29.10.2020 | Presseinfo Nr. 50

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis

Die Arbeitslosenzahlen sanken im Oktober saisonbedingt. Insgesamt waren 18.225 Menschen arbeitslos, das waren 585 oder 3,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 3.484 oder 23,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte und beträgt im Oktober 7,1 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen saisonbedingt gesunken.
  • Ende Oktober waren 18.225 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 585 oder 3,1 Prozent weniger als im September 2020.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,1 Prozent.
  • 2.857 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 217 oder 8,2 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.190 Zugänge aus Erwerbstätigkeit(+104 oder +9,6 Prozent zum Vormonat)
  • 3.447 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Minus 38 oder -1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.134 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-100 oder -8,1 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken. Der Agentur für Arbeit wurden im Oktober 649 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 81 oder 11,1 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 109 oder 14,4 Prozent weniger als im Oktober 2019.

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sanken im Oktober saisonbedingt. Insgesamt waren 18.225 Menschen arbeitslos, das waren 585 oder 3,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 3.484 oder 23,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte und beträgt im Oktober 7,1 Prozent.

 „Die Arbeitslosenzahlen sind in diesem Oktober etwas deutlicher gesunken als in den letzten beiden Jahren, das ist erfreulich. Trotzdem haben wir noch einen langen und leider ungewissen Weg vor uns“, sagt Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.
„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind sehr deutlich, wenn wir die Arbeitsmarktdaten vom März und nun vom Oktober vergleichen. Die Arbeitslosigkeit ist Corona-bedingt um rund 15 Prozent gestiegen. Wir beobachten aber zarte Besserungstendenzen. Bereits im letzten Monat hatten wir eine typische Entwicklung der Arbeitslosigkeit und auch die Zahlen in diesem Oktober sind erwartungsgemäß gesunken. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit ist weiterhin hoch, sinkt aber seit dem Hoch im April. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern war im April insgesamt regelrecht eingebrochen, hat sich aber in den Sommermonaten gefangen und mittlerweile auf niedrigem Niveau stabilisiert. Die neu gemeldeten Stellen fielen im Oktober um 23,6 Prozent niedriger aus als vor einem Jahr. Generell wird die Nachfrage auch weiterhin noch auf niedrigerem Niveau bleiben, denn in der derzeit wirtschaftlich angespannten Lage wechseln weniger Menschen ihren Arbeitsplatz. Diese niedrigere Fluktuation trägt neben dem geringeren Bedarf an zusätzlichem Personal dazu bei, dass weniger Stellen auf dem Arbeitsmarkt zu besetzen sind. Wir haben noch einem langen Weg vor uns. Wann die Arbeitslosigkeit wieder unter das Vorkrisenniveau sinkt, können wir aber aufgrund zahlreicher Risiken, wie dem weiteren Infektionsgeschehen oder auch einer möglichen Insolvenzwelle kaum seriös prognostizieren“, so Imkamp abschließend.

Kurzarbeitergeld
Für den September 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im September insgesamt 44 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im September 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für September 2020 insgesamt 393 Personen genannt.
Für den Oktober 2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Oktober bis 25. Oktober 2020. Demzufolge zeigten im Oktober insgesamt 21 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für August voraussichtlich insgesamt 177 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 21.740 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im Oktober keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 493 oder 2,2 Prozent unter dem Wert des Vormonats aber um 2.592 oder +13,5 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Oktober bei 8,3 anstatt bei 7,1 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 208 oder 2,6 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 7.760 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.705 oder +53,5 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Oktober um 377 oder 3,5 Prozent gesunken. Aktuell sind 10.465 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 779 oder 8,0 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Oktober um 0,2 Prozentpunkte und beträgt somit 7,1 Prozent. Im Oktober 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 5,7 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Oktober meldeten sich 2.857 Männer und Frauen arbeitslos, 217 oder 8,2 Prozent mehr als im Vormonat und 855 oder 23,0 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.190, das sind 104 oder 9,6 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -197 oder -14,2 Prozent). Bis zum Zähltag im Oktober meldeten sich insgesamt 734 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 6 oder 0,8 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -284 oder -27,9 Prozent).
Den im Oktober arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.447 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 38 oder 1,1 Prozent weniger als im letzten Monat und 633 oder 15,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 1.134 Personen und damit 100 oder 8,1 Prozent weniger als im letzten Monat (+5 oder +0,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 1.165 Menschen (-21 oder -1,8 Prozent zum Vormonat; -124 oder -9,6 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.666. Davon entfielen 781 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 885 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 166 oder 9,1 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -85 oder -9,8 Prozent, SGB II: -81 oder -8,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 345 oder +26,1 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +280 oder +55,9 Prozent, SGB II: +65 oder +7,9 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 6.872 (davon SGB III: 1.128, SGB II: 5.744) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +112 oder +1,7 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +83 oder +7,9 Prozent, SGB II: +29 oder +0,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 1.130 oder 19,7 Prozent (SGB III: +479 oder +73,8 Prozent, SGB II: +651 oder +12,8 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.184 (davon SGB III: 3.005, SGB II: 3.179) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Oktober im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit sank gegenüber dem Vormonat um 17 oder 0,3 Prozent (SGB III: +7 oder +0,2 Prozent, SGB II: -24 oder -0,7 Prozent). Das sind aber noch 1.112 oder 21,9 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +873 oder +40,9 Prozent, SGB II: +239 oder +8,1 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Oktober 649 neue Arbeitsstellen, das waren 81 oder 11,1 Prozent weniger als im letzten Monat und 109 oder 14,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.611 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 69 oder 1,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 769 Stellen weniger (-17,6 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
813 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +28 oder +3,6 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -108 oder -11,7 Prozent. 969 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+36 oder +3,9 Prozent zum Vormonat, -283 oder -22,6 Prozent zum Vorjahresmonat), 367 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-17 oder -4,4 Prozent gegenüber Vormonat und -85 oder -18,8 Prozent zum Vorjahresmonat).