01.02.2022 | Presseinfo Nr. 7

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Januar 2022

Im Januar stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt an. Insgesamt waren 16.452 Menschen arbeitslos, das waren 368 oder 2,3 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 2.410 oder 12,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte und betrug im Januar 6,4 Prozent.

• Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß gestiegen

• Ende Januar waren 16.452 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 368 oder 2,3 Prozent mehr als im Dezember 2021.

• Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 6,4 Prozent 

• 2.692 Zugänge in Arbeitslosigkeit

Zum Vormonat 2 oder 0,1 Prozent mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.305 Zugänge aus Erwerbstätigkeit  (+292 oder +28,8 Prozent zum Vormonat)

• 2.335 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit 

Minus 563 oder -19,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 790 Menschen eine Erwerbstätigkeit (-113 oder -12,5 Prozent zum Vormonat)

• Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken

Der Agentur für Arbeit wurden im Januar 591 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 229 oder 27,9 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 178 oder 43,1 Prozent mehr als im Januar 2021.

Gesamtentwicklung

Im Januar stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt an. Insgesamt waren 16.452 Menschen arbeitslos, das waren 368 oder 2,3 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Minus von 2.410 oder 12,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte und betrug im Januar 6,4 Prozent.

„Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in einem Januar ist saisonbedingt üblich und im Ausmaß unauffällig. Regelmäßig führen im Januar das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge zum Jahresende, die Beendigung von 3 ½-jährigen Berufsausbildungen sowie die in den Wintermonaten übliche Freisetzung in witterungsabhängigen Außenberufen, zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.

Der Arbeitsmarkt befinde sich aber insgesamt in einer stabilen Verfassung, auch wenn in den kommenden Wochen saisontypisch mit einer weiteren Steigerung der Arbeitslosigkeit gerechnet werden müsse.

„Die Startvoraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt für das gerade erst begonnene Jahr 2022 sind vergleichsweise gut. Dennoch gehe ich zumindest für die nächsten beiden Monate von einem weiteren saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich aus. Wichtiger ist aber meines Erachtens, dass Vieles dafürspricht, dass der positive Trend – trotz der steigenden Inzidenzen mit der Omikron-Variante - auf dem Arbeitsmarkt erst einmal erhalten bleiben wird.“

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter wurden im Januar 591 Stellen gemeldet. Das sind zwar 229 oder 27,9 Prozent weniger als im Dezember 2021 aber 178 oder 43,1 Prozent mehr als im Januar des letzten Jahres. Insgesamt habe die Arbeitsagentur aktuell 4.189 unbesetzte Stellen im Bestand. „Die Betriebe sind jetzt wieder verstärkt auf der Suche nach ausgewiesenen Fachkräften bzw. Spezialisten, die im Rhein-Erft-Kreis, sowohl bei den bei uns registrierten arbeitslosen Menschen als auch bei potentiellen Berufswechslern, zunehmend schwieriger zu finden sind. Dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren verschärfen. Die gut qualifizierte Generation der Babyboomer wird den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren verlassen, diese Lücke zu schließen wird eine große Herausforderung.  Das 2019 in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz bietet uns die Möglichkeit – bei uns arbeitslos gemeldete Menschen und in einem viel größeren Rahmen als bislang Beschäftigte in den Betrieben – passgenau für die Anforderungen des Marktes zu qualifizieren“, so Imkamp.

Konjunkturelle Kurzarbeit

Für den Dezember 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Dezember insgesamt 73 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im Dezember 2020 waren es 401 (für 2.597 darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Dezember 2021 insgesamt 1.857 Personen genannt.

Für den Januar 2022 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Januar bis 26. Januar 2022. Demzufolge zeigten im Januar insgesamt 79 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Januar insgesamt 961 Personen genannt. 

*) Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.

Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann  

Unterbeschäftigung

Insgesamt konnten 19.311 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im Januar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 336 oder 1,8 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 2.819 oder 12,7 Prozent unter dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Januar bei 7,4 anstatt bei 6,4 Prozent gelegen.

*) Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 342 oder 6,5 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 5.564 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.423 oder +30,3 Prozent weniger Arbeitslose verzeichnet. 

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Januar um 26 oder 0,2 Prozent gestiegen. Aktuell sind 10.888 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 661 oder 10,7 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg im Januar um 0,2 Prozentpunkte und beträgt aktuell 6,4 Prozent. Im Januar 2021 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 7,3 Prozent. 

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen 

Im Januar meldeten sich 2.692 Männer und Frauen arbeitslos, 2 oder 0,1 Prozent mehr als im Vormonat aber 558 oder 17,2 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.305, das sind 292 oder 28,8 Prozent mehr als im Vormonat (zum Vorjahr: -266 oder -16,9 Prozent). Bis zum Zähltag im Januar meldeten sich insgesamt 502 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 117 oder 18,9 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -236 oder -32,0 Prozent).

Den im Januar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.335 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 563 oder 19,4 Prozent weniger als im letzten Monat und 125 oder 5,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 790 Personen und damit 113 oder 12,5 Prozent weniger als im letzten Monat (-17 oder -2,1 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 435 Menschen (-217 oder -33,3 Prozent zum Vormonat; -80 oder -15,5 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme. 

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren

Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen sank leicht auf 1.094. Davon entfielen 443 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 651 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 15 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +28 oder +6,7 Prozent, SGB II: -43 oder -6,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 501 oder 31,4 Prozent gesunken (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: -323 oder -42,2 Prozent, SGB II: -178 oder -21,5 Prozent).

Langzeitarbeitslose

Insgesamt 7.820 (davon SGB III: 961, SGB II: 6.859) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +23 oder +0,3 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: +48 oder +5,3 Prozent, SGB II: -25 oder -0,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 195 oder 2,6 Prozent (SGB III: -466 oder -32,7 Prozent, SGB II: +661 oder +10,7 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose 

Insgesamt 6.132 (davon SGB III: 2.635, SGB II: 3.497) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Januar im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 207 oder 3,5 Prozent (SGB III: +198 oder +8,1 Prozent, SGB II: +9 oder +0,3 Prozent). Das sind 363 oder 5,6 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +556 oder +17,4 Prozent, SGB II: +193 oder +5,8 Prozent). 

Stellenangebote 

Arbeitgeber meldeten im Januar 591 neue Arbeitsstellen, das waren 229 oder 27,9 Prozent weniger als im letzten Monat aber 178 oder 43,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 4.189 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 85 oder 2,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.111 Stellen mehr (+36,1Prozent). 

Aktive Arbeitsmarktpolitik

786 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +1 oder +0,1 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -91 oder -10,4 Prozent. 761 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+30 oder +4,1 Prozent zum Vormonat, -104 oder -12,0 Prozent zum Vorjahresmonat), 392 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-37 oder -8,6 Prozent gegenüber Vormonat und -18 oder -4,4 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier