02.03.2021 | Presseinfo Nr. 71

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Februar 2021

Im Februar stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt und aufgrund der verschärften Corona-bedingten Einschränkungen weiter an. Insgesamt waren 19.088 Menschen arbeitslos, das waren 226 oder 1,2 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 3.300 oder 20,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Februar 7,4 Prozent.

  • Arbeitslosenzahlen erwartungsgemäß weiter gestiegen
  • Ende Februar waren 19.088 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 226 oder 1,2 Prozent mehr als im Januar 2021.
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis lag bei 7,4 Prozent
  • 2.840 Zugänge in Arbeitslosigkeit. Zum Vormonat 410 oder 12,6 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit. Davon erfolgten 1.288 Zugänge aus Erwerbstätigkeit (+283 oder +18,0 Prozent zum Vormonat)
  • 2.608 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Plus 148 oder +6,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Davon begannen 933 Menschen eine Erwerbstätigkeit (+126 oder +15,6 Prozent zum Vormonat)
  • Zahl der neu gemeldeten Stellen gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im Februar 786 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 373 oder 90,3 Prozent mehr Stellen als im Vormonat aber 10 oder 1,3 Prozent weniger als im Februar 2020.


Gesamtentwicklung
Im Februar stiegen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt und aufgrund der verschärften Corona-bedingten Einschränkungen weiter an. Insgesamt waren 19.088 Menschen arbeitslos, das waren 226 oder 1,2 Prozent mehr als im Vormonat. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 3.300 oder 20,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die aktuelle Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte und betrug im Februar 7,4 Prozent.

Bisher hat der erneute Lockdown nicht zu einem weiteren Einbruch am Arbeitsmarkt geführt. Der Anstieg in diesem Monat ist nicht unbedingt Corona-bedingt, denn einerseits führen in der Regel das Ende der zwei- und dreieinhalbjährige Berufsausbildungen und andererseits Schnee und Eis zu Entlassungen in den sogenannten Außenberufen. „Auch, wenn gerade die Temperaturen den Winter schon wieder fast vergessen machen, so gab es in den vier Wochen vor dem statistischen Zähltag für Februar noch viele kalte Tage, die das Arbeiten in den Außenberufen einschränkten.“, so Rainer Imkamp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
Erwartungsgemäß stieg auch bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen die Anzahl der Arbeitslosen um 90 Personen auf nun 1.690 junge Menschen an, ein Anstieg um 6,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit bei den jungen Erwachsenen um 20,9 Prozent an, dieser Anstieg hingegen ist durchaus der Corona-Pandemie geschuldet. „Von den jungen Arbeitslosen wird ein Großteil nach dem Lockdown, auch durch unsere Hilfe, wieder einen neuen Job finden. Für Unternehmen ist jetzt die beste Gelegenheit, gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen. Denn nach der Krise werden wir wieder über zukünftige Fachkräfteengpässe sprechen “, so Imkamp weiter.
Vom 15. bis 19. März 2021 findet zum achten Mal die bundesweite „Woche der Ausbildung“ statt. Ziel dieser Woche ist, jungen Menschen und Arbeitgebern die Attraktivität einer beruflichen Ausbildung zu zeigen. „Wir möchten jungen Menschen den Weg in die duale Ausbildung und bieten in der Aktionswoche unterschiedliche Online-Veranstaltungen an. Online-Bewerbungstraining, freie Beratungstage und auch eine Elternhotline sind im Programm“, empfiehlt Imkamp den Jugendlichen.
Nähere Informationen zu den Angeboten der Arbeitsagentur Brühl unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bruehl/wda

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle für 2021/2022 suchen, können sich jetzt bereits über die Hotline für Jugendliche: 02251/797979 bei der Berufsberatung melden und hier direkt mit einem Berufsberater/-in sprechen.
Arbeitgeber, die noch offenen Ausbildungsstellen anbieten möchten, können dies schnell und unkompliziert über die kostenfreie Arbeitgeber-Hotline 0800 4 5555 20 tun.

Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den Januar 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im Januar insgesamt 405 Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im Dezember 2019 waren es weniger als drei (für weniger als drei darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für Januar 2021 insgesamt 3.116 Personen genannt.
Für den Februar 2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen für den Zeitraum 01. Februar bis 24. Februar 2021. Demzufolge zeigten im Februar insgesamt 236 Unternehmen Kurzarbeit an. In den Anzeigen wurden für Februar voraussichtlich insgesamt 2.951 Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.


