01.12.2020 | Presseinfo Nr. 60

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis

Im November sanken die Arbeitslosenzahlen nur noch sehr leicht. Insgesamt waren 18.213 Menschen arbeitslos, das waren 12 oder 0,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 3.810 oder 26,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote blieb unverändert und betrug im November 7,1 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen leicht gesunken.
  • Ende November waren 18.213 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 12 oder 0,1 Prozent weniger als im Oktober 2020.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,1 Prozent
  • 3.197 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 340 oder 11,9 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.283 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+93 oder +7,8 Prozent zum Vormonat)
  • 3.220 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Minus 227 oder -6,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 1.166 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+32 oder +2,8 Prozent zum Vormonat).
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken. Der Agentur für Arbeit wurden im November 591 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 58 oder 8,9 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 145 oder 19,7 Prozent weniger als im November 2019. 

Gesamtentwicklung

Im November sanken die Arbeitslosenzahlen nur noch sehr leicht. Insgesamt waren 18.213 Menschen arbeitslos, das waren 12 oder 0,1 Prozent weniger als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 3.810 oder 26,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote blieb unverändert und betrug im November 7,1 Prozent.

„Die Arbeitslosenzahlen haben sich im November kaum verändert. Die Erfahrung zeigt aber, dass es nun, wo es in die Wintermonate hineingeht, auch auf dem Arbeitsmarkt wieder etwas frostiger zugehen wird. Die Chancen, eine neue Stelle zu finden, sinken weiter und manch ein Betrieb wird auch saisonbedingt Mitarbeitende entlassen. Hinzu kommen die Menschen, die aufgrund des aktuellen Teil-Lockdowns - trotz der Möglichkeit der Kurzarbeit - nicht im Unternehmen gehalten werden können. Wir müssen also für die kommenden Wintermonate wieder mit einem spürbaren Anstieg rechnen“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl
„Die normale alljährliche Winterarbeitslosigkeit bereitet mir keine zu große Sorge, aber die kaum absehbaren Folgen des nun verlängerten Teil-Lockdowns machen die Prognose für das kommende Jahr schwierig“ ,so Imkamp weiter. Unser Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) rechnet aber nicht damit, dass die Beschäftigung im zweiten Lockdown noch einmal einbrechen wird, ursächlich hierfür seien die Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen laut Aussage des IAB zuversichtlicher. Das verstärkt noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten.
„Richtet man den Blick von den aktuellen Entwicklungen auf die längerfristigen Tendenzen, so wird die Strukturentwicklung, der demographische Wandel und der damit verbundene Fachkräftebedarf diese Krise am Arbeitsmarkt wahrscheinlich schnell wieder regulieren. Die Corona-Pandemie hat einen deutlichen Digitalisierungsschub gebracht und in den Unternehmen unterschiedliche Bedarfe aufgedeckt“, so Imkamp. Der Leiter der Brühler Arbeitsagentur wirbt in dem Zusammenhang dafür, dass Unternehmen, die aktuell aufgrund der Corona-Einschränkungen kurzarbeiten, diese Zeit der Kurzarbeit auch für die Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden nutzen sollten. „In den kommenden Monaten gehen wir auf rund 2.500 Unternehmen der Region zu und bieten die Fördermöglichkeiten, die uns das Qualifizierungschancengesetz bietet, proaktiv an“.
Neben den Herausforderungen, die sich für den Arbeitsmarkt aus der Corona-Pandemie ergeben, nehmen die Arbeitsagenturen im Rheinischen Revier mit einer neuen Internetseite auch den Strukturwandel in den Blick, der sich aus dem bundespolitisch beschlossenen, vorzeitigen Kohleausstieg ergibt. Die Arbeitsagenturen Aachen-Düren, Brühl und Mönchengladbach begleiten diesen Veränderungsprozess mit ihren Beratungs- und Fördermöglichkeiten, wobei die Agentur für Arbeit Brühl die koordinierende Rolle als Revieragentur übernommen hat. Um bestehende und künftige Angebote transparent darstellen zu können, bauen alle drei Arbeitsagenturen derzeit ein zusätzliches Internetangebot auf, das bereits erste Informationen für betroffene Arbeitnehmer und Arbeitgeber bereithält. Dazu erklärt Rainer Imkamp an: „Wir wollen bestehende Prozesse und Dienstleistungen anpassen und weiterentwickeln, um die Menschen im Rheinischen Revier beim Thema  ,Arbeit‘ erfolgreich zu unterstützen. Unser Ziel ist eine für Beschäftigte und Arbeitgeber hochwertige, frühzeitige und niedrigschwellige Unterstützung aus einer Hand“. Zu finden ist die Internetseite auf https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/rheinisches-revier

