Interessierten ein, mit Ausbildungsbetrieben auf Tuchfühlung zu gehen oder mit unseren Beratern ins Gespräch zu kommen“, so Georg Stoffels, Geschäftsführer der Handwerkskammer Aachen. Zu erreichen ist die HWK Aachen unter der Tel.: 0241/471-231. In der Lehrstellenbörse auf der Homepage der Handwerkskammer Aachen www.hwk-aachen.de sind noch rund 170 Lehrstellenangebote im Handwerk eingetragen.

Rainer Imkamp bedankt sich ausdrücklich bei den Ausbildungsbetrieben im Kreis Euskirchen sowie für das Engagement der Industrie- und Handelskammer Aachen, der Handwerkskammer Aachen und der Kreishandwerkerschaft: „Die Zahl der gemeldeten Stellen für betriebliche und außerbetriebliche Ausbildungsstellen ist trotz der Corona-Krise beachtlich. Nicht in Vergessenheit geraten darf die Zahl an Ausbildungsverhältnissen, die zusätzlich aufgrund von Initiativbewerbungen zustande gekommen sind. Uns ist wichtig, dass die Ausbildungsstellen schnell und mit den passenden Bewerbern besetzt werden. Dabei unterstützen wir aktiv die Ausbildungsbetriebe nach ihren Vorgaben und können so gezielt - von uns ausgewählte - Bewerber vorschlagen. Dies gelingt leider nicht immer. Bei abnehmenden Bewerberzahlen brauchen wir dringend mehr Bereitschaft der heimischen Betriebe, auch den vermeintlich schwächeren Jugendlichen in ihrem Hause eine realistische, gerne auch eine zweite Chance zu geben.“

Damit die Ausbildung trotzdem erfolgreich verläuft, kann die Agentur für Arbeit Brühl auch hierbei unterstützen. Beispielsweise erhalten junge Auszubildende durch die sogenannten "ausbildungsbegleitenden Hilfen" (abH) an mindestens drei Stunden in der Woche die persönliche Unterstützung, die sie brauchen:

  • Nachhilfe in Theorie und Praxis
  • Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen
  • Nachhilfe in Deutsch
  • Unterstützung bei Alltagsproblemen
  • Vermittelnde Gespräche mit Ausbildern, Lehrkräften und Eltern

Ein Bildungsträger mit erfahrenen Ausbildern, Lehrkräften, Sozialpädagoginnen und –pädagogen begleiten die/den Jugendlichen während der gesamten Zeit. Sie bekommen einen ganz individuellen Förderplan. Die Termine werden mit den jungen Menschen abgesprochen und finden in der Regel nachmittags oder abends statt.

Daten und Fakten zum Ausbildungsmarkt im August 2020

Im Zeitraum Oktober 2019 bis August 2020 wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter insgesamt 788 Ausbildungsstellen im Kreis Euskirchen gemeldet, 3 oder 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im bisherigen Beratungsjahr wurden insgesamt 1.063 Jugendliche durch die Ausbildungsvermittlung der Arbeitsagentur bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt. Das sind 178 oder 14,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Von den seit Anfang Oktober 2019 gemeldeten Ausbildungsstellen sind im August noch 222 unbesetzt. Diese Zahl liegt um 16 Stellen oder 6,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Von den gemeldeten Bewerbern/-innen waren zum gleichen Zeitpunkt noch 245 unversorgt. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Steigerung von 8 Personen oder 3,4 Prozent.

Zahlreiche freie Ausbildungsstellen gibt es derzeit beispielsweise noch in folgenden Berufen:

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel (32)
  • Handelsfachwirt/in (Ausbildung) (14)
  • Verkäufer/in (8)
  • Fachverk.-Lebensm.handwerk - Fleischerei (8)
  • Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (8)
  • Bäcker/in (7)
  • Fachkraft - Lagerlogistik (6)
  • Fachverkäuf.-Lebensm.handwerk - Bäckerei (6)
  • Friseur/in (6)
  • Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik (5)