Unterbeschäftigung
Insgesamt konnten 22.636 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Zähltag im Februar keiner regulären Beschäftigung nachgehen (sogenannte Unterbeschäftigung*). Damit lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung mit 360 oder 1,6 Prozent über dem Wert des Vormonats und um 2.671 oder +13,4 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Entlastungseffekt durch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten ist weiterhin beachtlich. Ohne die Entlastung hätte die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis im Februar bei 8,6 anstatt bei 7,4 Prozent gelegen.
* Der Begriff der Unterbeschäftigung erweitert den Begriff der Arbeitslosigkeit und bildet das Defizit an regulärer Beschäftigung umfassender ab. Zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen zählt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Unterbeschäftigung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (z.B. Berufliche Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten oder in Aktivierungs- und berufliche Eingliederung) sowie Personen in bestimmten rechtlichen Sonderstatus (z.B. Vorruhestandsähnliche Regelungen, Arbeitsunfähigkeit). Würden diese Personen nicht an der jeweiligen Maßnahme teilnehmen oder unter den jeweiligen Sonderstatus fallen, läge die Arbeitslosigkeit entsprechend höher. Die ausgewiesenen Daten zur Unterbeschäftigung sind vorläufig und hochgerechnet.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden im Vergleich zum Vormonat insgesamt 98 oder 1,2 Prozent mehr Arbeitslose aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 8.085 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2.258 oder +38,8 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Februar um 128 oder 1,2 Prozent gestiegen. Aktuell sind 11.003 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 1.042 oder 10,5 Prozent gestiegen.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg im Februar um 0,1 Prozentpunkte und beträgt aktuell 7,4 Prozent. Im Februar 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis noch 6,1 Prozent.

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Februar meldeten sich 2.840 Männer und Frauen arbeitslos, 410 oder 12,6 Prozent weniger als im Vormonat und 756 oder 21,0 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.288, das sind 283 oder 18,0 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -89 oder -6,5 Prozent). Bis zum Zähltag im Februar meldeten sich insgesamt 783 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 45 oder 6,1 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -232 oder -22,9 Prozent).
Den im Februar arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 2.608 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 148 oder 6,0 Prozent mehr als im letzten Monat aber 832 oder 24,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 933 Personen und damit 126 oder 15,6 Prozent mehr als im letzten Monat (-86 oder -8,4 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 607 Menschen (+92 oder +17,9 Prozent zum Vormonat; -286 oder -32,0 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.

Veränderung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Junge Arbeitslose unter 25 Jahren
Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe der 15 bis unter 25 Jahre jungen Menschen stieg auf 1.690. Davon entfielen 891 auf die Arbeitslosenversicherung (SGB III) und 799 auf die Grundsicherung (SGB II). Das waren 95 oder 6,0 Prozent mehr als im Vormonat (Veränderung SGB III zum Vormonat: +125 oder +16,3 Prozent, SGB II: -30 oder -3,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren um 292 oder +20,9 Prozent gestiegen (Veränderung SGB III zum Vorjahresmonat: +277 oder +45,1 Prozent, SGB II: +15 oder +1,9 Prozent).

Langzeitarbeitslose
Insgesamt 7.761 (davon SGB III: 1.382, SGB II: 6.379) Menschen waren länger als zwölf Monate ohne Beschäftigung; +136 oder +1,8 Prozent zum Vormonat (davon SGB III: -45 oder -3,2 Prozent, SGB II: +181 oder +2,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden 1.916 oder 32,8 Prozent (SGB III: +694 oder +100,9 Prozent, SGB II: +1.222 oder +23,7 Prozent) mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Ältere Arbeitslose
Insgesamt 6.536 (davon SGB III: 3.183, SGB II: 3.553) ältere Menschen über 50 Jahre waren im Februar im Rhein-Erft-Kreis arbeitslos gemeldet. Die Betroffenheit stieg gegenüber dem Vormonat um 41 oder 0,6 Prozent (SGB III: -8 oder -0,3 Prozent, SGB II: +49 oder +1,5 Prozent). Das sind 1.148 oder 21,3 Prozent ältere Männer und Frauen mehr als im letzten Jahr (SGB III: +786 oder +32,8 Prozent, SGB II: +362 oder +12,1 Prozent).

Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Februar 786 neue Arbeitsstellen, das waren 373 oder 90,3 Prozent mehr als im letzten Monat aber 10 oder 1,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.247 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Plus von 169 oder 5,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 772 Stellen weniger (-19,2 Prozent).

Aktive Arbeitsmarktpolitik
884 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +3 oder +0,3 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -18 oder -2,0 Prozent. 1.010 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (+122 oder +13,7 Prozent zum Vormonat, -17 oder -1,7 Prozent zum Vorjahresmonat), 409 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (-15 oder -3,5 Prozent gegenüber Vormonat und -16 oder -3,8 Prozent zum Vorjahresmonat).

Pressesprecher der Agentur für Arbeit Brühl

Frau Nicole Cuvelier