30.09.2020 | Presseinfo Nr. 48

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis

Die Arbeitslosenzahlen sanken im September saisonbedingt. Insgesamt waren 18.810 Menschen arbeitslos, das waren 823 oder 4,2 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 3.690 oder 24,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,3 Prozentpunkte und beträgt im September 7,3 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen saisonbedingt gesunken.
  • Ende September waren 18.810 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 823 oder 4,2 Prozent weniger als im August 2020.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,3 Prozent
  • 2.640 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 341 oder 11,4 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.086 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-154 oder -12,4 Prozent zum Vormonat).
  • 3.485 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 742 oder +27,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.234 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+211 oder +20,6 Prozent zum Vormonat).
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im September 730 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 228 oder 45,4 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 47 oder 6,9 Prozent mehr als im September 2019. 

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sanken im September saisonbedingt. Insgesamt waren 18.810 Menschen arbeitslos, das waren 823 oder 4,2 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 3.690 oder 24,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,3 Prozentpunkte und beträgt im September 7,3 Prozent.

 „Durch den Beginn von beruflichen Ausbildungen, Schule und Studium gibt es bei den Jugendlichen unter 25 Jahren den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe sank um 227 oder 11,0 Prozent. Außerdem bedeutet die beginnende Herbstbelebung für viele Menschen im Rhein-Erft-Kreis einen beruflichen Neubeginn oder die Rückkehr in den Job. Erfreulich ist, dass die Arbeitslosigkeit bei fast allen Personengruppen gesunken ist. Auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Älteren über 50 Jahre ist um 86 oder 1,4 Prozent gesunken“, sagt Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.
„Die Frühjahresbelebung ist in diesem Jahr gänzlich ausgeblieben, umso erfreulicher ist, dass wir, trotz der Ungewissheit, den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie betreffend, eine Herbstbelebung feststellen können. Trotzdem ist die im Frühjahr aufgebaute Arbeitslosigkeit immer noch da. Es ist auch weiterhin offen, ob dieser saisonale Rückgang bereits eine Trendwende darstellt, da die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt noch mit sehr vielen Unsicherheiten behaftet ist. Mit dem Rückgang in diesem September sendet der Arbeitsmarkt aber erst einmal positive Zeichen. Auch das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung geht davon aus, dass sich branchenübergreifend die Wirtschaft im kommenden Jahr deutlich erholen kann. Vorausgesetzt, die Corona-Krise verschärft sich nicht weiter und die Zahl der Insolvenzen bleibt begrenzt“, so Imkamp weiter.
Mehr als die Hälfte des Corona bedingten Anstiegs geht auf Arbeitslose ohne Berufsausbildung zurück. Geringqualifizierte Beschäftigte sind in der Regel ganz oft die Verlierer, wenn die Wirtschaft einbricht. Diese Menschen haben allerdings gute Chancen, mit Unterstützung wieder den Weg zurück in Beschäftigung zu finden. Nun gilt es mit gezielter Vermittlung und Förderung diesen Menschen schnellstmöglich den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, ohne dass es zu Verfestigungstendenzen kommt. „Ich appelliere deshalb: Nutzen Sie auch die Zeit der Kurzarbeit in Ihrem Unternehmen für die Weiterbildung Ihrer Beschäftigten: Machen Sie sie fit für die Arbeit von morgen – wir unterstützen Sie dabei. Bei beruflicher Weiterbildung während der Kurzarbeit können unter bestimmten Voraussetzungen die Sozialversicherungsbeiträge erstattet werden“, so Imkamp abschließend.

Kurzarbeitergeld
Für den August 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im August insgesamt 38 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im August 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für August 2020 insgesamt 530 Personen genannt.
Für den September 2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. September bis 24. September 2020. Demzufolge zeigten im September insgesamt 29 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für August voraussichtlich insgesamt 292 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 22.042 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im September keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 662 oder 2,9 Prozent unter dem Wert des Vormonats aber um 2.784 oder +14,5 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im September bei 8,4 anstatt bei 7,3 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 340 oder 4,1 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 7.968 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.852 oder +55,7 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im September um 483 oder 4,3 Prozent gesunken. Aktuell sind 10.842 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 838 oder 8,4 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im September um 0,3 Prozentpunkte und beträgt somit 7,3 Prozent. Im September 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 5,9 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im September meldeten sich 2.640 Männer und Frauen arbeitslos, 341 oder 11,4 Prozent weniger als im Vormonat und 761 oder 22,4 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.086, das sind 154 oder 12,4 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -117 oder -9,7 Prozent). Bis zum Zähltag im September meldeten sich insgesamt 728 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 161 oder 18,1 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: -236 oder -24,5 Prozent).
Den im September arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.485 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 742 oder 27,1 Prozent mehr als im letzten Monat aber 404 oder 10,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 1.234 Personen und damit 211 oder 20,6 Prozent mehr als im letzten Monat (+90 oder +7,9 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 1.186 Menschen (+422 oder +55,2 Prozent zum Vormonat; +18 oder +1,5 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.832. Davon entfielen 866 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 966 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 227 oder 11,0 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -152 oder -14,9 Prozent, SGB II: -75 oder -7,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 413 oder +29,1 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +303 oder +53,8 Prozent, SGB II: +110 oder +12,9 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 6.760 (davon SGB III: 1.045, SGB II: 5.715) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +9 oder +0,1 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +51 oder +5,1 Prozent, SGB II: -42 oder -0,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 950 oder 16,4 Prozent (SGB III: +390 oder +59,5 Prozent, SGB II: +560 oder +10,9 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.201 (davon SGB III: 2.998, SGB II: 3.203) ältere Menschen über 50 Jahre waren im September im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 86 oder 1,4 Prozent (SGB III: -14 oder -0,5 Prozent, SGB II: -72 oder -2,2 Prozent). Das sind aber noch 1.059 oder 20,3 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +820 oder +37,6 Prozent, SGB II: +239 oder +8,1 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im September 730 neue Arbeitsstellen, das waren 226 oder 45,4 Prozent mehr als im letzten Monat und 47 oder 6,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.542 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 101 oder 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 793 Stellen weniger (-18,3 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
766 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +10 oder +1,3 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -82 oder -9,7 Prozent. 776 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-2 oder -0,3 Prozent zum Vormonat, -310 oder -28,5 Prozent zum Vorjahresmonat), 332 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-10 oder -2,9 Prozent gegenüber Vormonat und -126 oder -27,5 Prozent zum Vorjahresmonat).