30.09.2020 | Presseinfo Nr. 49

Der Arbeitsmarkt im Kreis-Euskirchen

Die Arbeitslosenzahlen sanken im September saisonbedingt. Insgesamt waren 6.401 Menschen arbeitslos, das waren 238 oder 3,6 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.213 oder 23,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte und beträgt im September 6,1 Prozent.
 

  • Arbeitslosenzahlen saisonbedingt gesunken.
  • Ende September waren 6.401 Menschen aus den Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 238 oder 3,6 Prozent weniger als im August 2020.
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 6,1 Prozent.
  • 931 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 233 oder 20,0 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 447 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (-62 oder -12,2 Prozent zum Vormonat).
  • 1.168 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 90 oder +8,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 454 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-21 oder -4,4 Prozent zum Vormonat).
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im September 334 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 4 oder 1,2 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 33 oder 9,0 Prozent weniger als im September 2019.

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sanken im September saisonbedingt. Insgesamt waren 6.401 Menschen arbeitslos, das waren 238 oder 3,6 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.213 oder 23,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte und beträgt im September 6,1 Prozent.

 „Durch den Beginn von beruflichen Ausbildungen, Schule und Studium gibt es bei den Jugendlichen unter 25 Jahren den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe sank um 58 oder 8,2 Prozent. Außerdem bedeutet die beginnende Herbstbelebung für viele Menschen im Kreis Euskirchen einen beruflichen Neubeginn oder die Rückkehr in den Job. Erfreulich ist, dass die Arbeitslosigkeit in beinahe allen Personengruppen gesunken ist. Auch die Zahl der arbeitslos gemeldeten Älteren über 50 Jahre ist um 58 oder 2,6 Prozent gesunken“, sagt Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.
„Die Frühjahresbelebung ist in diesem Jahr gänzlich ausgeblieben, umso erfreulicher ist, dass wir, trotz der Ungewissheit, den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie betreffend, eine Herbstbelebung feststellen können. Trotzdem ist die im Frühjahr aufgebaute Arbeitslosigkeit immer noch da. Es ist auch weiterhin offen, ob dieser saisonale Rückgang bereits eine Trendwende darstellt, da die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt noch mit sehr vielen Unsicherheiten behaftet ist. Mit dem Rückgang in diesem September sendet der Arbeitsmarkt aber erst einmal positive Zeichen. Auch das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung geht davon aus, dass sich branchenübergreifend die Wirtschaft im kommenden Jahr deutlich erholen kann. Vorausgesetzt, die Corona-Krise verschärft sich nicht weiter und die Zahl der Insolvenzen bleibt begrenzt“, so Imkamp weiter.
Mehr als die Hälfte des Corona bedingten Anstiegs geht auf Arbeitslose ohne Berufsausbildung zurück. Geringqualifizierte Beschäftigte sind in der Regel ganz oft die Verlierer, wenn die Wirtschaft einbricht. Diese Menschen haben allerdings gute Chancen, mit Unterstützung wieder den Weg zurück in Beschäftigung zu finden. Nun gilt es mit gezielter Vermittlung und Förderung diesen Menschen schnellstmöglich den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, ohne dass es zu Verfestigungstendenzen kommt. „Ich appelliere deshalb: Nutzen Sie auch die Zeit der Kurzarbeit in Ihrem Unternehmen für die Weiterbildung Ihrer Beschäftigten: Machen Sie sie fit für die Arbeit von morgen – wir unterstützen Sie dabei. Bei beruflicher Weiterbildung während der Kurzarbeit können unter bestimmten Voraussetzungen die Sozialversicherungsbeiträge erstattet werden“, so Imkamp abschließend.

Kurzarbeitergeld
Für den August 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im August insgesamt 4 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im August 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für August 2020 insgesamt 8 Personen genannt.
Für den September 2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. September bis 24. September 2020. Demzufolge zeigten im September insgesamt 9 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für August voraussichtlich insgesamt 37 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 7.457 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im September keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 235 oder 3,1 Prozent unter dem Wert des Vormonats aber um 803 oder +12,1 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im September bei 7,0 anstatt bei 6,1 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 164 oder 5,4 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.865 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 827 oder +40,6 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreis Euskirchenes und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im September um 74 oder 2,0 Prozent gesunken. Aktuell sind 3.536 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 386 oder 12,3 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im September um 0,2 Prozentpunkte und beträgt somit 6,1 Prozent. Im September 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 4,8 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im September meldeten sich 931 Männer und Frauen arbeitslos, 233 oder 20,0 Prozent weniger als im Vormonat und 165 oder 15,1 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 447, das sind 62 oder 12,2 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: +46 oder +11,5 Prozent). Bis zum Zähltag im September meldeten sich insgesamt 224 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 144 oder 39,1 Prozent weniger gezählt (zum Vorjahr: -105 oder -31,9 Prozent).
Den im September arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 1.168 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 90 oder 8,3 Prozent mehr als im letzten Monat aber 131 oder 10,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 454 Personen und damit 21 oder 4,4 Prozent weniger als im letzten Monat (+39 oder +9,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 315 Menschen (+57 oder +22,1 Prozent zum Vormonat; -88 oder -21,8 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 651. Davon entfielen 305 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 346 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 58 oder 8,2 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -47 oder -13,4 Prozent, SGB II: -11 oder -3,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 153 oder +30,7 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +79 oder +35,0 Prozent, SGB II: +74 oder +27,2 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 2.238 (davon SGB III: 473, SGB II: 1.765) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +39 oder +1,8 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +26 oder +5,8 Prozent, SGB II: +13 oder +0,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 385 oder 20,8 Prozent (SGB III: +158 oder +50,2 Prozent, SGB II: +227 oder +14,8 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 2.189 (davon SGB III: 1.238, SGB II: 951) ältere Menschen über 50 Jahre waren im September im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 58 oder 2,6 Prozent (SGB III: -56 oder -4,3 Prozent, SGB II: -2 oder -0,2 Prozent). Das sind aber noch 349 oder 19,0 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +268 oder +27,6 Prozent, SGB II: +81 oder +9,3 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im September 334 neue Arbeitsstellen, das waren 4 oder 1,2 Prozent mehr als im letzten Monat und 33 oder 9,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.491 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 115 oder 8,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 278 Stellen weniger (-15,7 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
324 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +13 oder +5,8 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -55 oder -18,7 Prozent. 157 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-7 oder -4,3 Prozent zum Vormonat, -164 oder -51,1 Prozent zum Vorjahresmonat), 184 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-8 oder -4,2 Prozent gegenüber Vormonat und -10 oder -5,2 Prozent zum Vorjahresmonat).