Kurzarbeitergeld
Für den Oktober 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Oktober insgesamt 60 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im Oktober 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für September 2020 insgesamt 535 Personen genannt.
Für den November 2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. November bis 25. November 2020. Demzufolge zeigten im November insgesamt 334 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für November voraussichtlich insgesamt 3.453 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann. 

Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 21.773 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im November keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 102 oder 0,5 Prozent unter dem Wert des Vormonats aber um 2.812 oder +14,8 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im November bei 8,3 anstatt bei 7,1 Prozent gelegen.
*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 120 oder 1,5 Prozent weniger Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 7.640 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.772 oder +50,7 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im November um 108 oder 1,0 Prozent gestiegen. Aktuell sind 10.573 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 1.238 oder 13,3 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen blieb im November unverändert und beträgt weiterhin 7,1 Prozent. Im November 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 5,6 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Oktober meldeten sich 3.197 Männer und Frauen arbeitslos, 340 oder 11,9 Prozent mehr als im Vormonat und 39 oder 1,2 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.283, das sind 93 oder 7,8 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: +87 oder +7,3 Prozent). Bis zum Zähltag im November meldeten sich insgesamt 944 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 210 oder 28,6 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +133 oder +16,4 Prozent).
Den im November arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.220 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 227 oder 6,6 Prozent weniger als im letzten Monat und 284 oder 8,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 1.166 Personen und damit 32 oder 2,8 Prozent mehr als im letzten Monat (+181 oder +18,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 798 Menschen (-364 oder -31,5 Prozent zum Vormonat; -177 oder -18,2 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank auf 1.573. Davon entfielen 725 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 848 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 93 oder 5,6 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: -56 oder -7,2 Prozent, SGB II: -37 oder -4,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 295 oder +23,1 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +233 oder +47,4 Prozent, SGB II: +62 oder +7,9 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 7.133 (davon SGB III: 1.189, SGB II: 5.944) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +261 oder +3,8 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +61 oder +5,4 Prozent, SGB II: +200 oder +3,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 1.583 oder 28,5 Prozent (SGB III: +564 oder +90,2 Prozent, SGB II: +1.019 oder +20,7 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.197 (davon SGB III: 2.996, SGB II: 3.201) ältere Menschen über 50 Jahre waren im November im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 13 oder 0,2 Prozent (SGB III: -9 oder -0,3 Prozent, SGB II: +22 oder +0,7 Prozent). Das sind aber noch 1.212 oder 24,3 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +862 oder +40,4 Prozent, SGB II: +350 oder +12,3 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im November 591 neue Arbeitsstellen, das waren 58 oder 8,9 Prozent weniger als im letzten Monat und 145 oder 19,7 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.464 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 148 oder 4,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 875 Stellen weniger (-20,2 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
841 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +3 oder +0,4 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -107 oder -11,3 Prozent. 850 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-216 oder -20,3 Prozent zum Vormonat, -494 oder -36,8 Prozent zum Vorjahresmonat), 394 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-21 oder -5,1 Prozent gegenüber Vormonat und -68 oder -14,7 Prozent zum Vorjahresmonat).