29.10.2020 | Presseinfo Nr. 51

Der Arbeitsmarkt im Kreis-Euskirchen


Die Arbeitslosenzahlen sanken im Oktober saisonbedingt. Insgesamt waren 6.328 Menschen arbeitslos, das waren 73 oder 1,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.171 oder 22,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und beträgt im Oktober 6,0 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen saisonbedingt gesunken.
  • Ende Oktober waren 6.328 Menschen aus den Kreis Euskirchen arbeitslos. Das sind 73 oder 1,1 Prozent weniger als im September 2020.
  • Die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen lag bei 6,0 Prozent
  • 1.053 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 122 oder 13,1 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 449 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+2 oder +0,4 Prozent zum Vormonat)
  • 1.135 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Minus 33 oder -2,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 428 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-26 oder -5,7 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken. Der Agentur für Arbeit wurden im Oktober 401 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen gemeldet, das sind 67 oder 20,1 Prozent mehr Stellen als im Vormonat und 46 oder 13,0 Prozent mehr als im Oktober 2019.

Gesamtentwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sanken im Oktober saisonbedingt. Insgesamt waren 6.328 Menschen arbeitslos, das waren 73 oder 1,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 1.171 oder 22,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte und beträgt im Oktober 6,0 Prozent.

 „Die Arbeitslosenzahlen sind in diesem Oktober sogar etwas deutlicher gesunken als im letzten Jahr, das ist erfreulich. Trotzdem haben wir noch einen langen und leider ungewissen Weg vor uns“, sagt Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.
„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind sehr deutlich, wenn wir die Arbeitsmarktdaten vom März und nun vom Oktober vergleichen. Die Arbeitslosigkeit ist Corona-bedingt um rund 16,6 Prozent gestiegen. Wir beobachten aber zarte Besserungstendenzen. Bereits im letzten Monat hatten wir eine typische Entwicklung der Arbeitslosigkeit und auch die Zahlen in diesem Oktober sind erwartungsgemäß gesunken. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit ist weiterhin hoch, sinkt aber seit dem Hoch im April. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern war im April insgesamt regelrecht eingebrochen, hat sich aber in den Sommermonaten gefangen und mittlerweile stabilisiert. Die neu gemeldeten Stellen fielen im Oktober aber erfreulicherweise um 13,0 Prozent höher aus als vor einem Jahr. Generell wird die Nachfrage aber eher verhalten bleiben, denn in der derzeit wirtschaftlich angespannten Lage wechseln weniger Menschen ihren Arbeitsplatz. Diese niedrigere Fluktuation trägt neben dem geringeren Bedarf an zusätzlichem Personal dazu bei, dass weniger Stellen auf dem Arbeitsmarkt zu besetzen sind. Wir haben noch einem langen Weg vor uns. Wann die Arbeitslosigkeit wieder unter das Vorkrisenniveau sinkt, können wir aber aufgrund zahlreicher Risiken, wie dem weiteren Infektionsgeschehen oder auch einer möglichen Insolvenzwelle kaum seriös prognostizieren“, so Imkamp abschließend.

Kurzarbeitergeld
Für den September 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im September insgesamt 11 Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im September 2019 waren es 12 Unternehmen mit 1.475 darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für September 2020 insgesamt 41 Personen genannt.
Für den Oktober 2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Oktober bis 25. Oktober 2020. Demzufolge zeigten im Oktober insgesamt 11 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Oktober voraussichtlich insgesamt 44 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 7.362 Menschen aus dem Kreis Euskirchen zum Zähltag im Oktober keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 118 oder 1,6 Prozent unter dem Wert des Vormonats aber um 693 oder +10,4 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen im Oktober bei 6,9 anstatt bei 6,0 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 57 oder 2,0 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.808 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 770 oder +37,8 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter EU-Aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Oktober um 16 oder 0,5 Prozent gesunken. Aktuell sind 3.520 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 401 oder 12,9 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen sank im Oktober um 0,1 Prozentpunkte und beträgt somit 6,0 Prozent. Im Oktober 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen noch 4,7 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Oktober meldeten sich 1.053 Männer und Frauen arbeitslos, 122 oder 13,1 Prozent mehr als im Vormonat und 184 oder 14,9 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 449, das sind 2 oder 0,4 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -12 oder -2,6 Prozent). Bis zum Zähltag im Oktober meldeten sich insgesamt 252 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 28 oder 12,5 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -108 oder -30,0 Prozent).
Den im Oktober arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 1.135 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 33 oder 2,8 Prozent weniger als im letzten Monat und 134 oder 10,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 428 Personen und damit 26 oder 5,7 Prozent weniger als im letzten Monat (+54 oder +14,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 297 Menschen (-18 oder -5,7 Prozent zum Vormonat; -84 oder -22,0 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 604. Davon entfielen 274 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 330 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 47 oder 7,2 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -31 oder -10,2 Prozent, SGB II: -16 oder -4,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 126 oder +26,4 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +72 oder +35,6 Prozent, SGB II: +54 oder +19,6 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 2.308 (davon SGB III: 498, SGB II: 1.810) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +70 oder +3,1 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +25 oder +5,3 Prozent, SGB II: +45 oder +2,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 446 oder 24,0 Prozent (SGB III: +179 oder +56,1 Prozent, SGB II: +267 oder +17,3 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 2.217 (davon SGB III: 1.255, SGB II: 962) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Oktober im Kreis Euskirchen arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 28 oder 1,3 Prozent (SGB III: +17 oder +1,4 Prozent, SGB II: +11 oder +1,2 Prozent). Das sind 355 oder 19,1 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +269 oder +27,3 Prozent, SGB II: +86 oder +9,8 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Oktober 401 neue Arbeitsstellen, das waren 67 oder 20,1 Prozent mehr als im letzten Monat und 46 oder 13,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.505 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 14 oder 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 150 Stellen weniger (-9,1 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
333 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, -3 oder -0,9 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -57 oder -14,6 Prozent. 168 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (keine Veränderung zum Vormonat, -194 oder -53,6 Prozent zum Vorjahresmonat), 184 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-4 oder -2,1 Prozent gegenüber Vormonat und -3 oder -1,6 Prozent zum Vorjahresmonat).